Tracklist / Songs: 01. Scum 02. Ball & Chain 03. Tear You Down 04. Big Brother 05. Linked Together 06. A Perfect Day 07. Going Down (Like Titanic) 08. You Call Yourself a Teacher 09. A Fucking Disgrace 10. Kill The Dream 11. Environmental Patients 12. Before We All Die
1. Devil and the Deep Blue sea (01:30) 2. Submarine (04:13) 3. Seasoar (03:41) 4. Youth Bailed (Back to Hell) (04:44) 5. Your Lullaby (05:32) 6. We Always Slide (04:15) 7. The Devil's Reprise (01:52) 8. Run Aground (01:42) 9. Tame Existence (06:22) 10. B-Ray Boogie (05:57) 11. Never a Rodeo (15:39)
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Matt "Tenpin" Boland - Gesang
Dave Talon – Lead-Gitarre, Rhythmus-Gitarre, Synthesizer
Tracklist / Songs: 1. Five Fifths Awaken 2. Carving the Causeway to the Otherworld 3. Adhradh Dé Ghoac 4. Caesar's Revelation (Hibernia L. VI V. XIV ad XVI et XXIV) 5. The Calling 6. Scythe of Saturn 7. Badhah's Shadows 8. Opening the Gates to Styx, Nix, Kerberos and Hydra
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Ciarán Ó Críodáin - Gitarre, Gesang Hick O Aodha - Bass Jason Keane - Gitarre Boban Bubnjar - Schlagzeug, Bild:
Dass es auf der grünen Insel gute Musiker gibt, ist nicht nur durch THIN LIZZY bekannt. Auch im extremeren Bereich trat CRUACHAN die frühe Pagan-Welle los, die dann von Bands wie PRIMORDIAL verstärkt und über die irische See hinaus in die Welt getragen wurde.
Seit einiger Zeit kommen nun COSCRADH dazu, die nicht nur dem Namen nach eine „Massaker“ anrichten wollen. Seit 2015 treiben sie in der Dubliner Black Metal-Szene ihr Unwesen und veröffentlichten 2022 ihr Debütalbum „Nahanagan Stadial“. Auch im nun erscheinenden Werk „Carving the Causeway to the Otherworld“ setzen sie sich mit keltischer Geschichte und Mythologie auseinander, so wie viele ihrer Szene-Kollegen, unter anderem auch auf Gälisch. Ohne viel Gefangene zu machen, prügeln die Iren ihre Instrumente kompromisslos nach vorne.
Aggressive Riffs treffen auf Blastbeats und tiefe Growls. Im Titeltrack „Carving the causeway to the Otherworld“ wird gebrüllt und gelitten, etwas Erholung bietet das Zwischenstück „The Calling“ in dem man Schlachthörner zum Kampf rufen hört, der dann sogleich mit „Scythe of Saturn“ musikalisch erlebbar gemacht wird. Die Songs bleiben meist im Hochtempo-Bereich, Abwechslung findet eher nicht statt.
Der neuneinhalbminütige Abschluss „Opening the Gates to Styx, Nix, Kerberos and Hydra” erzählt dann aber doch seine eigene, dynamische Geschichte, mit stampfenden Rhythmen, absoluten Doublebass-Passagen und dem ein oder anderen Death-Metal-Solo.
Die knallharte, glasklare Produktion (die im Vorgänger noch fehlte) trägt ihren Teil zur Wucht dieses Albums bei, Fans der Black/Death-Mischung der härteren Gangart sollten hier auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren!
Tracklist / Songs: 01. Kickstarter 02. Caught In The Action 03. Open Fire 04. Keep Rolling 05. Hit The Road 06. Avenger 07. Chained By Metal 08. Spitfire 09. Full Throttle 10. Strike At Night 11. Night Falls Down
Nach sieben Jahren meldet sich die schwedische Heavy Metal Band BULLET mit einem bockstarken Album zurück. Der Titel "Kickstarter" sagt alles: Platte auflegen (bzw. CD in den Player), Lautstärkeregler auf 11 und ab geht die Fahrt zur Zielgeraden für Metal Heads. Das Cover passt übrigens wie Arsch auf Eimer!
Tracklist / Songs: 01 - Paying The Cost To Be The Boss [Feat. Christone Kingfish Ingram] 02 - Don't Answer The Door [Feat. Marcus King] 03 - To Know You Is To Love You [Feat. Michael McDonald, Susan Tedeschi & Derek Trucks] 04 - Let The Good Time Roll [Feat. Kenny Wayne Shepherd & Noah Hunt] 05 - Sweet Little Angel [Feat. Buddy Guy] 06 - When It All Comes Down (I'll Still Be Around) [Feat. Larry McCray] 07 - When Love Comes To Town [Feat. Slash, Shemekia Copeland & Myles Kennedy] 08 - The Thrill Is Gone [Feat. Chaka Khan & Eric Clapton] 09 - Watch Yourself [Feat. Jimmie Vaughan] 10 - Why I Sing The Blues [Feat. Bobby Rush] 11 - Sweet Sixteen [Feat. Jimmy Hall & Larry Carlton] 12 - Don't You Want A Man Like Me [Feat. Larkin Poe] 13 - I'll Survive [Feat. Keb' Mo'] 14 - Heartbreaker [Feat. Trombone Shorty & Eric Gales] 15 - There Must Be A Better World Somewhere [Feat. George Benson] 16 - Chains And Things [Feat. Gary Clark Jr.] 17 - How Blue Can You Get [Feat. Warren Haynes] 18 - You Upset Me Baby [Feat. Chris Cain] 19 - Ghetto Woman [Feat. Ivan Neville] 20 - Night Life [Feat. Paul Rodgers] 21 - Ain't Nobody Home [Feat. Jade MacRae & Robben Ford] 22 - Bad Case Of Love [Feat. Joanne Shaw Taylor] 23 - Never Make A Move Too Soon [Feat. Dion] 24 - Three O'Clock Blues [Feat. Marc Broussard & Josh Smith] 25 - Think It Over [Feat. Train & Chris Buck] 26 - It's My Own Fault [Feat. Kim Wilson] 27 - Every Day I Have The Blues [Feat. D.K. Harrell] 28 - Please Accept My Love [Feat. John Németh] 29 - So Excited [Feat. Aloe Blacc] 30 - When My Heart Beats Like A Hammer [Feat. Dannielle De Andrea] 31 - Playin' With My Friends 32 - Better Not Look Down [Feat. Kirk Fletcher]
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Joe Bonamassa - Gitarre, Gesang und andere Gäste
Joe Bonamassa ist wahrscheinlich unstrittig der bekannteste gegenwärtige Bluesmusiker. 1977 im Bundesstaat New York, USA, geboren, führte in seinem Fall das väterliche Gitarrengeschäft zu einer nachhaltigen Prägung und auch Förderung. Im Alter von 12 Jahren eröffnete Joe Bonamassa bereits Konzerte für B.B. King. 1925 geboren, hätte B. B. King seinen 100. Geburtstag feiern können. Weil sonst keiner von den üblichen Verdächtigen einen Finger krumm machte, um B.B. King zu würdigen, entschloss sich Joe Bonamassa selbst die Ärmel hoch zu krempeln.
Video URL: https://youtu.be/c_vObq6og7c, Video - Titel: Exsonvaldes - En Sentido Contrario [Feat. Helena Miquel], Objekt - Position: Links, Fallback Thumb:
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Das französiche Indie-Trio beehrt die Musikwelt seit mehr als zwei Jahrzehnten. Nach einer Pause zwischen 2016 und 2023, die mit dem Album Maps als Comeback beendet wurde, ist nun Anfang 2026 ein neues Album fertig. Ninety Seconds To Midnight wartet nun auf Fans.
Tracklist / Songs: 01. Ephemeral Eternity 02. Despair 03. Weep for Nothing 04. Aeon's End 05. Funeral of Existence 06. Realm of Endless Misery 07. Propitius Death 08. The Sentence of Absolution 09. Life is a Corpse You Drag (Bonus Track) 10. Sancta Mendacia (Bonus Track)
‘Liturgy of Death’ heißt das neue Album der norwegischen Black Metal Legende Mayhem. Können die Norweger auch noch nach über 40 Jahren Bandgeschichte damit überzeugen?
Am 06. Februar 2026 erscheint das neue Album des Black Metal Urgesteins via Century Media Records. Bereits der erste Song ‚Ephemeral Eternity‘ zieht den Hörer ins typische Mayhem Chaos hinein. Kompromisslos, schnell, düster – der knapp siebenminütige Start ins neue Album ist bereits vielversprechend. Man hat das Gefühl Mayhem wollen ihre Bandgeschichte damit noch einmal auf ein neues Level des Extremen bringen und passend zu ihrem Album, welches dem 40 – jährigen Jubiläum gewidmet ist, zeigen, dass sie bereits alles niedergeschmettert haben und dies auch weiterhin tun werden!
Viele Stilwechsel scheinen im neuen Album die Basis zu sein. Es ist schwierig sich in irgendein bestimmtes Gefühl hineinzubegeben, da das Chaos den Hörer fast verschlingt und es kaum eine Möglichkeit gibt aus diesem dunklen Strudel herauszufinden – aber ist das nicht genau so gewollt? Wer sonst sollte so provokativ sein, wenn nicht Mayhem?
Hier zeigt sich deutlich, dass Attila Csihar (Vocals), Ghul (Guitar), Hellhammer (Drums), Necrobutcher (Bass) und Morten (Guitar) nicht mehr nur ein eingespieltes Team sind, sondern eine Einheit. Oder sogar die Einheit des Todes? Technisch einwandfreies Chaos – und das von Mayhem. Insbesondere wenn man mal an die prägende, einflussreiche und vor allem extreme Geschichte der Band denkt, die uns allen mehr als bekannt ist, ist es fast schon widersprüchlich. Vielleicht sogar schon zu sauber für Mayhem? Nein. Denn dafür tobt das Chaos viel zu sehr in diesem Album. Ziemlich dominiert von den Drums, wie ich finde. Es ist zwar nichts absolut Neues oder Unbekanntes, aber man könnte vielleicht sagen es ist eine extremere, schnellere und düsterere Mischung aus den letzten Alben, die zudem deutliche rituelle und spirituelle Passagen bietet, die den Hörer gar einsaugen.
‚The Sentence of Absolution‘ – extrem, dramatisch, kalt und leicht verängstigend. Der letzte Song des Albums wird nach ausgiebigen Black Metal Parts durch beunruhigend, aber gleichzeitig hypnotisierend klingende Trommeln und Rasseln ausgeleitet, was etwas von einem okkulten Ritual hat, an dem man irgendwie teilnimmt. Enden tut der Song dann jedoch abrupt durch einen düsteren schamanisch klingenden Sound durch die Stimme von Attila.
Zudem gibt es noch zwei Bonus-Tracks: ‚Life is a Corpse You Drag‘ und ‚Santa Mendacia‘, die dem Album definitiv einen guten Zusatz bieten. Ein Zusatz, der das Gefühl verbreitet vom Tod abgeholt zu werden. Mitgehen tut man jedoch gern, würde ich sagen!
Chaos pur!
Ich persönlich fand es an der ein oder anderen Stelle vielleicht einen Hauch zu chaotisch. Leicht in den Wahnsinn treibend, aber irgendwie auf eine gute Art und Weise. Hören sollte man es aber definitiv!
Tracklist / Songs: DISC ONE PERFECT TIMING (1987) 1 Gimme’ Your Love 2 Here Today - Gone Tomorrow 3 Don’t Stop Me Now 4 No Time For Losers 5 Follow The Night 6 Get Out 7 Love Is Not A Game 8 Time 9 I Don’t Wanna Lose 10 Rock ’Til You’re Crazy BONUS TRACKS 11 Gimme’ Your Love (Edit) 12 Follow the Night (Edit)
DISC TWO SAVE YOURSELF (1989) 1 Save Yourself 2 Bad Boys 3 Anytime 4 Get Down to Bizness 5 Shadow of The Night 6 What We Need 7 I Am Your Radio 8 This Is My Heart 9 Destiny 10 Take Me Back BONUS TRACKS 11 There Has To Be Another Way (Instrumental) 12 Save Yourself (Single Edit) 13 Vicious (B-Side) 14 This Is My Heart (Edit) 15 Anytime (Single Edit) 16 Anytime (Radio-Edit) 17 Bad Boys (Acoustic Version)
DISC THREE MSG (1992) 1 Eve 2 Paradise 3 When I’m Gone 4 This Broken Heart 5 We Believe In Love 6 Crazy 7 Invincible 8 What Happens To Me 9 Lonely Nights 10 This Night Is Gonna Last Forever 11 Nightmare BONUS TRACKS 12 When I'm Gone (Single Edit) 13 Nightmare (Single Edit) 14 When I'm Gone (Acoustic Version) 15 When I'm Gone (Alternative CHR Version) 16 Nightmare (AOR Version)
DISC FOUR UNPLUGGED LIVE (1992) 1 Anytime 2 We Believe In Love 3 What Happens to Me 4 Bad Boys 5 Gimme Your Love 6 Natural Thing 7 Perrier 8 When I'm Gone 9 Nightmare 10 Doctor Doctor 11 Lights Out BONUS TRACKS 12 Only You Can Rock Me 13 Anytime (Acoustic Version) 14 What Happens To Me (Acoustic Version) 15 We Believe In Love (Acoustic Version) 16 Never Ending Nightmare (Acoustic CHR Version)
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Gitarre Michael Schenker (1986–1993) Gesang Robin McAuley (1986–1993)
Schlagzeug Bodo Schopf (1986–1990) Gitarre, Keyboard Steve Mann (1986–1990) E-Bass Rocky Newton (1986–1990)
E-Bass Jeff Pilson (1990–1993) Schlagzeug James Kottak (1990–1993) † (2024), Bild:
„Michael Schenker ist ein grandioser Gitarrist, aber ein schlechter Songwriter.“ Soweit zur Einschätzung durch meinen Kumpel Beach, der man angesichts der vorliegenden CD-Box allerdings widersprechen muss.
Ein kompromissloses Groove-Metal-Album voller roher Energie, druckvoller Riffs und ehrlicher Aggression, mit dem Full House Brew Crew ihren Sound fokussiert weiterentwickeln.
Mit Glasgow Grin liefern Full House Brew Crew ein Album ab, das die rohe Kraft und Intensität der Band auf ein neues Level hebt. Die Griechen bleiben ihrem charakteristischen Groove-Metal-Sound treu, gehen das Material jedoch mit einem erneuerten Gefühl von Energie und Stärke an, das sowohl langjährige Fans als auch neue Hörer anspricht.
Die Songs strahlen rohe Aggression, scharfe Riffs und einen Groove aus, der sofort packt. Gleichzeitig ist spürbar, dass die Band genau weiß, wie sie Spannung und Dynamik aufbauen kann, ohne dabei das Gefühl von Unmittelbarkeit zu verlieren.
Was Glasgow Grin besonders macht, ist die Kombination aus ungefilterter Härte und durchdachter Songstruktur. Die Stücke klingen hart, ohne chaotisch zu wirken, und tragen eine Intensität in sich, die sowohl im explosiven Moshpit als auch beim konzentrierten Hören funktioniert. Die Band folgt keinen Trends, sondern tut das, was für jeden Song am besten passt – ein Ansatz, der dem Album eine natürliche Kraft verleiht.
Inhaltlich beschäftigen sich die Texte mit alltäglichen Kämpfen, innerer Unruhe und persönlichen Konflikten, ohne dabei zu abstrakt oder schwer zugänglich zu werden. Diese Themen verleihen dem Album zusätzliche Tiefe und machen es zu mehr als nur einer Ansammlung von Songs – Glasgow Grin entwickelt Charakter und Haltung.
Ein entscheidender Faktor für die Wirkung von Glasgow Grin ist einmal mehr Vagelis Karzis. Seine Stimme verleiht den Songs Charakter, Haltung und Wiedererkennungswert. Vagelis Karzis bewegt sich souverän zwischen aggressiver Härte und kontrollierter Ausdrucksstärke, ohne dabei künstlich oder überzogen zu wirken. Besonders auffällig ist seine Fähigkeit, Emotion und Druck zu verbinden – der Gesang wirkt direkt, ehrlich und trägt die rohe Energie der Band auf glaubwürdige Weise nach außen. Auch textlich spiegelt sich diese Konsequenz wider: Die Vocals fungieren nicht nur als weiteres Instrument, sondern als treibende Kraft, die den Songs Tiefe und Persönlichkeit verleiht.
Auch Produktion und Sound überzeugen. Die Zusammenarbeit mit dem finnischen Toningenieur Saku Moilanen sorgt für einen druckvollen, klaren Klang, bei dem jedes Instrument zur Geltung kommt und dennoch Teil der Gesamtenergie bleibt.
Glasgow Grin ist kein Album, das an der Oberfläche bleibt. Es fordert Aufmerksamkeit, belohnt diese jedoch mit einer Intensität und Direktheit, die kaum zu ignorieren sind. Eine überzeugende Weiterentwicklung im Schaffen von Full House Brew Crew und ein starkes Statement im Bereich Heavy / Groove Metal.
Tracklist / Songs: 01 - Der Brauch 02 - Der Faden 03 - Das Seil 04 - Brauch Reprise 05 - Der Doppelgänger 06 - Die Lüge 07 - Die Brücke 08 - Das Nachsehen 09 - Die Heimkehr
Wenn man in Bezug auf die wunderbaren Hannoveraner von THE HIRSCH EFFEKT wohl von einem Brauch sprechen kann, dann ist es wohl die Ansage, dass sämtliche Genre-Zuordnungen ins Leere verlaufen. Anders ist es auch bei „Der Brauch“, dem neuesten Album der Hirsche, nicht, denn auch hier kristallisieren sich als Konstanten ausgerechnet die musikalische Vielfalt und Unvorhersehbarkeit sowie Emotionalität heraus.
Der Grundkurs erhält in der Klausur folgende Aufgabe zur Berechnung der unbekannten Größe „x“: In einem Wohnhaus wird gleichzeitig in mehreren Räumen Musik gehört. Bruno hört in seinem Zimmer die neueste Scheibe von DYNAZTY, nachdem er zuvor einige Alben von BLOODBOUND gehört hat. Sein Bruder Heinz hört in einem anderen Raum Musik von CHILDREN OF BODOM. In der Waschküche von Frau Zwickel läuft zusätzlich laute Schlagermusik. In der Küche kommen bei der Mutter nur noch abgeschwächte Schallanteile aus allen Räumen an. Die resultierende Stromgitarrenmusik in der Küche wird mit „x“ bezeichnet. Berechnen Sie „x“ mithilfe der gegebenen Angaben.
Eine knifflige, aber nicht unlösbare Aufgabe. Das dachten sich wohl auch INDUCTION als sie an ihrem neuesten Album „Love Kills“ werkelten. Allerdings rechnet sich Bandkopf Tim Hansen die Discografie seiner Band auch gerne mal etwas schön, so dass seine Zeitrechnung mit dem 2022er Album „Born From Fire“ beginnt. Im Metal Hammer erklärt er dies damit, dass das schlicht „Induction“ betitelte Debüt „ein Schuss in den Ofen“ gewesen sei und den künstlerischen wie musikalischen Ansprüchen nicht genügt habe. Als Konsequenz hat sich Hansen die passende (internationale) Mannschaft mehr oder weniger zusammengecastet (3. Album = 3. Besetzung), um handwerklich gleichwertige Musiker um sich versammeln zu können. Das Ergebnis ist ein powermetallischer Overkill mit jeder Menge Pomp und symphonischen Passagen, die durchaus auch an die skandinavischen Disco-Flaggschiffe BATTLE BEAST oder BEAST IN BLACK erinnern. Das opulente „Beyond Horizons“ greift aufgrund seiner lateinischen Passagen POWERWOLF-Elemente auf. Doch vor allem in der Gitarrenarbeit und bei den Soli (die von Justus Sahlmann selbst geschrieben wurden) schimmert immer wieder eine Vorliebe für Alexi Laiho durch. In „Strangers To Love“ erhält Frontmann Gabriele Gozzi, der auf „Love Kills“ eine sehr gute Figur macht, weibliche Schützenhilfe. Und das weibliche Geschlecht diente auch als Inspiration für viele der Lyrics, in denen Hansen sein gebrochenes Herz verarbeitet, aber im titelgebenden Track auch einen positiven Ausblick gibt: „Love Kills… but it’s never gonna die.“ Böse, wer bei „I Am Evil“ sofort an BLOODBOUND denkt – oder eben einfach die norddeutsche Interpretation modernen Melodic Power Metals? Ob es zum Abschluss der Coverversion des GAMMA RAY-Songs „Empress“ bedurft hätte, lässt sich sicherlich diskutieren. Ich für meinen Teil finde die Version eigentlich ganz gelungen, da sich der Song gut ins Gesamtbild des Albums einfügt und auch nicht zu den Top 10-Songs der GAMMA RAY-Playlist gehört. Warum also nicht dem Vater mal Tribut zollen? Die Marschroute bei INDUCTION ist klar: nach oben und irgendwann auf der Wacken Main-Stage stehen. In Hansens Augen ist bei INDUCTION „alles groß, es ist Musik für große Bühnen!“ (MH), so dass sein Fazit für „Love Kills“ wenig kurz und knapp ausfällt: „Volle Möhre geballert!“. Und tatsächlich klingt bei INDUCTION alles groß, alles ist auf Anschlag. Aber auf der anderen Seite ist auch alles bereits gehört und das ganze Konstrukt INDUCTION wirkt auf mich etwas zu berechnend. Das bedeutet nicht, dass Songs wie „Beyond Horizons“, „Dark Temptation“ oder „Strangers To Love“ nicht grundsätzlich gelungene Songs sind. Aber durch das permanent zur Schau gestellte Streben nach Perfektion verlieren die Songs in meinen Ohren etwas an Authentizität und Seele, so dass INDUCTION für mich trotz aller handwerklichen und musikalischen Qualität zu sehr auf den Mainstream schielen. Fazit: Für mich geht INDUCTIONs Rechnung auf „Love Kills“ nicht so richtig auf. Aber ich bin auch als Schüler schon lieber in den Geschichtsunterricht gegangen als zu Mathematik. Letztlich liefern INDUCTION ein perfektes Wacken-Metal-Album ab. Wer es lieber etwas bodenständiger hat, der greift vielleicht besser zu IRON BRIGADE, FILI BIBIANO’S FORTRESS oder ROZARIO.
MØL. EIne Motte aus Dänemark. EIn bisschen Insektenterminologie gab es letztes duch die Band Danefae, die sozusagen das Synonym Natsværmer als ein SOn. Diese Motte hat sich sehr kurzfristig breitgemacht, aber sie stellte sich nicht als Schädling heraus, sondern als Überraschung. "Is wiar a Traum", würde man in Weißwurstanien dazu sagen mit dem Wort Dream aus dem Albumtitel im Sinn. Traumzerstörer wäre das letzte, was ich zum Album schreiben würde.
Das Album ist nahrhafter, als der Name vermuten lässt.
Ich mag Bands, die ihrer Leidenschaft frönen und gar nicht erst vorgeben, das Rad neu erfinden zu wollen bzw. erfunden zu haben.
Die Heimatstadt Gladbeck hat textlich und musikalisch ihre Spuren hinterlassen. Fangen wir mit den Lyrics an: Schon im Intro wird klar, dass das Geiseldrama von Gladbeck und seine medialen Auswüchse Einfluss auf die Texte haben. Gladbeck liegt ja nicht weit nördlich von (Alten)Essen und so erklärt sich vielleicht die Leidenschaft für den typischen Ruhrpott Thrash. Wären die Jungs älter, hätten sie ihre Freizeit sicherlich mit der Velbert/Essen-Crew verbracht.
Ich muss zugeben, dass ich das Quartett trotz zweier Alben und einer Splitsingle mit DARKNESS bis jetzt nicht auf dem Schirm hatte. Auch wenn es einige Schnittmengen zum Ruhrpottsound gibt, sind TEUTONIC SLAUGHTER kein einfacher Abklatsch. Allein, die Tatsache, dass drei der Tracks die Sechs-Minuten-Marke knacken, ist eher ungewöhnlich. Pomp und Pathos gibt es zum Glück trotz der Länge nicht. Mir sind die Vocals stellenweise etwas zu hysterisch, aber das ist ja Geschmackssache und Sänger Philip wechselt auch mal die Tonlage.
Mit dem Rausschmeißer haben die Jungs dann noch eine Nummer am Start, die jeden Pit in Wallung bringen sollte. Leider erinnert mich das Riff vom Beginn, das zum Ende noch ausgewalzt wird, zu sehr an die inzwischen ziemlich ausgelutschte ´Bro Hymn´ von PENNYWISE.
Wer genau den Spirit von ´Extreme Aggression´, ´Persecution Maina´ oder ‚Death Squad‘ sucht, ist bei Bands wie SPHINX besser aufgehoben. Wer seine Thrash gerne mit etwas traditionellem Metal in der Gitarrenarbeit garniert serviert bekommt, sollte sich mit ´Cheap Food´ beschäftigen.
01. Abaddon 02. sYn 03. No Kings For Me 04. Cutting Diamonds 05. sYnfluencer 06. Chaos & Amen 07. Dark Throne 08. Neon Battlefield 09. Sacred Skin 10. Not Metal Enough 11. sYnners Crown 12. If U Seek Amy (Bonustrack / Cover Song - Original by Britney Spears)
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Johannes „Johnny“ Stecker – lead vocals, shouting Felix Klemisch – guitars Patrick Winzler – keyboards Jonas Langer – bass Mario Krause – drums
Inhalt: Noise - Gesang, alle Instrumente, aber nicht live, da unterstützt von einer Begleitband. Ob bei diesem Album externe Unterstützung erfolgte, bleibt offen.
Vor fast einem Jahr war Kanonenfieber - Live in Oberhausen auf dem OP-Tisch im Reviewlazarett und bekam ein paar deutliche Schnitte ab. In Marschvorbereitung auf das Album Soldatenschicksale wurde nochmals auf die alte Karte geguckt. Ohne Hintersinn erfolgte die Notengebung. Und heute fällt der 1. Weltkriegsbezug mit 0815 auf. Warum gab ich eine durchschnittliche Note? Weil Kanonenfieber in Manschaftsform unstrittig meisterlich zu performen weiß, sich mir aber der Magen umdreht, wenn das Publikum die Schrecken des Krieges mitgröhlt und die Band dies auch noch provoziert. Demagogische Kriegsbegeisterung. Beim Studioalbum ohne diese Reziepienten-/Konsumentenreaktion tritt dieses Gefühl nicht ein.
Auch Hällas starten mit einem neuen Album ins neue Jahr 2026!
Die Band wurde 2011 in Schweden gegründet und ist vor allem durch ihren Hit ‚Star Rider‘ aus ihrem ersten Album ‚Excerpts From a Future Past‘ (2017) aufgefallen. Doch in diesem Jahr bringt das Quintet definitiv ihr ambitioniertestes Album heraus.
‚Panorama‘, der Titel des Albums, richtet den Blick auf eine fiktive, vor allem umweltzerstörerische Welt, die der unseren nahezu gleichgestellt ist. Hier fragt man sich, ob der Mensch verstehen kann… ausserhalb seiner eigenen Person. Gesellschaftskritische Themen, perfekt eingebettet in ein episches Album.
Bereits der erste Song ‚Above the Continuum‘ ist eine fast 22-minütige Wucht, die sofort zeigt: Das ist Hällas! Die schwedische Adventure Rock Band präsentiert durch ‚Panorama‘ mit einer Mischung aus progressivem 70s Rock, Heavy Metal und Hard Rock, sowie psychedelischen Elementen ihren ganz persönlichen, gefestigten und wiedererkennbaren Sound.
Fünf Songs umfasst das neue Album mit einer Gesamtspielzeit von knapp 44 Minuten, welches durch Äventyr Records am 30. Januar 2026 veröffentlicht wird.
Der erste Song ‚Above the Continuum’ bildet zwar zeitlich die Hälfte des gesamten Albums, ist dennoch keineswegs zu lang oder gar langweilig! Er lässt einen in die Welt von Hällas eintauchen und durch diese ganz eigene musikalische Mischung auf besondere Art und Weise irgendwie in eine Art ‚Trance‘ verfallen.
‚Face of an Angel‘ und ‚The Emissary’ sind bereits vorab als Singles veröffentlicht worden und bieten einen extrem guten Vorgeschmack auf das neue Album, denn eigentlich beginnt man direkt zu tanzen! Galoppierender Sound, der catcht!
Gefolgt von ‚Bestiaus‘, einer Ballade, eindeutig begleitet durch den zarten, doch imposanten Klang eines Pianos. Dieser Song geht direkt unter die Haut, insbesondere, als sich der Gesang in ein Duett verwandelt und im Anschluss durch düstere, kühle Sounds, Rauschen und Uhrenticken ausklingt.
‚At the Summit‘, das Finale des Albums: episch und ruhig beginnend mit einer eher mittelalterlich klingenden Gitarre und Orgelsound im Hintergrund mit einem eindrucksvollen Break, welcher überschwenkt in einen progressiven Metal-Rock Part, der mitreißt. Steigernd und abflachend, sodass man immer gespannt auf den nächsten Part ist, da dieser bei Hällas nicht wirklich vorhersehbar ist.
Zusammenfassend würde ich das Album guten Gewissens weiterempfehlen, denn es ist definitiv ein Album, auf das man sich freuen kann! Live werden sie ebenfalls im Zuge einer Album Release Tour im Februar in Skandinavien und im März in Deutschland & Österreich zu sehen sein!
Richtig, Finnland. Mal abgesehen vom Bandnamen und den Texten, die komplett in finnisch sind, spielen Ajattara ganz ordentlichen melodiösen Black Metal. Die Texte drehen sich angeblich um alte finnische Mythen. Glauben wir es mal einfach. Mir fehlt irgendwie bei den Mid-Tempo-Nummern das gewisse Etwas und die Idee, aber das kann ja noch werden. Insgesamt mal etwas zum Antesten, meiner Meinung nach aber nichts außergewöhnliches.
Tracklist / Songs: 1. Victim or Enemy 2. Talk to Me 3. Forgive 4. What Your Life Has Become 5. Dethroned 6. Dreaming of Murder 7. My Hate, My Pain 8. Shine 9. I Hate You 10. Broken Back 11. (Fuck You) Nazi Boy 12. Drunk
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: James King Vocals Eric Close Bass Dale Puckett Drums Curran Murphy Guitars Jimme Wagley Guitars (rhythm), Bild:
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Dass aus Seattle mehr kommen kann als Grunge, beweisen Aggression Core, die Zweitband des Nevermore- und Annihilator-Gitarristen Curran Murphy. Wie der Name schon vermuten lässt, spielt auch der Hardcore eine gewisse Rolle in der Musik des US-Quintetts. Darüber hinaus kann man Spuren von Neo-Thrash und Nu-Metal feststellen. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch der gute alte Heavy Metal, der in streckenweise „traditionellem“ Riffing zutage tritt. Dazwischen haben sich unüberhörbare System Of A Down-Gitarrenmelodien geschlichen. Der Gesang schwankt entsprechend zwischen Shouting und aggressiver Melodik à la Devin Townsend. Trotzdem kommt nach spätestens drei Liedern Langeweile auf, da die Songs an Abwechslung vermissen lassen. Schade!
Tracklist / Songs: 01 - Neon Shadows 02 - Not Enough 03 - Liberate My Heart 04 - One Against One 05 - Crash and Burn 06 - In The Still Of You 07 - Veil of Rain 08 - Circles In The Water 09 - Blinds Pulled Down
Ein paar Dinge sind bei diesem Review anders: Irgendjemand wollte, dass das Werk auf alle Fälle besprochen wird, obwohl die VÖ schon ein paar Monde zurückliegt (allerdings kam die Anfrage erst Mitte Januar in die Redaktion). Irgendjemand hat sogar schon die Reviewmaske soweit vorbereitet gehabt, dass fast nur noch die Gedanken in einen Freitext fließen müssen. Da ROIA aus Österreich kommen, spare ich die gefährliche Wer?-Frage, um nicht das Josef Hader'sche Steinscheißer Karl Spiel. Mir ist die Antwort ja bekannt. Wien ist die Landeshauptstadt, ROIA kommen aus Salzburg, Hader ist auf halber Strecke aufgewachsen. Aber um den geht's nicht. Sondern ROIAs siebtes Album namens 'Second Season Skies'.
Der etwas düster klingende Titel der neuen GABRIELLE DE VAL EP „Time To Die“ könnte etwas missverständlich sein. Doch keine Sorge, mit der Veröffentlichung sagt die deutsch-spanische Rockröhre keineswegs ihr Ende voraus, sondern macht Lust auf ihr noch in diesem Jahr erscheinendes Album „Revolution“.
Eines ist klar: Wenn das komplette Album so stark wird wie „Time To Die“, welches von Tommy Denander gemischt und gemastert wurde, dann dürfte „Revolution“ den bereits sehr starken Vorgänger „I Am The Hammer“ noch in den Schatten stellen. Mit „The Jig-Saw-Man“ und dem von Denander geschriebenen AOR-Smasher „Shine“ enthält die EP zwei „Überbleibsel“ aus der „I Am The Hammer“-Session. Und wer dermaßen starke Stücke als „Ausschuss“ zurückstellen kann, der dürfte auch in durchaus turbulenten Zeiten wie heutzutage nachts gut schlafen. Den Abschluss und einen weiteren Höhepunkt unter Höhepunkten bietet die Originalversion von „Hold On“, welche auch vor mehr als einer Dekade bereits mit Mick Devine im Duett dargeboten wurde. Die damalige Version wurde auf dem Album „Kiss In A Dragon Night“ veröffentlicht und unterscheidet sich doch an einigen Stellen deutlich von der nun präsentierten Version. Und im direkten Vergleich geht die 2026er-Version als klarer Sieger aus dem Ring. Viel besser kann man eine Rock-Ballade nicht machen. Mit „Time To Die“ setzt uns GABRIELLE DE VAL einen Appetithappen vor, der einem wahrlich das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Fans von ROBIN BECK & Co. sollten an dieser wunderbaren EP nicht vorbeigehen – zumal die physische Version auf 500 Einheiten limitiert und lediglich in den Shops des Labels sowie der Künstlerin selbst erhältlich ist. Alle anderen müssen mit der digitalen Version Vorlieb nehmen.
Recorded in Kielce, January - June 2025. Mixed and mastered by Impressive Art Studio. Track Światło features a sample from : A Talk On Suic*dal Ideation - Tiffany/Soft White Underbelly. Cover artwork and photographs by Gabriela Zapała. Cover image based on ''Column temple Artemis Ephesos BM Sc1206 n3'' by Marie - Lan Nguyen (Jastrow), used under CC BY 2.5. Image modified for album artwork., Bild:
Ohne über besonders große Expertise zu verfügen, würde ich behaupten, dass Polen neben den skandinavischen Ländern über die fruchtbarste Black Metal Szene verfügt und neben den etablierten Galionsfiguren wie BEHEMOTH auch immer wieder neue Knospen treibt. UDRĘKA sind ein Beispiel dafür.
Das Artwork wirkt mit seiner schlichten Interpretation einer Skulptur des Artemis Tempels eher unaufdringlich, fast unauffällig. Ein szenetypisches Logo fehlt ebenfalls. Die Polen, die sich erst 2022 gegründet und 2023 eine erste EP veröffentlicht haben, wollen also offenbar durch ihre Musik Akzente setzen und punkten. Ob die Truppe, die, mit Ausnahme von Drummer Desolator, musikalisch bislang unbeschriebene Blätter zu sein scheint, in ihren Songs von Luft und Liebe oder doch eher von satanischen Riten singt, lässt sich für den normalen Mitteleuropäer nicht auf Anhieb erkennen, denn UDRĘKA singen auf Polnisch. Sollte nun ausgerechnet das rasende „Zniszczyć Zbudować Powtórzyć” als Lieblingssong auserkoren werden, wünsche ich schon mal viel Spaß beim Fachgespräch mit den Kumpels am Tresen. Musikalisch lassen die Polen verschiedene Einflüsse in ihre Musik einfließen, so dass wir es nicht mit einer typischen Black Metal Produktion zu tun haben. Vielmehr werden die Grundzutaten fröhlich mit Akzenten aus dem Death Metal sowie dem Hardcore oder Crust versehen. Das Ergebnis ist ein meist recht eingängiges, aber doch brutales Gemisch. Songs wie „Do bólu” oder das titelgebende “Nieistnienie” können durchaus überzeugen. Ihre stärksten Momente hat die Band aber dann, wenn sie das Tempo drosselt, wie im gelungenen „Rozkład“, welches im Deutschen sowohl „Fahrplan“ als auch „Zersetzung“ bedeuten kann. Möglicherweise also ein Song über die Zersetzungserscheinungen bei der Deutschen Bahn. Mit ihrem Debüt „Nieistnienie“ liefern die Polen UDRĘKA für ausgewiesene Szenegänger sicherlich keinen Meilenstein ab.
Für Gelegenheits-Black-Metaller wie mich, stach das Album dennoch aus der Masse der täglich in meinem Postfach eintrudelnden Schwarzmetall-Veröffentlichungen heraus. UDRĘKA finden eine gute Balance aus verschiedenen Einflüssen, die sie in aggressive Songs gießen.
Tracklist / Songs: 01 Everblack (feat. David Simonich) 02 BlüdGod (feat. Taylor Barber) 03 Neversleep (feat. Myke Terry) 04 King Down 05 The Undertow (feat. Karl Schubach) 06 The Weight of Sound 07 Crossing Nails 08 Dystopia (feat. Jesse Leach) 09 Sinner 10 Don't Breathe 11 Coma Wave
Bereits seit 2002 machen sich die Jungs von CRYSTAL LAKE daran, ihren vielseitigen Metalcore von Tokio aus in die Welt zu tragen. Mit The Weight of Sound veröffentlichen die Japaner nun bereits ihr sechstes Studioalbum und wollen zeigen, dass sich der Sound von CRYSTAL LAKE trotz diverser personeller Wechsel nicht verwässert hat, sondern vielmehr fokussiert und konsolidiert wirkt.
Tracklist / Songs: 01 - Void 02 - At The Edge Of Winter 03 - Measuring The Heavens 04 - Nautical Dusk 05 - Vanishing Twin 06 - Closer To The Unknown 07 - A Seat For The Like-Minded 08 - Walls Of The Soul
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Daniël De Jongh – Gesang Bart Hennephof – Gitarre Joe Tal – Gitarre Remko Tielemans – Bass Uri Dijk - Keyboard Stef Broks – Schlagzeug
Charlotte Wessel [ex-Delain] - Gastsängerin bei At The Edge Of Winter
Textures sind eine Progressive Metal Band aus dem niederländischen Tilburg, ja, der Stadt, in der Leprous ihr letztes Livealbum aufnahmen. Gegründet wurden sie 2001, 2018 waren sie aufgelöst, 2016 hatten sie noch ihr fünftes Studiowerk Phenotype auf den Markt gebracht. Ende 2023 riefen sie ihre Wiederkehr für das Folgejahr aus, auf den Tag genau fast zwei Jahre später kündigten sie das Album Genotype für Januar 2026. Und da sind wir nun.
Wenn eine Band beschließt, mit einem letzten Album ihre langjährige erfolgreiche Karriere zu beenden, dann muss dieses besagte letzte Album ein absoluter Kracher werden! Ist "Megadeth" ein Kanoneneinschlag, was einen Krater samt bleibenden Eindruck hinterlassen wird oder eher ein Flammenmeer, das vielleicht irgendwann sogar der Regen löscht?
Tracklist / Songs: 1. Severe Atrocity 2. Primitive Medicine 3. Everything Dies 4. Corporation Parasite 5. Empire Of Ignorance 6. Symphony Of Violence 7. Toxic Legacy 8. One Step To The Grave 9. Dead Generation
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Thiago Rocha - Vocals/Guitar Ramon Bedim - Guitar Junior Gaetho - Bass William Fernandes - Drums, Bild:
Die Brasilianer spielen Thrash wie ich ihn mag. Klar drängt sich da dann immer der Vergleich zu SEPULTURA auf und klar ist dieses Album nicht so stark wie ´Beneath The Remains´ (der Skull auf dem Cover weckt leichte Assoziationen) was aber nicht bedeutet, dass es nicht sehr gut sein kann. Und das ist es. Wer KREATOR in der Phase von ´Terrible Certainty´ und ´Extreme Aggression´ mag (und welcher halbwegs normale Mensch tut das nicht?), wird hier Kraftfutter für den Nacken finden. DEATHRAISER spielen riffbetonten Thrash, der in unterschiedlichen Tempi zu gefallen weiß. Klar gibt es auch ein paar Gitarrenleads und Soli, die aber sind nie so von klassischem Metal beeinflusst wie es bei neueren Veröffentlichungen von DESTRUCTION oder eben KREATOR der Fall ist. Diese Platte ist wohl wirklich aus Hass geformt, da hat Dulligkeit keinen Platz. Was würde ich feiern wenn das neue Album von KREATOR wie ´Forged In Hatred´ klänge. Ich will hier gar kein Song herausheben, die bewegen sich alle auf hohem Niveau. Mit dem Instrumental ´Symphony Of Violence´ zeigt die Band, dass sie auch ohne Vocals spannend bleibt. Dann ist da ja beim Thrash immer die Frage der Vocals, auch die überzeugen mich durch die Aggression und erinnern etwas an Mille Ende der 80ger.
Klar gibt es für dieses Album keinen Innovationspreis, aber den gibt’s für ein kühles Flens am Sommerabend ja auch nicht - und es geht trotzdem runter wie Öl.
Finnland ist nicht gerade für Death Metal von der Stange bekannt, und auch Ligation machen da keine Ausnahme.
Das Trio bedient sich landestypischer Trademarks, aber auch eher unüblicher Stilmittel. Bekannt sind ja tiefer gestimmte Gitarren, abgrundtiefe Growls, doomige Passagen und ein gewisser Hang zur Dissonanz. Das erschafft dann die typisch düstere und verstörende Atmosphäre vieler finnischer Death Metal Bands. In Sachen verstörender Sounds gehen LIGATION noch einen Schritt weiter. Die wilde Fahrt startet eher rockig, die Samples und Geschwindigkeitsausbrüche sind noch genretypisch. Zum Ende des Tracks entgleist der Zug und gibt einen ersten noisigen Vorgeschmack. Auch das folgende ´Turmoil in Everest´ ist zu Beginn und im Chorus noch eingängig. Dann aber kommt erstmal das Saxophon ins Spiel. Das klingt aber nicht wie in ´Garden of Cyrus´ auf dem wohl leider letzten AT THE GATES Album (R.I.P. Tompa). Mir kommen eher PAINKILLER mit Mick Harris und deren irrwitziges Jazz-Grind ´Guts of a Virgin´ Album in den Kopf. So weit gehen die Finnen dann aber nicht. Es gibt weiterhin eingängige Parts, die aber immer wieder von chaotisch noisigen Teilen abgelöst werden. Bei manchen Songs wie ´Eruption´ klingt das dann sehr nach Industrial, was ja beileibe nichts Schlechtes ist. Mit ´Reflection´ bildet ein fast zehn minütiger Monolith den Abschluss. Der Track beginnt getragen und steigert sich geschickt. Es geht fett und doomig zur Sache, die Riffs erinnern an WINTER, da ist nichts mit Funeral Doom Versonnenheit. Auch hier geibt es wieder die noisigen Einschübe, insbesondere durch das Saxophon. Ich habe nie den Eindruck, dass LIGATION lediglich der Krassheit wegen so noisig zu klingen. Länge, Art und Platzierung machen innerhalb der Songs Sinn. Als Bonus gibt es dann noch drei Tracks, die die Band bisher auf zwei Splits herausgebracht hat. Die sind stilistisch sehr ähnlich, haben sie doch maximal knapp drei Jahre auf dem Buckel. Das Hauptriff von ´Earthlings´erreicht fast die Heavyness von CROWBAR und ´Seraphic Gluttony´ beweist, dass auch triolische Songs ganz ohne Schunkelfaktor auskommen können. Hoffentlich bringt einer der in der Nachweihnachtszeit unterbeschäftigten Engel, diese sehr frohe Kunde in das AMON AMARTH Bandlager.
Unterm Strich liefert ´After Gods´ verstörenden Death Doom, der mit jedem Durchlauf dazugewinnt. Das ist weit weg von Easy Listening, wenn ihr dem Album ein bisschen Zeit und Mühe gebt, wird es euch dies reichlich zurückzahlen.
Die Neuerscheinungen von kaum eine Band werden so kontrovers diskutiert wie die von OPETH. So veröffentlichten die Schweden in den Neunziger Jahren quasi die Blaupausen des Progressive Death Metal und schlugen nach der Jahrtausendwende die „Doppel“-Alben „Damnation“ und „Deliverance“ ein, wie eine Bombe. Anschließend ging es dann ruhiger und rockiger zu und die Zehner-Jahre waren geprägt von Ausflügen in jazzigere Gefilde mit hohem 70er-Vibe. Umso mehr steht nun das neue Release „The Last Will and Testament” im Zentrum der Aufmerksamkeit. Haben Opeth hier ihr Vermächtnis gemacht? In den ersten sieben Songs ("§1" bis" §7") fällt sofort die musikalische Rückkehr zu alten Tugenden auf: Progressive Gitarrenläufe gibt es en masse, die wilden Hippie-Jahre sind vorbei, Mikael Åkerfeldt darf wieder growlen und Fans der alten Stunde laufen wohlige Schauer den Rücken herunter. Außerdem gibt es viel zu erzählen aus dem Testament, eine ganze Familiengeschichte wird ausgebreitet, sodass die Songs eher wie ein musikalisches Hörspiel mit lauten und leisen Höhen und Tiefen daherkommen und keinen typischen Strophe-Bridge-Refrain-Charakter aufweisen. Aber wer erwartet das bei Opeth schon! Der letzte Song „A Story Never told” versöhnt dann die Herzen und ist als Fazit zu sehen. Sanfte, fast träumerische Melodien runden das Album ab und lassen vor allem Fans, die mit den letzten Alben nicht so viel anfangen konnten, genauso versöhnt zurück.
01. Thank You for the Dance 02. Rat in the Wall 03. Divided 04. Again into the Night 05. Burden 06. Diamonds in the Rough 07. Pity the Living 08. Goodbyes and Good Intentions 09. Tyhjä 10. The Colour of You
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Vocals | Jaakko Mäntymaa Guitar | Nico Mänttäri Guitar | Harri Sunila Bass | Niko Lindman Keyboard | Aapo Koivisto Drums | Nico Heininen
Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen, aber wir Menschen werden von der uns umgebenden Natur mehr geprägt, als wir uns das in unserer Hybris vorstellen können. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Finnland, ein ganz besonderer Flecken Erde, immer wieder herausragende Metal Bands hervorbringt, die gerade in den düsteren, melancholischen und atmosphärischen Spielarten beheimatet sind.
So auch Marianas Rest, eine Gruppe, die aus dem von der Ostsee geprägten Städtchen Kotka stammt und die sich ganz dem melodischen Death Metal verschrieben haben, allerdings in seiner wehmütig-angedoomten Version. Mit „The Bereaved“ legen die Finnen nun ihr fünftes Album vor, das sich ganz der vielbeschworenen finnischen Melancholie hingibt: Düstere, infernale Growls treffen auf ein hohes Maß an sehnsuchtsvoller Wehmütigkeit, wenn da nicht immer auch ein deutlich wahrnehmbarer Hoffnungsschimmer mitschwingen würde.
Für ein abgerundetes, leicht symphonisches Hintergrundrauschen sorgen die treffend genau eingesetzten Keyboards, hinter dem Aapo Koivisto steht, der seines Zeichens auch bei Omnium Gatherum die Tasten anschlägt. Nahezu hymnisch, mitreißend wird es dann in dem Track 'Diamonds In The Rough', der nicht nur wegen seiner gefühlvollen Klargesänge mit einer herrlichen Evergrey-Attitüde aufwarten kann. Verantwortlich dafür ist Okko Solanterä von Horizon Ignated. Ein wahres Juwel ist der zunächst unscheinbar schwermütig intensiv beginnende Track 'Pity The Living', der dann aber eine ungeheure Spannung aufzubaut, um sich schließlich furios zu entladen. Ein Song, der mit jedem Hören mehr von seinen Facetten freigibt.
Zum gar noch nicht so lange hinter uns liegenden Jahreswechsel passt 'Goodbyes And Good Intentions', ein Lied, das durch seine melodische Martialität zu überzeugen vermag, der man sich kaum entziehen kann. Weltklasse! Ein kraftvoll-straighter Melo-Death-Schmachtfetzen ist darüber hinaus 'Rat In The Wall', wohingegen 'Again Into The Night' durch seine tiefgründige und bisweilen hypnotische Atmosphäre punktet.
Kurz: Marianas Rest haben für einen ersten Höhepunkt des noch jungen Jahres gesorgt, gelingt es ihnen doch mit „The Bereaved“, dem melodischen Deathmetal durch ein Mehr an Wehmut, Tiefgründigkeit, Intensität und Atmosphäre ihren genuin eigenen Stempel aufzudrücken. Ein Longplayer, den wir am Ende des Jahres mit Sicherheit auf den Bestenlisten finden werden.
“Eat Diss” prescht frisch und unverbraucht nach vorne und es wird spannend, ob und wie man diese Leistung und das Feeling dieser bockstarken EP auf die Länge eines Albums überträgt.” Das war mein Resümee im Review zur Debut-EP von Disstorture im Jahr 2023.
Ende Oktober 2025 haben Alex Thunder (Drums) und Chris Torture (Vocals, Guitars), die sich zwischenzeitlich die Dienste von The Dave (Ex-Verdict, ex-Defactive Reality) am Bass gesichert haben, und nun als Trio agieren, mit “Sex, Murder, Fart” nachgelegt. Und was soll ich sagen, Disstorture machen genau dort weiter, wo sie mit “Eat Diss” aufgehört haben und überzeugen auch auf ihrem Debut-Album in jeder Hinsicht. Mir ist aktuell keine Band bekannt, die sich in dieser Art und Weise stilistisch souverän zwischen Slayer, Motörhead und Straßenköter-/Assel-Hardcore-Punk (kennt noch jemand die Spudmonsters? – Anm. d. Verfassers) bewegt und dabei derart auf Angriff gepolt ist. Egal ob Mid- oder Uptempo, ob durchgetretenes Gaspedal oder bedrohlich schwingende, getragene Passagen: Diese Band weiß in Sachen Songwriting, welche Knöpfe sie drücken muss und die Musiker haben die handwerklichen wie die technischen Fähigkeiten, all jene Register auch zu bedienen. Das Trio weiß ganz genau um die Wirkung von fetten Gitarrenriffs, pumpenden Bässen und treibenden Drums. “Sex, Murder, Fart” klingt einmal mehr frisch und strotzt vor Leichtigkeit, als hätte man sich das Album bei ein paar Kisten Bier und Schluck mal eben über´s Wochenende aus dem Ärmel geschüttelt. Aller Ironie, die in den Texten oft mitschwingt, zum Trotze klingen Disstorture mitunter nicht nur herrlich, fies und bedrohlich-bösartig. Man mag sich am schrillen Gesang von Alex stören oder stoßen, er passt allerdings genau so herrlich angepisst und abgefuckt wie Arsch auf Eimer zur Mucke von Disstorture.
“Sex, Murder, Fart” enthält acht Songs plus “Intrö”, die innerhalb einer guten halben Stunde runtergebrettert werden. “Disstorture”, “Poltergeist Experience”, “Light It Up”, “Rimjob 69”, “Toyboy”, “Civil War”, “Jizz Of Existance” und “Legacy” lassen keine Frage unbeantwortet. Musik und ein fettes Album ohne Hänger, das dafür gemacht ist, die Clubs live in Schutt und Asche zu legen.
Tracklist / Songs: 1. The Idiot 2. Same Drug New High 3. Armadas 4. I´m Ready 5. The Score 6. Pharmacity 7. 1996 8. Made in the Morning 9. Mind Control 10. Another Night, Another City 11. On the Wire
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Biff Malibu - Vocals Captain Poon - Guitar Raldo Useless - Guitar Danny Young - Drums Peter Larsson - Bass, Bild:
Gut 20 Jahre nach der Auflösung, bewegen GLUECIFER ihren Allerwertesten wieder Richtung Rockthron.
Der Titel lässt vermuten, dass die Norweger (ja, sie sind keine Schweden) ihrem Sound treu geblieben sind. Es ist ja so, dass eine Droge nach einer längeren Zeit der Abstinenz wieder intensiver wirkt. Mal sehen, wie stark das Album knallt. Live sind die Jungs ja schon seit 2018 wieder unterwegs und konnten mich überzeugen. Wie bei den Buddys von den HELLACOPTERS kommt nach den Reunion-Touren und Festivals nun also ein neues Album. Das ist nicht ganz ohne Risiko, kann aber absolut gelingen, wie THE HELLACOPTERS mit ´Eyes Of Oblivion´ eindrucksvoll bewiesen haben. Vorweg muss ich sagen, dass die Latte bei einem GLUECIFER Release bei mir sehr hoch hängt. Gleich zu Beginn drücken GLUECIFER aufs Tempo und starten vielversprechend in die Scheibe. Nicht ist mit Ponyhof, hier wird weiterhin der Tiger geritten. Leider steigt die Band beim Titeltrack von der Raubkatze ab. Ich mag die überverzerrten Gitarren nicht und auch die Effekte auf den Drums in der Mitte des Songs bringen ihn nicht voran. Vom Songwritierschen her geht der Track OK, was Groove oder Hooklines angeht hat das Album aber Besseres zu bieten. Das zeigt sich gleich bei dem wieder flotteren ´Armadas´, ein sehr guter Track, der wie auch ´1996´ zeigt, dass GLUECIFER nicht hüftsteif geworden sind. Das Besondere an den Norwegern war immer, dass sie unabhängig vom Tempo immer unglaublich cool klangen. Deshalb war es auch immer völlig OK, dass sie sich großmäulig selbst als „Kings Of Rock“ bezeichnet haben. Diesen Coolness-Faktor erreichen sie auf ´Same Drug New High´ nicht ganz, aber Tracks wie ´Mind Control´ kratzen mächtig dran. So plätschert ´Pharmacity´ an mir vorbei und die etwas höhere Stimmlage von Biff ist nicht so überzeugend wie seine sonstige Leistung. Insbesondere auf den letzten Alben hatten GLUECIFER auch immer wieder düstere Elemente in ihrem Sound. Die haben sie sich erfreulicherweise bewahrt. Das ist auch der Moment, um Bassist Peter zu würdigen, der den ihm gelassenen Platz im Sound hervorragend nutzt und maßgeblich zur stellenweisen dunklen Atmosphäre beiträgt. Der Anfang von ´Made In The Morning´ ist so simpel wie gelungen. Das gilt auch für den Beginn des Rausschmeißers, leider baut der zum Ende ziemlich ab. Da hätten sich die Jungs die Keyboards und die nervigen, an das totgedudelte ´Sympathy For The Devil´ erinnernden, „Huu Huu“s schenken sollen.
Der Rockthron ist nicht mehr ganz so straff bezogen, sondern hat die eine oder andere Sitzkuhle bekommen. Unterm Strich bleibt ein gelungenes Comeback Album, das sich seine Auszeiten nimmt, aber auch Songs bietet, die so wohl nur GLUECIFER schreiben und performen können.
1. Arcades of Time (Intro) 2. Under a Twilight Star 3. Goddess of Fire 4. Lifeblood 5. Dem Sturme voraus 6. Witchfinder 7. Wild Hunt 8. Shadows of Doom 9. Echoes from the past
Der Albumtitel klingt vielversprechend, scheint er doch eine Rückbesinnung auf die Anfangstage der vielleicht dienstältesten deutschen Pagan Metal Band anzudeuten. Und bei genauerem Hinhören stellt man fest, dass sich in den letzten 10 Jahren musikalisch so viel eigentlich gar nicht verändert hat, wie ich dachte…
Meinen Weg kreuzten WOLFCHANT 2009, als sie mit „Determined Damnation“ ein recht amtliches Album abgeliefert hatten. Danach habe ich die Jungs allerdings wieder aus den Augen verloren, obwohl ich mir „Never Too Drunk“ immer mal wieder gerne angehört habe. Der größte Unterschied zwischen „Determined Damnation“ und „Echoes Of A Time Once Past“ ist sicherlich, dass mit Nortwin 2010 ein zweiter Sänger in die Band kam und fortan mit seinen cleanen Vocals für eine weitere Farbe in der Palette der Bayern sorgt. Ansonsten findet der Fan auch anno 2026 die bekannte Mischung aus Pagan Metal Songs mit keifendem Gesang, episch-symphonischen Passagen mit meist gelungen eingesetzten Keyboards sowie einer Portion Power Metal, die wohl beim 2013er Album „Embraced By Fire“ ihren sichtbarsten Ausdruck im Drachen-Artwork fand (BLOODBOUND lassen grüßen). Bekanntlich bin ich kein großer Fan von deutschen Lyrics, doch bei WOLFCHANT passen sie auch auf dem neunten Studioalbum gut ins Konzept und „Dem Sturm voraus“ vereint alle Trademarks, die die Band mittlerweile ausmachen (allerdings sind hier die Vocals stellenweise etwas gewöhnungsbedürftig). „Witchfinder“ hingegen ist da deutlich straighter ausgefallen und wird getragen von einem guten Gitarrenriff, welches seine Wurzeln irgendwo zwischen JAG PANZER und CHILDREN OF BODOM hat. Letztere standen vielleicht auch Pate beim rasenden Opener „Under a Twilight Star“, dessen Einstiegsriff gleichzeitig aber auch an RUNNING WILD erinnert. Mit „Goddess of Fire“ haben WOLFCHANT einen sehr starken Song als Single ausgewählt, der auf dem Album von den nicht weniger starken „Under a Twilight Star“ und „Lifeblood“ flankiert wird. Das Album erscheint (in Kooperation mit Hamburg Records und Edel) nicht nur über das eigene Label, sondern Skaal und Seehb haben „Echoes Of A Time Once Past“ auch selbst produziert. Sie haben der Band einen gelungenen Sound geschneidert, der deutlich weniger übergriffig ausgefallen ist als auf „Embraced By Fire“ und noch ein Stück organischer klingt als auf dem Vorgänger „Omega:Bestia“, welcher mit „Im Zeichen des Tiers“ übrigens auch einen gelungenen deutschsprachigen Song vorweisen konnte. „Echoes Of A Time Once Past” ist zwar kein „Best of”-Album, dessen Songs alle gleichermaßen zünden, aber doch ein rundum stimmiges Pagan Metal Album, bei dem die Betonung gleichermaßen auf Pagan als auch auf Metal liegt. Die Band hat ihren Stil in den letzten 23 Jahren kontinuierlich verfeinert und um Elemente ergänzt, ohne sich untreu zu werden. Insofern dürften WOLFCHANT-Fans auch mit dem neunten Werk der Bayern vollauf zufrieden sein.
Wer die Band live erleben will, der bekommt beim diesjährigen HELMFEST die Möglichkeit. Nicht verpassen.
Tracklist / Songs: Intro: Is Everybody High? Fireball (Featuring Oz Fox) Back The Fuck Off (Featuring John Zito) 21 Gun Salute (Featuring Keith Robert) Never Let Me Go (Featuring Jeff Duncan) Sweet Little Trash (Featuring John Zito) Slip N Slide (Featuring Keith Robert) Get Up And Dance (Featuring Keith Robert) We Want You Rock And Roll Army (Featuring Jeff Duncan (ex-Armored Saint)) As The World Burns (Featuring Jeremy Varao) Social Media Disease (Featuring Oz Fox) Take What You Want (Featuring Jeremy Varao) I Love You
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Aktuelles Line Up: Rob Hussey - Vocals LaHi Cassiano - Guitar Greg Percuoco - Guitar Greg Montoya - Bass Ryan Gillan - Drums
Eine vollbusige Tante Sam die mit dem Feuer spielt und eine rauchende, nach Westen gerichtete Kanone. Vor dem Hintergrund der derzeitigen US-amerikanischen Außenpolitik ist dies vielleicht kein so gelungenes Artwork, doch zum Glück geht es bei Cÿanide nicht um Politik, sondern um guten, alten 80er-Jahre Rock ‘N‘ Roll.
Ein atmosphärisches Progressive-Metal-Album zwischen vertrauten Klängen, emotionaler Tiefe und intensiver Stimmung.
Mit Reliance schlagen SOEN keinen radikal neuen Weg ein – und genau das ist ihre Stärke. Die Band bewegt sich bewusst auf vertrautem Terrain und verfeinert ihren Stil weiter, statt ihn neu zu erfinden. Wer die letzten Alben kennt, wird sich schnell zuhause fühlen.
Die Songs sind geprägt von schweren, aber kontrollierten Riffs, klaren Strukturen und einer dichten, emotionalen Atmosphäre. Vieles wirkt vertraut, manches sogar sehr vertraut: Einige Passagen und Melodieführungen erinnern deutlich an frühere SOEN-Songs und lassen Assoziationen zu älteren Alben aufkommen. Das kann man kritisch sehen – hier fühlt es sich jedoch eher wie eine bewusste Rückbesinnung an als wie Ideenmangel.
Joel Ekelöfs Gesang steht erneut im Mittelpunkt. Seine Stimme transportiert Melancholie, Zweifel und innere Stärke zugleich, ohne sich in Pathos zu verlieren. Die Texte bleiben offen genug, um Raum für eigene Gedanken zu lassen, was dem Album zusätzliche Tiefe verleiht.
Produktion und Sound sind klar und druckvoll, ohne steril zu wirken. Reliance lebt nicht von technischen Spielereien, sondern von Stimmung, Dynamik und Gefühl. Die Band weiß genau, wann Zurückhaltung mehr sagt als Komplexität.
Reliance steht für innere Stärke, Verletzlichkeit und Vertrauen – ein atmosphärisch dichtes Progressive-Metal-Album, das emotionale Tiefe mit kraftvoller Zurückhaltung verbindet und SOENs unverkennbaren Sound konsequent weiterführt.
Am Ende ist Reliance ein Album für Hörer, die genau das von SOEN erwarten: emotionale Schwere, starke Melodien und eine dunkle, aber nicht hoffnungslose Grundstimmung. Kein großer Umbruch, sondern ein solides, ehrliches und sehr stimmiges Kapitel in der Diskografie der Band.
Tracklist / Songs: 01. Seven Serpents 02. Satanic Anarchy 03. Krushers Of The World 04. Tränenpalast feat. Britta Görtz 05. Barbarian 06. Blood Of Our Blood 07. Combatants 08. Psychotic Imperator 09. Death Scream 10. Loyal To The Grave
Das ist es also. Das lange und mit Spannung erwartete 16. Studioalbum der Thrash-Metal-Götter von "Kreator". Auch nach fast 40. Jahren in Amt und Würden, sind die Essener Metal-Veteranen um Mille Petrozza kein bisschen leiser.
Ich nähere mich dem Album voller Respekt und Ehrfurcht, wie bei der Verkostung eines 10-Gänge-Gustation Menüs. Seit meiner Jugend sind "Coma Of Souls" und "Pleasure To Kill" zwei meiner absoluten Lieblingsscheiben. Werden mich die Thrash-Kapelle aus dem Ruhrpott nach "Hate Über Alles" erneut überraschen können? Generell finde ich es grundsätzlich ja schwierig, einen Vergleich zu anderen Veröffentlichungen zu ziehen, so ergeht es mir auch bei "Krusher Of The World", denn bisher hatte jedes Metal-Menü von Kreator Songs, die mir gut und weniger gut geschmeckt haben.
Was mir gleich beim ersten Durchhören auffällt, ist dass wieder ein wenig mehr Old-School Trashmetal-Passagen vorkommen. Zeitgleich ist die außerordentlich präzise und saubere Produktionsarbeit von Jens Borgren ( u.a.Amon Amarth - Twillight Of The Thundergod /Dimmu Borgir - In Sorte Diaboli / Paradise Lost - The Plague Within) wahrzunehmen. Jeder Track ist eine eigene kleine Stadion-Hymne für sich. Satte Gitarren, voluminöse Soundteppiche, wuchtige und treibende Rhythmen sowie klangvolle Melodien, die zum Headbangen und Mitsingen einladen. In vielen Bereichen erinnert mich die Scheibe aber eben nicht an Thrashmetal, sondern eher an Melodic-Powermetal à la Hammerfall oder den alten Helloween. Gerade wenn ich mir die vielen, pfeilschnellen und harmonischen Gitarrensoli von Sami genauer anhöre, bekomme ich das Gefühl, "Stratovarius zu lauschen.
Mit "Seven Serpents" gelingt ein fantastischer Opener mit einem gelungenen, wunderbaren Halftime-Break, um direkt im Anschluss die Nackenmuskeln wieder auf die Probe zu stellen; zum Ende des Songs wird aber genau die von mir angesprochene Powermetal-Facette hörbar. Weiter geht es mit dem durchaus trashigeren und galoppierenden Titel "Satanic Anarchy", bei dem sich der Refrain großartig mitgröhlen lässt. Der Titelsong "Krushers Of The World" ist dumpf, stapfend, dynamisch und treibend. Auch hier lässt sich der Refrain wieder mitsingen und erhebt sich zur wahren Hymne, bei der die Pommesgabel gen Himmel gereckt werden darf. "Tränenpalast" ist dann tatsächlich eine Überraschung für mich, weil die großartige Britta Görtz (Frontfrau Hiraes) so bombastisch im Duett abliefert, dass mir ein wohliger Kälteschauer über den Rücken läuft und mich an den gluttoralen Gesang von Angela Gossow (ehemals Arch Enemy) erinnert. Der Track ist eine sehr professionelle Mischung aus Trash und Speedmetal, den ich immer wieder gut hören kann. Darauf folgen "Barbarian", "Blood Of Our Blood" und "Combatants". Allesamt trashlastiger, aber der Sound wirkt gelegentlich künstlich ins Extremere überzüchtet und mir für echten Trash zu clean. Mich persönlich langweilt die Scheibe an diesem Punkt ein wenig und sie wird auch bei mehrmaligem Hören nicht spannender. Mit "Psychotic Imperator" und "Deathscream" folgen dann wieder zwei Songs, die mich ein wenig aus dem zuvor eingesetzten Winterschlaf reißen und ähnlich wie Machine Head in den 90ern Ärsche treten. Wie so oft kommt das Beste zum Schluss, denn mit "Loyal To The Grave" gelingt Kreator eine wirklich meisterhaft komponierte Thrash-Metal-Oper und ein großartiges Finishing.
Abschließend lässt sich für mich sagen, dass das Album alles hat, was ein solides Hörwerk benötigt. Eine umfangreiche Klangdynamik, atemberaubende Temposoli, eine durchweg sehr gute Produktion, gespickt mit einigen Nackenbrechern und pathetisch klingenden Hymnen. Trotz einiger kleiner Schwächen möchte ich jedem Fan von Kreator und Metal-Liebhabern das Album ans Herz legen.
Tracklist / Songs: CD / Vinyl 01. Welcome To The Party 02. Higher Ground 03. Don’t Wait Up 04. Low Life In Hight Places 05. Gimme Some Lovin’ 06. Empty City 07. Until My Dying Day 08. A Better Man 09. Does It Feel Like Love? 10. Dance To The Music 11. She’s So Fine 12. Backstreet Symphony 13. An Englishman On Holdiday 14. I’ll Be Waiting 15. Laughing On Judgement Day 16. Like A Satellite 17. Moth To The Flame 18. Living For Today 19. The Only One 20. Love Walked In 21. River Of Pain 22. Dirty Love Bonus 23. New York, New York 24. Pilot Of My Dreams 25. Everybody Wants Her 26. Lazy Sunday Afternoon 27. Stand Up 28. The Only One (Studio Version) 29. Too Bad (Studio Version) 30. Something About You (The Nomis Session) 31. This Forgotten Town (Acoustic) Erhältlich als:
Video URL: https://www.youtube.com/watch?v=q-VjTc-Ndrg, Video - Titel: THUNDER - RIVER OF PAIN (Official Live Video) | 'LIVE' (Out 16th January 2026) , Objekt - Position: Links
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Wenn es eine Band gibt, die nie zu vollen Ehren gekommen ist, dann die Londoner von THUNDER. 1998 haben Herren die schlicht „Live“ betitelte Werkschau erstmals vorgelegt. Nun erscheint die Scheibe in verschiedenen Versionen und ggf. mit neun Bonustracks versehen wieder.
Tracklist / Songs: 01. Bulletproof 02. Chewing Through The Lash feat. Kublai Khan TX 03. Ice Cold 04. Valley Of Death II 05. No Peace 06. Roll Call 07. Salt The Earth 08. Release The Dogs 09. In Love With The Pain 10. Death Grip feat. A Day To Remember
Eines ist vom ersten Riff an klar: Lionheart machen mit ihrer neuen Langrille keine Gefangenen.Mit ihrem neunten Studioalbum "Valley Of Death II" beweisen die Californier einmal mehr mit zur Speerspitze des Metalcore / Hardcore zu gehören.
Daher ist es auch nicht verwunderlich das LH ihren Vertrag bei Arising Empires verlängert haben und ein neues Kapitel in ihrer eh schon beeindruckenden Karriere aufschlagen.
Brachial, extrem heavy und düsterer als bisher gewohnt, dübeln die zehn Tracks einen ohne Vorbohren direkt an die Wand. Fette Gitarrenwände lassen gleich beim Opener "Bulletproof" keine Zweifel aufkommen - hier sollen die Spähne beim Hobeln auch fallen.
Was mir von Beginn an gefällt, ist die sehr viel kompromisslosere und härtere Gangart als noch beim Vorgänger "Welcome To The West Coast III". LH haben die Messlatte in punkto Aggressivität noch einmal höher gelegt. Schwere Kaliber werden auch bei den Gastauftritten von Kublai Khan TX auf "Chewing Through The Lash" und von A Day To Remember bei "Death Grip" aufgefahren. Auch Rob Watsons Gesang ist wieder eine Naturgewalt; sowohl das brutale Shouting, als auch die extremen Arrangements beim gleichnamigen Titel "Valley Of Death" & "Salt The Earth" haben das Potential für echte Neckbreaker im Moshpit. Daß man sich allerdings auch schon bei kurzen Tracks blutige Nasen holen kann, zeigen "Roll Call" (1:28 min) und "Release The Dogs" (1:20 min).
Mir gefällt der neue, eingängige Groove der Scheibe und die metallastige Handschrift die das gesamte Album trägt. Für mich ist "Valley Of Death II" einer der Must-Have Silberling zu Beginn des Jahres.
Wem das Schädelhirntrauma vom Bangen vor den heimischen Boxen noch nicht genug ist, kann sich live noch ein paar echte Prellungen im Circle Pit und in der Wall Of Death abholen, denn Lionheart sind derzeit unter anderem mit Madball zusammen auf Europatour.
Tracklist / Songs: 01 - Silent Divide 02 - Rue The Day 03 - Power Down 04 - Trust In Me 05 - Disregarded 06 - Tested And Able 07 - What Lies Within 08 - Hang By A Thread 09 - Scales Are Falling 10 - Playing Aces 11 - What Are You Waiting For 12 - Slave To Master
So, da ist es nun Alter Bridges achtes Studioalbum. Im Twilight Magazin Review Archiv stöbernd war es 2016 Kollege Lison, der Album #5 The Last Hero bewertet. Zwischen The Last Hero und dem gegenwärtigen AB liegen Walk The Sky und Pawns And Kings sowie insbesondere die Soloprojekte Myles Kennedys (alleine und mit Slash & The Conspirators) und Mark Tremontis (seine Band Tremonti, dazu noch sein Frank Sinatra sound-a-like zu Gunsten einer Trisomie-23 Stiftung) und nicht zu vergessen ist da noch Creed gewesen und damit das Zusammenfinden Tremontis, Marshalls, Phillips mit einem Mr. Scott Trapp. Ja, ein Tag hat 24 Stunden UND die Nacht. Taugt Alter Bridge?
In Zeiten der Globalisierung tue ich mich mit einem Exotenbonus schwer. Aber eine Grindcoreband aus Nepal? Da bin ich dann doch neugierig. Das Trio erfindet den Sound sicher nicht neu, ist aber auch weit von schlecht produzierten Gerumpel entfernt. Insbesondere bei den Vocals zeigen die Nepalesen sich erfreulich variabel und haben eine hohen Wiedererkennungswert. Für eine erstlingswerk klingen die Songs gut strukturiert und verlieren sich nie im Chaos. Nicht nur im mit 2:13 schon epischen ´Sa re Ga´ zeigen GAMO GRIND, dass sie auch langsamere Riffs können. Der sogar noch 20 Sekunden längere Rausschmeißer kommt sogar ganz ohne Blastbeat aus.
Dieser Grind-Quickie macht Spaß und Lust auf mehr. Mission erfüllt. Wer etwas haben will, dass keiner seiner Kumpels besitzt, kann eins der 100 Tapes ordern, alle anderen sollten mal bei Bandcamp vorbeischauen.
Tracklist / Songs: 1. The Haunting 07:10 2. Souviens Toi 05:50 3. Rise of the Hunter 05:21 4. Into the Night 05:15 5. Shadows of the Sun 04:49 6. The Heart of the Warrior 04:36 7. Sands in the Hourglass 05:41 8. Bellum Sacrum 05:49
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Joe Liszt: Guitars, Bass, Keys, and Vocals Gary Neff: Drums
All music and lyrics written by Liszt Recorded, mixed, and mastered 2020-2025 somewhere in Northern California
Nur einer schießt schneller als sein Schatten: Lucky Luke. Und tatsächlich kann man beim fünften Longplayer von SHADOW KILLER nicht gerade von einem Schnellschuss sprechen.
Kaum hat man sich glücksselig und mit Guten Vorsätzen behaftet gefreut, dass das Jahr 2025 endlich vorbei ist, da wird man von FUATH ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Nicht umsonst ist der Bandname das gälische Wort für Hass. „III“ ist - wenig überraschend - das dritte Album des Soloprojekts von SAORs Frontmann Andy Marshall, der hier schon seit 2015 seine düstere schwarzmetallische Seite auslebt und alles selbst zusammenbastelt.
In den nur vier überlangen Songs legt er einen starken Fokus auf atmosphärischen old-school Black Metal wie er in Norwegen in den Neunzigern zelebriert wurde. Während „The Cailleach“ noch entspannt und melancholisch in das Album einführt, lassen die Blastbeats nicht lange auf sich warten und die Aggressivitätsschraube wird schnell angezogen, der Gesang ist roh und verschwindet fast hinter der Soundwand. „Embers oft he Fading Age“ ist mit knapp acht Minuten der kürzeste Song des Albums und blastet quasi durch. Trotz der Monotonie lassen sich getragene Harmonie erkennen, die durch ihre stetige Wiederholung hypnotisch wirken.
Am abwechslungsreichsten ist „Possessed by Starlight“. MAYHEM-artiges Gekreische trifft auf knackige Produktion und die Double-Bass-Gewitter lassen auch mal Pause für eingängige Melodieführungen, bevor es wieder voll auf die Zwölf geht.
Den Abschluss bildet „The Sluagh“ ein 13-minütiges Monster. Das Drumkit macht Überstunden und knüppelt alles in Grund und Boden. Kalte Gitarrenriffs, die sich ins Hirn fräsen, machen nach einiger Zeit Platz für Gitarrenwände und kurze Akustik-Passagen, die auch PRIMORDIAL gut zu Gesicht stünden.
Insgesamt ist „III“ deutlich härter und roher ausgefallen als sein Vorgänger „II“. Man merkt, dass Andy Marshall sich hier nicht zurück halten muss und alle rausballern kann, was in seiner dunklen Seele schlummert.
Das erste Mal mit dem Bandnamen ROTTING CORPSE (Texas) in Verbindung kam ich beim Lesen eines Tourtagebuchs im Rock Hard zur Kreator/Death Tour 1990. Da Chuck Schuldiner auf dieser Tour bekanntermaßen nicht dabei war, wurde die Gitarre vom eigentlich als Roadie eingeplanten Walter Trachsler übernommen, seinerseits Gitarrist und zeitweise auch Sänger von ROTTING CORPSE. Das zweite Mal poppte der Name ROTTING CORPSE dann 1991 im Rahmen des Releases des ersten Solitude Aeturnus Albums auf. Diese Band war nämlich vom anderen Rotting Corspe Gitarristen John Perez ins Leben gerufen worden. Leider hat es für ROTTING CORPSE selber nie für ein Album gereicht. Hier liegen uns nun die von VIC Records wiederveröffentlichen Demos vor. Es fehlen vom 88er und dem letzten Demo „Neck Breaking Fury“ einige Songs. Keine Ahnung warum, aber egal. Geboten bekommt man rauen und eher schnelleren Thrash, der mit alten Devastation oder auch Bands wie Morbid Saint vergleichbar ist. Produktionsmäßig geht das Ganze in Ordnung. Beim Sound kommt die texanische Herkunft noch einmal ins Spiel, denn sowohl Vinnie Paul als auch Jerry Abbott hatten bei der Produktion der Demos ihre Hände im Spiel. Wer auf die genannten Bands steht und/oder ein historisches Interesse an der Band hat, sollte durchaus mal ein Ohr riskieren. Macht Spaß!
1. the bottle rages on 2. deborah 3. baptized in beer 4, the bitter truth 5. wrong hood 6. please die! 7. what the hell is wrong with you? 8. everybody knows (leonard cohen cover) 9. the last words of… 10. mein erster tag in der fleischfabrik 11. rock hard (fallout cover) 12. pilgrim 13. bottled march / 85c* 14. bottle hymns* 15. icecream* 16. beer!* 17. mexican radio (wall of voodoo cover)* 18. god save the queen (sex pistols cover)* 19. nuclear warfare* 20. the wonderful might ff love* 21. bottled blues* 22. wenn ich ein junge wär (nina hagen cover)* 23. s.u.b. (sumpf und bier)* 24. menuett in g-dur (christian petzold/bach cover)* * “Don´t Sleep Till Tunnelstreet” – Demo 1989
Bottled aus Frankfurt Oder gehören zu den letzten Metal-/Rock-Bands der ehemaligen DDR-Szene, die 1989 staatlich eingestuft wurde, Konzerte spielte, bevor der Staat selbst und mit diesem die ganze Szene vorrübergehend implodierte. 1987 von Thomas Romberg, Kay Gesche und Christoph Dobberstein (ja genau – Ars Metalli & Under Black Clouds – Anm. d. Verf.), eiferte man westlichen Vorbildern aus dem Rock ´N´ Roll, Punk und Thrash Metal nach, was im ´89er-Demo “Don´t Sleep Till Tunnelstreet” mündete…
2024 wurde die Band von Bassistin Dobbi und Gitarrist Thomas, erweitert um den neuen Drummer Torsten reaktiviert, und man begann, neue Songs zu schreiben, die musikalisch nahtlos an die “Don´t Sleep...”-Veröffentlichung anknüpft.
Auf “Frankfurt” findet sich nun eine ziemlich kauzige, “Proto”-Mucke, die zwischen klassischen Rock, Rock ´N´ Roll, Punk, Heavy und Thrash Metal pendelt, mit nicht immer ganz ernstzunehmenden deutschen wie englischen Lyrics und viel Augenzwinkern. Davon zeugen Titel wie “The Bottle Rages On”, “Baptized In Beer” oder “Mein erster Tag in der Fleischfrabrik”. Neben den zwölf Songs von Frankfurt enthält das Debut noch die von Patrick W. Engel rekonstruierten 11 Songs des “Don´t Sleep Till Tunnelstreet”-Demos von 1989, die sich ohne große Brüche an das aktuelle Material reihen, wobei mir eben genau dieses alte Zeug wesentlich besser gefällt. Mit “Nuclear Warfare” ist hier ein echter Thrash-Kracher exhumiert worden, der Carnivore alle Ehre macht. “Ice Cream” und “Beer!” sind wiederum Programm, während man bei “S.U.B. (Sumpf und Bier)” wahnwitzigerweise dem “Rime Of The Ancient Mariner” huldigt. Und während man 1989 Wall Of Voodoo (“Mexican Radio”), die Sex Pistols (“God Save The Queen”) oder Nina Hagen (“Wenn ich ein Junge wär”) coverte, sind bei “Frankfurt” Leonard Cohen (“Everybody Knows”) und Fallout (“Rock Hard”) an der Reihe.
Der musikalische Wert von “Frankfurt” und “Dont´t Sleep Till Tunnelstreet” erschließt sich zugegebenermaßen vor allem im Kontext der ehemaligen DDR-Rock- und Metal-Szene der (Vor-)Wendezeit (In diesem Zusammenhang sei auf die zwei Staffeln des “Iron East”-Podcast zum Thema Heavy Metal in der DDR in der ARD-Audiothek hingewiesen – Anm. d. Verfassers), in der man musikalisch alles inspiratorisch aufgesogen hat, an das man nur herankommen konnte. All diese wilden Einflüsse wurden ohne Schranken und Dogmen verarbeitet und mit musikalischem Geschick umgesetzt. Die oft begrenzten technischen Möglichkeiten wurden mit jeder Menge Enthusiasmus kompensiert. Diesen Enthusiasmus, vor allem aber diese gewisse Naivität hört man sowohl “Don´t Sleep…”, welches als Zeitzeugnis gilt, als auch “Frankfurt”, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint, an.
Somit sind Bottled und “Frankfurt” vor allem für Liebhaber, Puristen, Nerds, Nostalgiker sowie Komplettisten interessant, denn alle Vergleiche nach heutigen Szene-Maßstäben, hinken hier fast zwangsläufig.
Tracklist / Songs: 1. Cowered Under Darken Skies 2. Day After Day 3. Dismal Fate 4. Injected Minds 5. Trapped in a Mirror 6. Effigy of the Unknown 7. Ambivalent Feelings 8. Bodycell 9. Emptiness of Life 10. For All Whom Suffered 11. Mindless Human Form 12. This World We Live In...
„Acht Old School Death Metal Songs, bei denen die Musik zum Skalpell und jedes Riff zum Schnitt wird.“ In diesem Fall hat der Franzose Eron die Messer gewetzt, um nach 25 Jahren (inklusive 13-jähriger Pause) endlich ein komplettes Album zu veröffentlichen. Das Ergebnis kann sich wahrlich hören lassen. Hinsichtlich der Einflüsse muss man hier nicht lange rätseln: DEATH, SADUS, DEATH, CYNIC, DEATH und vielleicht ein wenig der späten PESTILENCE. Death Metal auf hohem technischem Niveau also, der Fans von Alben wie „Symbolic“, „Individual Thought Pattern“ oder „Spiritual Healing“ neues Futter liefert. Vor allem stimmlich lässt Eron keinen Zweifel daran, dass Chuck Schuldiner zu seinen musikalischen Idolen gehört. Aufgelockert werden die technischen Nackenbrecher durch akustische Zwischenspiele („For All Whom Suffered“ oder das titelgebende Outro „This World We Live In…“). Alle Songs zeigen, dass die Mitglieder des Projekts über überdurchschnittliche Fingerfertigkeiten verfügen müssen, um die Ideen des Bandleaders Eron entsprechend umsetzen zu können. Mir gefällt natürlich, dass sich die Band nicht in hirnloser Raserei verliert, sondern ihren technischen Death Metal im meist gemäßigten Tempo und mit gutem Gespür für Melodien umsetzt (z. B. „Trapped in a Mirror“). Während sich GRUESOME offen als Hommage an DEATH verstehen und LEFT TO DIE als Tribut-Band das Erbe des verstorbenen Schuldiner verwaltet, darf man CRYOXYD wohl eher als Band verstehen, die die DNA von DEATH & Co. in ihre eigenen Songs implementiert hat, um so neue Songs in der alten Tradition zu erschaffen. Das ist den Franzosen zweifelsfrei gelungen und „The World We Live In…“ ist ein hörenswertes Debütalbum geworden, welches hoffen lässt, dass die Truppe nicht wieder 25 Jahre für ein Album benötigen wird.
In unseren Breiten gilt die 13 für gewöhnlich als Unglückszahl. Für die hannoverschen FAT BELLY scheint sich nach 13 Jahren Abstinenz nun jedoch ein neues Kapitel aufzutun. Glück, nicht nur für die Band, sondern auch für die Fans, die 13 Jahre auf ein neues Album warten mussten.
Nach Pandemie, beruflichen und familiären Veränderungen und diversen Besetzungswechseln fühlte es sich für die mittlerweile wieder in Originalbesetzung musizierenden Punkrocker nun richtig an, ein neues Album zu veröffentlichen. Und auch für den Hörer fühlt es sich richtig an, denn die neuen Songs – übrigens genau 13 an der Zahl – knüpfen genau dort an, wo „Set The Flag“ 2013 aufhörte. (Die „Music is a business“-EP von 2017 blenden wir aus dramaturgischen Gründen an dieser Stelle mal aus.) Zwar sind die Jahre auch an FAT BELLY nicht ganz spurlos vorbeigegangen, stilistisch scheint die Zeit im Proberaum der Jungs jedoch stehengeblieben zu sein. „Stories In Stereo“ bietet über 40 Minuten feinsten US-College-Punkrock, der auch heute noch perfekt zu jedem High-School-Movie passen würde (gibt es aber wohl auch nicht mehr?) und sich bestens sowohl für jede Mensa-Party als auch für das fröhliche Sommer-Open-Air eignet. In Hildesheim habe ich die Jungs zuletzt auf dem HELLDEATH-Open-Air gesehen, welches ja von unserem Cheffe mitorganisiert wurde. Songs wie „Just One More Year“, „Little Boy” oder „Lost and Forgotten” begeistern allesamt mit eingängigen Melodien und tanzbaren Arrangements. Wem THE BOSSHOSS auf „Stallion Battalion“ gefallen haben, der wird sich auch für „Done For The Day“ begeistern können, denn das Einstiegsriff erinnert mehr als nur ein wenig an die Berliner Cowboys – die sich ja mittlerweile musikalisch leider immer mehr in die Belanglosigkeit komponiert haben. Ganz im Gegensatz dazu klingen FAT BELLY anno 2025 erwachsener und reifer als je zuvor (z. B. „Stories That You Told“) und dennoch kommt der Spaß bei (und an) der Mucke nicht zu kurz. „Stories in Stereo“ lädt zu einer knappen Dreiviertelstunde Unbeschwertheit ein und macht durchaus Lust, FAT BELLY mal wieder live anzusehen. Schön, dass die Band wieder zurück ist und auch schön, dass sie sich selbst treu geblieben ist.
Tracklist / Songs: 1. Morpheus - No Man's Land 2. Morpheus - Among Others 3. Morpheus - The Third Reich 3797 A.C. 4. Morpheus - Thoughts of Distrust 5. Exhumed - Obscure Desolation 6. Exhumed - Satanic Verses 7. Exhumed - What Life Has Brought
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Morpheus Janne Rudberg Björkenfjäll - Guitars (Rhythm) David Brink - Vocals, Lyrics Johan Bergebäck - Bass Sebastian Ramstedt - Guitars (Lead) Markus Rüdén - Drums
Exhumed Johan Bergebäck - Bass Janne Rudberg - Drums Sebastian Ramstedt - Guitars David Brink - Vocals, Bild:
Sachen gibt’s: MORPHEUS waren irgendwie eine All-Star-Band, noch ehe die Musiker (kleine) Stars wurden.
Nach der Einleitung komme ich natürlich nicht um etwas Namedropping herum: Die Bandmitglieder waren/sind auch in Combos wie CARBONIZED, DISMEMBER, NIFELHEIM, AMON AMARTH und vor allem NECROPHOBIC aktiv.
Damit ist die Stoßrichtung klar: Es gibt schwedischen Death Metal auf die Lauscher. Auch wenn Morpheus ein Gott der Träume ist, sind die Songs mitnichten einschläfernd.
Den Anfang machen die vier Tracks der im Sommer 1991 im Sunlight Studio aufgenommenen ´In The Arms Of...´ EP. Grob trifft es Melodic Death Metal wohl am besten, wobei MORPHEUS wesentlich aggressiver als beispielsweise die vor kurzem ebenfalls über VIC Records wiederveröffentlichten INTERNAL DECAY zu Werke gehen. So ballert ´Thoughts of Distrust´ nach einem herrlich dissonanten Beginn ohne große Melodieführungen nach vorne. Durch klug gesetzte Breaks bleibt der Song spannend. Ich bin immer wieder an frühe DESULTURY erinnert, auch wenn deren Thrash Kante fehlt. Die EP hat den Test of Time auf jeden Fall bestanden.
Als Bonus gibt es dann noch das ´Obscurity´ Demo der Vorgängerband EXHUMED. Ich weiß nicht, warum man sich umbenannt hat, die Amis gleichen Namens haben ja erst 1991 das erste Demo rausgebracht. Vielleicht beantworten die mir nicht vorliegenden Liner Notes diese Frage. ´Obscurity´ wurde schon im Sommer 1990 ebenfalls im Sunlight eingeprügelt. Die Tatsache, dass es keinen Song doppelt gibt, zeigt, wie produktiv die Jungs damals waren. Das Demo klingt etwas rauer, was mir ganz gut gefällt. Stilistisch gibt es keine großartigen Brüche zur EP.
VIC Records bringen die Werkschau nur als CD heraus. Wer beides auf einem Vinyl haben möchte, kann auf die Wiederveröffentlichung von Temple of Darkness Records aus 2013 zurückgreifen. Die hat ebenfalls das Demo als Bonus und man spart die Mondpreise, die für das Original aufgerufen werden.
Daniel Ekeroth bringt es in Swedish Death Metal auf den Punkt: „Eine der zahllosen guten schwedischen Death Metal Bands der frühen 1990er, die trotz toller Musik nicht aus dem Untergrund herauskamen...sollte man mal gehört haben.“ So isses.
Tracklist / Songs: 1. Twilight Of Life 2. Towards Perishment 3. The Ancient Horror 4. In Agony 5. The Hour Of Death 6. Time To Die 7. Death’s Cycle 8. Flesh For Worms 9. Epitaph
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Rodrigo Salazar Bass Felipe Soto Drums Pedro Veloso Vocals, Guitars Mauricio Barríos Guitars, Bild:
FERETRO nennen als Einflüsse Bands wie OBITUARY, DEATH, UNLEASHED, TORCHURE oder PESTILENCE und umschreiben damit auch ziemlich genau den Sound ihres Debütalbums „The Mortuary Destiny Of Flesh“.
Die Chilenen sind allerdings keine Newcomer im klassischen Sinne, denn Frontmann Pedro und Drummer Felipe gründeten die Band bereits vor 20 Jahren. In dieser Zeit sind eine ganze Reihe von Demos, EPs, Singles und Splits entstanden. Sofern ich es richtig überblickt habe, sind die Songs des Debüts aber nicht bloße neue Aufgüsse alter Veröffentlichungen, sondern tatsächlich exklusive Kompositionen für den Longplayer. Vor allem Pedros bellender Gesang ruft Erinnerungen an Evil Chuck, aber auch an Marc Grewe hervor, und in dem langsamen Part von „In Agony“ fühlt man sich auch durchaus an MORGOTH zu „Cursed“-Zeiten erinnert. FERETRO treten zwar auch ab und zu aufs Gaspedal, agieren aber vornehmlich im Mid-Tempo, was mir ganz gut gefällt. Ganz große Hits wie „Before The Creation Of Time“, „Twisted Truth”, „Spiritual Healing” oder „Slowly We Rot” finden sich auf dem Debüt von FERETRO freilich nicht, die Scheibe hat aber als Gesamtwerk durchaus Unterhaltungswert. FERETRO beweisen mit ihrem Debüt, dass der traditionelle Death Metal noch lange nicht eingesargt gehört und liefern mit ihren acht Songs ein hörenswertes Death Metal Album ab, welches allerdings nicht an die Größe der Vorbilder heranreicht. Muss es aber auch nicht. Mir gefällt es trotzdem. Die Band kann man sich getrost mal merken.
Pipers zweites Album A Bridge Across Time ist nicht einfach ein Satz Songs hintereinander – es ist ein langsam wachsendes Universum, das sich zwischen Zeit, Erinnerung und dem unbestimmten Raum dazwischen entfaltet. Schon der Titeltrack öffnet diesen Raum: er fragt nicht nur nach Zeit, sondern lässt dich förmlich an der Grenze zwischen gestern und morgen stehen, mit offenen Sinnen in den Horizont blickend.
Atmosphäre & Gefühl
Was sofort auffällt, ist die melancholisch-offene Stimmung, die durch fast jede Sekunde dieses Albums pulsiert. Piper hat schon auf dem Debüt eine Gabe gezeigt, große Themen zu malen, aber auf A Bridge Across Time wird dieses Talent nicht nur weitergeführt – es wird transformiert, ausgeweitet, bis es sich wie eine Landschaft anfühlt, die du betrittst. Hier geht es um Grenzen und Grenzenlosigkeit, um Verlust, Hingabe, um die Sehnsucht, weiterzugehen, auch wenn der Weg unsichtbar ist.
Musikalisch liegt der Fokus auf breiten, fließenden Melodien, getragen von Klavier, warmen Gitarren und diesem Hauch nordischer Nacht im Hintergrund – als hätten sich die Schatten der Wälder und das Raunen des Windes in den Arrangements eingenistet. Die Songs bewegen sich wie Kapitel eines Films, nicht wie einzelne Tracks: leise, tief, nachdenklich – und manchmal überraschend kraftvoll.
Themen, Lyrics & Tiefe
Die Texte wirken wie Gedanken, die beim Blick in den Himmel entstehen: sie fragen nicht nach einer konkreten Antwort, sondern werfen eher Fenster auf, durch die du selbst hindurchblicken kannst. Es geht um Zeit, die sich dehnt und zusammenzieht, um die schwer fassbaren Momente des Lebens und um die Art von Verlusten, die niemand gut erklären kann.
In „Raindrops“ zum Beispiel fühlt sich jede Note wie fallender Tropfen an – nicht nur im Titel, sondern auch im Gefühl: ruhig, tief, ein bisschen zerbrechlich, aber mit einer unerwarteten Stärke im Kern.
„Tell Me“ und „Dimming Landscape“ tragen dieses Thema weiter: Es ist keine direkte Erzählung, sondern ein Gefühlsspiel, ein intuitives Verständnis von Zeit und Raum, das sich erst beim wiederholten Hören ganz öffnet.
Sound & Produktion
Produziert von Saku Anttila (der auch alle Instrumente arrangiert und spielt), klingt das Album organisch, warm und doch weitläufig. Keine glänzende Studio-Politur, sondern eine Mischung aus natürlicher Nähe und subtiler Mystik – als würdest du mit dem Künstler zusammen am Lagerfeuer sitzen, während der Mond langsam über ferne Hügel steigt.
Jede Schicht – Klavier, Gitarre, Stimme, sequenzierte Beats – fühlt sich bewusst gesetzt an, wie Pinselstriche auf einer Leinwand, die langsam ein Bild entstehen lassen, das auf den zweiten Blick noch viel mehr enthüllt.
Stil & Entwicklung
Verglichen mit dem Debüt What Is the Heart For? spürt man hier eine klare Entwicklung:
Bridge Across Time hält nicht mehr nur an einer Melodie fest, sondern wandert darüber hinaus, fächert sich in unterschiedliche Richtungen auf und schafft so ein größeres, offeneres Gefühl.
Die melancholische Tiefe bleibt Pipers Markenzeichen, aber hier wird sie nicht repetitiv, sondern wechselt zwischen introspektiven Momenten, leisen Drehungen und weiten, fast sphärischen Stellen – wie ein Blick in mehrere Himmel gleichzeitig.
Fazit
Piper – A Bridge Across Time ist ein Album, das dich nicht sofort „hat“, aber sobald du dich darauf einlässt, dich umschließt. Es ist kein explizit episches Werk im klassischen Sinne, sondern eines, das dir Raum lässt, eigene Gedanken, eigene Bilder, eigene Zeit zu fühlen.
Manchmal leise, manchmal getragen, fast immer tief – dieses Album ist wie ein Blick in eine andere Dimension deines eigenen Alltags.
Tracklist / Songs: 1. To Each His Own Pain 2. Repossessed Throne 3. The Anguish of Twilight 4. My Hatred 5. A Forgotten Dream (Intro) 6. A Forgotten Dream 7. Ex Oblivione 8. Tears of Blood 9. ...and Darkness Shall Fall 10. Embedded
Ursprünglich wurde das Album Anfang 1993 lediglich als CD veröffentlicht und wird bei Discogs zu Mondpreisen gehandelt.
Musikalisch gibt es melodischen Death Metal, wie er sich damals gut verkaufte. Obwohl die Band aus Schweden kommt, erinnert sie mich eher an die Finnen von AMORHIS auf deren ersten beiden Alben. Das gilt vor allem für die Gitarren. Würde ´Repossessed Throne´ zum Ende nicht giftiger, könnte es locker auf ´Tales From A Thousand Lakes´, das über ein Jahr später erschien, einen Platz finden. Die Vocals hingegen klingen nicht typisch finnisch, sondern kommen eher kehlig daher. Wenn es um die Keyboardteppiche wie zu Beginn von ´The Anguish Of Twilight´ (die Seelenqual habe ich bei so mancher Promo) geht, kommen mir hingegen THE GATHERING mit ihren beiden Alben in den Sinn. Das zeigt, wohin die Reise geht. Im Vergleich zu den genannten Alben treten INTERNAL DEACY aber auch mal aufs Gaspedal (´A Forgotten Dream´) und bauen auch mal ein technischeres Break ein, der Schwerpunkt liegt aber auf den getragenen Passagen. Wie Anfang der 90er in diesem Genre verbreitet, kommt dann in den letzten beiden Songs noch klarer Frauengesang dazu. Das ist nicht schlecht, aber der sehr ruhige Rausschmeißer kommt nicht an Songs wie ANATHEMAS ´Everwake´ heran. Insgesamt ist mir manches etwas zu überladen und ein wenig weniger Spielzeit hätte auch gereicht.
Der Sound ist gelungen, das Album wurde im Sunlight Studio aufgenommen, insofern weiß ich gar nicht, ob es des Remasters bedurfte. Mittelprächtig gefällt mir das Cover, das etwas an FINTROLL und Konsorten erinnert. Zum Glück ist die Musik völlig humpafrei.
Irgendwie scheint der Bandname auch Programm zu sein, denn nachdem INTENAL DECAY nach einigen Stil- und Namensänderungen sowie Besetzungswechseln dieses Album herausgebracht hatten, war schon wieder Schluss.
Alle, denen bei dem moderneren Melodic Death Metal die Atmosphäre zu klinisch ist, und die auf die oben genannten Alben stehen, sollten sich mal mit den Schweden beschäftigen. Die CD ist bereits erhältlich, die Vinylversion folgt in Kürze.