Die GRAILKNIGHTS treten erneut an, um ihren Erzfeind Dr. Skull zu besiegen – ein für alle Mal, sozusagen „Forever“. Dazu haben sich die Melodic Metal Superheroes nicht nur abermals in ihre Kampfanzüge geworfen, sondern ebenfalls ihre Instrumente geladen. Nun sind sie bereit, ihre klebrig-opulenten Metalsongs auf die Metalheads abzufeuern.
Ich muss zugeben: Ein wenig albern fand ich das Konzept sowie die dazugehörigen Kostümierungen der Jungs aus Grailham City schon immer. Andererseits muss man Sir Optimus Prime und seiner Truppe aber auch zugutehalten, dass sie sich seit Jahren den Allerwertesten abspielen, um ihre Version von melodiösem Power Metal unters Volk zu bringen. Dabei machen sie selbst vor den Muskelschmieden der Nation nicht halt und liefern mit „Grail Gym“ (inkl. Trainingseinheit auf YouTube) und „Powerlift“ gleich zwei Songs für das tägliche Workout. Zugegeben, den Kollegen Trillmich würde diese Art des Disco-Metal zweifellos zu neuen Geschwindigkeitsrekorden beim Langstrecken-Sprint animieren. Doch die Disco-Beats sind auf „Forever“ zum Glück nicht so omnipräsent und dominant wie bei BATTLE BEAST & Co. Das titelgebende „Forever“ ist beispielsweise ein sehr eingängiger Melodic Metal Song mit viel Ohrwurm-Potenzial. Und so wie die Scheibe aufhört, beginnt sie auch, denn das neueste Sing-a-long für den „Grailknights Battlechoir“ ist ein echter Fist-Raiser geworden: „Yes Sire!“. Mit „Necronomicon“, Weekend Ninja“ und „Snow In Bordeau“ liefern die farbenfrohen Metalhelden durchweg hörenswerte Songs ab, die allesamt mit guten Refrains punkten können. „Grailforce One“ erinnert fast an LORDI zu deren Hochzeiten und dürfte live ein echter Smasher sein. Auch „Mighty Metal Maiden“ lässt aufhorchen, während das verträumte „Animated Love“ etwas uninspiriert daherkommt und für mich der schwächste Song des Albums ist. Skip. Der zweite balladeske Song, „In The Eyes Of The Enemy”, entpuppt sich hingegen als einer der nachhaltigsten und bodenständigsten Tracks auf „Forever“. Neben dem gelungenen Songwriting kann hier vor allem MOONLIGHT HAZE Sängerin Chiara Tricarico als Gastsängerin punkten. Die GRAILKNIGHTS sind sicherlich nicht für jeden Geschmack, mir gefällt „Forever“ jedoch gut und der Band gelingt es meist, den Kitsch in erträglichem Maß zu halten. Neben jeder Menge Bombast gibt es auch sehr viele eingängige Melodien und schmissige Melodic Metal Hymnen. Grwols wie in der Vergangenheit gibt es auf "Forever" nicht mehr. Und anders als die Musik, ist die Spielzeit mit 36 Minuten nicht gerade bombastisch ausgefallen. Die laufende Tour mit den „Metal“- Erythriten von ALL FOR METAL dürfte allerdings nicht nur bei Diabetikern für einen Zuckerschock sorgen. Da warte ich doch lieber, bis die GRAILNIGHTS mal wieder in anderer Gesellschaft unterwegs sind.
24.10.2025 DE Munich - Backstage (Werk) 25.10.2025 DE Schirnding - Gemeindehalle 26.10.2025 CZ Zlín - Masters of Rock Café 27.10.2025 HU Budapest - Analog Music Hall 29.10.2025 AT Vienna - Viper Room 30.10.2025 DE Stuttgart - Im Wizemann (Club) 31.10.2025 DE Cologne - Club Volta 02.11.2025 FR Paris - Nouveau Casino 03.11.2025 ES Bilbao - Sala Groove 04.11.2025 ES Madrid - Revi Live 05.11.2025 ES Salamanca - Sala B Caem 06.11.2025 FR Lyon - Rock n’ Eat 07.11.2025 BE Kortrijk - DVG Club 08.11.2025 DE Löffingen – Rocknacht May 8, 2026 - DE – Braunschweig
Tracklist / Songs: 01. The Turn of a Page (Intro) 01:13 02. Never Stop Believing 06:16 03. Guardians of the Kingdom 05:53 04. Memories Of Old 04:46 05. Fly Away Together 05:45 06. After the Storm 05:01 07. Fire in the Night 05:20 08. Life Begins Again 05:46 09. End of the Tunnel 06:43 10. Rebirth: An Epilogue 00:32 11. Journey to the Stars 08:12
CD ONLY BONUS TRACK 12. Some Day Soon (feat. Noah Simmons) 4:57
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Billy Jeffs: guitars, drums, keyboards, orchestration, backing vocals Noah Simmons: lead vocals Rhys Morgan: bass guitar Anthony Thompson: keyboards Wayne Dorman: lead guitars
Wenn ich den Kollegen Trillmich mal so richtig erschrecken möchte, dann spiele ich ihm vielleicht mal das zweite Album der Briten MEMORIES OF OLD vor. Vermutlich reicht es allerdings schon, wenn ich ihm ne Postkarte mit dem schrillen Coverartwork in den Briefkasten werfe. Denn dass der geschätzte Kollege „Never Stop Believing“ jemals bis zum Ende (des ersten Songs) durchstehen wird, ist trotz der Teilnahme des ehemaligen ONSLAUGHT-Klampfers Wayne Dorman unwahrscheinlich. Andererseits: „Never Stop Believing“!
MEMORIES OF OLD liefern auch mit „Never Stop Believing” die volle neoklassische Melodic Power Metal Breitseite, die nur für Fans von MAJESTICA, GLORYHAMMER, NARNIA oder einer der zahlreichen RHAPSODY-Auswüchse ohne psychologische Betreuung hörbar ist. Mit anderen Worten: Ich finde es geil. Und es ist sicher kein Zufall, dass auf dem Debüt noch MAJESTICA-Mastermind Tommy Johannsson am Mikro stand. Nach kurzem Gastspiel von Jamie Jordan, mit dem 2022 u. a. die Single „You know it’s Christmas“ veröffentlicht wurde, steht nun der Ami Noah Simmons am Mikro, auf den Bandkopf Billy Jeffs im Internet aufmerksam wurde. Der Song „Guardians of the Kingdom“ wurde ebenfalls bereits 2022 mit Jordan aufgenommen, nun aber nochmal mit Simmons am Mikro als Single ausgekoppelt. Deutlich stärker finde ich Songs wie „Fly Away Together“ oder „Fire in the Night“. In „After the Storm“ gibt es dann auch vorsichtige Disco-Sequenzen, wie man es etwa von BATTLE BEAST kennt. In der Ballade „Life Begins Again“ reitet der Pegasus des Covers gekonnt durch die ein oder andere Kitsch-Pfütze, bevor der Anfang von „End of the Tunnel“ durchaus als Bewerbung für Kiwis ZDF-Fernsehgarten gelten darf. „Rebirth: An Epilogue“ liefert das opulente Vorspiel für den symphonischen Melodic Metal Ohrgasmus am Ende des Albums. Ich gebe zu, man muss es mögen, aber wem FREEDOM CALL nicht melodiös und MAJESTICA alleine nicht genug sind, der bekommt mit dem Zweitwerk von MEMORIES OF OLD in jeglicher Hinsicht ein musikalisches Aphrodisiakum für eine knappe Stunde zwanglosen Musikgenusses. Nicht umsonst heißt es in „Journey to the Stars“ „Come and join us…”! Versucht es doch mal.
Tracklist / Songs: 01. Sirens Of Death 02. Bad Decisions 03. Hellhammer 04. Remember The Fallen 05. The Conqueror's Path 06. The Epic Of Gilgamesh Pt2 (The Quest For Immortality) 07. H.M.J 08. Maglor The Singer 09. Forged In Steel 10. The Flight Of The Valkyries 11. Houses Of Fire 12. The Ballad Of Beren And Luthien 13. This One's For You
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Mike Stark - Vocals Thilo Herrmann - Guitars EV Martel - Guitars Diana Boncheva - Violins Emiliano Wachs - Drums Victor Gustavo Acosta - Bass, Keyboards
GUEST MUSICIANS Huseyin Kirmizi - Additional piano on "The Epic Of Gilgamesh Pt2 (The Quest For Immortality)" Sven D'Anna (Wizard) - Additional vocals on "The Epic Of Gilgamesh Pt2 (The Quest For Immortality)" Piet Sielck (Iron Savior) - Additional choirs, guitars, leads and keyboards. Ross The Boss (ex-Manowar) - Lead guitar on "This One's For You". David Shankle (ex-Manowar) - Lead guitar on "Houses Of Fire". Vanni (Wotan) - Additional vocals on "The Flight Of The Valkyries". Walter The Scorpion - Intro and outro guitars on "Bad Decisions". Camilla Stark - Additional choirs in "Sirens Of Death", Luthien character in "The Ballad Of Beren And Luthien". Alexandros Delialis - Baritone (Thingol) voice in "The Ballad Of Beren And Luthien". Alex Langenbach - Narrator in "The Ballad Of Beren And Luthien".
Mixed and mastered by Piet Sielck at Powerhouse Studio Album artwork by Andreas Marschall, Bild:
„We Are Heavy Metal” postulierten FEANOR vor knapp 10 Jahren und inhaltlich hat sich daran auch mit „Hellhammer“ nichts geändert: kernige Riffs, eingängige Melodien, gelungene Arrangements, Fantasy-Lyrics und eine homöostatische Portion Pomp. Allerdings ist das aktuelle Coverartwork aus der Feder von Andreas Marshall um Lichtjahre besser als das von dem 2016er Album.
Bandgründer Victor Gustavo Acosta hat für das aktuelle Album wieder ordentlich am Besetzungskarussell gedreht und eine internationale Truppe zu den Waffen gerufen. Am Mikro löst der Schwede Mike Stark (u. a. GENERATION STEEL, ex-STARBLIND) WIZARD-Frontmann Sven D’Anna ab, der zuletzt auf dem 2021er MANOWAR-Cover „Thor (The Powerhead)“ zu hören war. Dafür hat mit Thilo Herrmann (u. a. ex-FAITHFUL BREAT, ex-RISK, ex-RUNNING WILD) nun ein Deutscher die Gitarre übernommen – gemeinsam mit dem Kurzzeit-MANOWAR-Klampfer E.V. Martel aus Brasilien. Diana Boncheva übernimmt auf „Hellhammer“ die Violine und nur Schlagzeuger Emiliano Wachs gehört bereits zum alten Bestand der Truppe. Die Liste der Gäste ist lang und mit Sven D’Anna und David Shankle finden sich auch zwei alte Weggefährten darunter, ebenso wie Piet Sielck, der zudem für den Mix und das Mastering zuständig war. Bandname und Coverartwork weisen auch den Ahnungslosen den Weg, denn natürlich liefern FEANOR auch auf ihrem fünften Longplayer besten Melodic Power Metal mit starkem Fantasy-Einschlag, der sich nicht nur in den Texten äußert, sondern auch in manch opulenter Passage, die mitunter im Neo-Barocken wildert (bspw. das Zwischenspiel „The Conqueror's Path“). „Remember The Fallen“ holt alle MANOWARiors dieser Welt ab, während ich meinen Pöter verwettet hätte, dass GRAVE DIGGERs Chris auf „Sirens Of Death“ zu hören ist. Ein Refrain wie „Heavy Metal Jesus. Heavy Metal is the Law” aus dem schmissigen „H.M.J.“ hätte zudem auch gut auf einem GRAVE DIGGER Album seinen Platz gefunden – wobei die Kanonenschüsse eher an RUNNING WILD erinnern. Gute Nummer. Das kurze akustische Zwischenspiel „Forged In Steel“ versammelt die Metalheads kurzzeitig ums Lagerfeuer, wobei Stark hier ein wenig in Richtung Warrel Dane singt. Dafür gibt es im folgenden „The Flight Of The Valkyries“ einige semi-Growls. Während das schnelle „House of Fire“ über so manche schwache VIRGIN STEELE-Scheibe hinwegtrösten kann, wird es in „The Ballad Of Beren And Luthien“ stellenweise symphonisch und theatralisch. Nicht mein favorisierter Song. Da skippe ich lieber zum kraftvollen Rausschmeißer „This One’s For You“. Zwar ist auch auf „Hellhammer“ nicht alles Gold, aber die Truppe liefert doch ein hörenswertes Album für alle Anhänger von RUNNING WILD, VIRGIN STEELE, MANOWAR & Co ab und weiß doch über weite Strecken gut zu unterhalten. Ein paar Minuten weniger hätten es vielleicht auch getan. All Hell… äh… Hail to FEANOR!
Im Småland eines bekannten schwedischen Möbelhauses treibt sich mit Sicherheit so mancher kleiner Satansbraten rum, doch einen ähnlichen Punch wie A.Y.M. dürfte wohl kaum einer der kleinen Racker haben. Die Band aus der Provinz Småland bietet auf ihrer ersten EP „Are You Ready“ mehr als nur funktionalen Pressspan-Metal mit putzigen Namen.
Der Fünfer aus dem südschwedischen Växjö (u. a. auch die Heimat von AMBUSH, THUNDERMOTHER oder FURBOWL) hat sich auf seinem ersten Lebenszeichen dem schwedischen (True) Heavy Metal verschrieben, so wie man ihn auch von den Landsmännern HAMMERFALL kennt – allerdings wirken A.Y.M: irgendwie ernsthafter. Dennoch sollte man sich für einen textsicheren Konzertbesuch tunlichst Vokabeln wie „Steel“, „Hammer“, „Power“ oder „Crown“ aneignen. Allerdings hat man „Are You Ready“ einen sehr amtlichen, druckvollen Sound verpasst, so dass der Heavy Metal der Band absolut zeitgemäß und nicht retro klingt. Jeder Song ist absolut eingängig und abwechslungsreich arrangiert. Man hört, dass man es hier nicht mit Anfängern zu tun hat – auch wenn mir die ehemaligen Bands der Mitglieder allesamt unbekannt sind. Frontmann Alex Vince liefert einen hörenswerten Job ab und agiert nicht nur in hohen Regionen, sondern variiert seine Stimme in angenehmer Weise. Schon das titelgebende „Are You Ready“ offenbart, dass A.Y.M. auch von Bands wie THIN LIZZY beeinflusst sind. A.Y.M. setzen sich mit ihrer Debüt-EP „Are You Ready“ kurzerhand die Metal-Krone selber auf, was textlich und optisch auf dem Cover dargestellt wird. Doch auch wenn es für den Metal-Thron vielleicht noch nicht reicht, müssen sich A.Y.M. zu keiner Sekunde hinter etablierten Acts wie HAMMERFALL, AMBUSH, AIR RAID & Co. verstecken, denn „Are You Ready“ weiß über die gesamte Spielzeit zu überzeugen. Da freut man sich schon auf einen Longplayer.
Tracklist / Songs: 1. Interceptor 2. What’s It Gonna Be? 3. On The Town 4. Don’t Lie To Me 5. In Pursuit Of Destiny 6. Can’t Resist (Gimme What I Need) 7. Walk Away 8. Look At Us Now 9. DTR 10. Undistilled
Birmingham gehört(e) sicherlich zu den Hotspots der britischen Metalwelt, doch in letzter Zeit konnten die Briten nicht mehr mit vielen herausragenden Acts punkten. Vielleicht ändert sich das mit dem neuen Album von FURY.
Die Band hat seit ihrer Gründung 2010 zahlreiche Line-Up Wechsel durchgemacht. Eine gelungene Personalentscheidung war es, Nyah Ifill als zweite Sängerin an Bord zu holen, denn die Frontfrau gibt den Songs nochmal eine besondere Note und der Band ganz neue Möglichkeiten. So teilen sich Gitarrist Julian Jenkins und Nyah verschiedentlich die Vocals, was für ordentlich Abwechslung sorgt. Und während das farbenfrohe Cover eher auf Retro-AOR schließen lässt, punktet die Band tatsächlich mit einer kraftvollen Mischung aus schnoddrigem Hardrock und melodiösem Heavy Metal. Insofern passt die druckvolle Produktion von Todd Campbell, den man auf einer gemeinsamen Tour mit Phil Campbell and His Bastard Sons kennenlernte, perfekt zur Musik des Fünfers. Während das titelgebende „Interceptor“ oder „Look At Us Now“ zum headbangen einladen, kommt mit „Don’t Lie To Me“ ein echtes Groove-Monster mit poppigen Anleihen aus den Boxen gekrochen. Mit „Walk Away“ wird es ruhiger, aber nicht schnulzig. „DTR“ steigert sich zur echten Rock-Hymne, bevor der Hörer mit dem verträumten „Undistilled“ entlassen wird. FURY, in deren Reihen MERCYFUL FATE Bassistin Becky Baldwin den Tieftöner bedient, legen mit „Interceptor“ ein gelungenes und vacettenreiches Hard Rock/Metal Album vor auf dem sie sich stilistisch nicht limitieren lassen und doch den roten Faden nicht verlieren. Hört man selten und insofern sollte man „Interceptor“ durchaus mal antesten.
Tracklist / Songs: 01. Awakening 02. The Flame 03. In Battle to Survive 04. Horrors in an Everlasting Nightmare 05. A Ghost in the Mirror 06. Deliver Us From Fiction 07. Haunting Images From a Past Life 08. Programmed By Fear 09. Winter Moon 10. In Silence 11. The Spirit1 12. To Sleep
Deteriorot sind US-Amerikanische Death Metal-Urgesteine, seit 1992 nahezu ununterbrochen aktiv und “Awakening” ist das mittlerweile vierte Langeisen des Quartetts aus North Carolina.
Die Band zelebriert absolut puristischen Todesstahl ganz alter US-Schule, der jedoch auch maßgeblich europäisch, insbesondere britisch beeinflusst ist, wobei auch finnische Acts ihre Spuren inspiratorisch hinterlassen haben dürften. Death-Doom der ganz frühen My Dying Bride trifft bei Deteriorot auf grindiges US-Geprügel und treibende Bolt Thrower-Anleihen sowie “Karelian Isthmus”-Vibes. Gesanglich agiert Paul Zavaleta zwischen beschwörendem Flüstern und ultratiefem Gutural-Gesang sowie fiesestem Geröchel. Der Sound auf “Awakening” ist absolut roh, matschig und etwas schwachbrüstig, allerdings hat genau diese Kombination einen maßgeblichen Anteil an der extrem düsteren Atmosphäre, die “Awakening” heraufbeschwört.
Deteriorot und “Awakening” sind eine Bank für Todesmetall-Maniacs und ein absoluter Geheimtipp für alle, die es werden wollen. Wie erwähnt ein hässlicher Bastard aus uralten My Dying Bride, treibendem Bolt Thrower-Riffing, Suomi-Atmo und technischem US-Death-Geprügel. Nicht originell, dafür brutal-authentisch.
Tracklist / Songs: 01 Let It All Out 02 Consequences 03 17 04 Home 05 Brown Eyed Boys 06 In Your Face Rock 07 Off 08 Love 09 Gold 10 Get back 11 Oh oh, Yeah yeah 12 Black & White
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Seraina Telli - Vocals, Guitars & Pianos Mike Malloth - Drums Rico Horber - Percussions & Additional Drums Marc Maurer - Bass and Additional Guitars Rico Horber & Marc Maurer - Programmings, Bild:
Musik erscheint für sie in Farben, erklärt die Schweizerin den Titel ihres dritten Soloalbums, wobei „Green“ erst der Anfang eines größeren Projekts sein soll. Für den Moment ist das aktuelle Album aber vor allem ein eindrucksvolles Statement in Sachen Selbstverwirklichung.
Persönlich ist SERAINA TELLI auf ihren Alben stets gewesen und auch auf „Green“ greift die Multiinstrumentalistin wieder die unterschiedlichsten Themen auf: Gesellschaftskritik, Empowerment und viel persönliche Reflexion. Dabei gehen Songs wie „Home“, das textlich auch gut aus dem amerikanischen Country-Umfeld stammen könnte, wieder einmal unter die Haut. In „17“ greift Telli das Problem der Selbstfindung bzw. der Selbstzweifel auf, welches sie sicherlich aus eigener Erfahrung kennt, das aber auch auf zahllose Heranwachsende zutrifft. Dieser Identitätsprozess spiegelt sich auch in Tellis bisherigem Schaffen wider, nahm die Schweizerin doch sowohl zwei Alben mit den Metallerinnen von BURNING WITCHES auf, als auch mit dem schwer verdaulichen Prog-Rock-Trio DEAD VENUS, bevor sie sich auf ihre Solokarriere konzentrierte. Diese führte sie neben Solo-Touren auch ins Vorprogramm von GOTTHARD oder KISSIN‘ DYNAMITE, mit denen sie gerade unterwegs ist. Rockige Momente wie in „Brown Eyed Boys“, „Get Back“ oder „In Your Face Rock” finden sich auf „Green“ ebenso wie ruhige Töne („Off“, „Gold“) oder experimentellere Songs („Love“, „Black & White“). Ausgerechnet die erste Singleauskopplung „Consequences“ ist für mich der vielleicht schwächste Song des Albums, auch wenn er ein typischer „Telli“ ist, in dem die Powerfrau ihre beachtliche Stimme voll zur Geltung bringt. Das eher poppige „Let it All Out“ hat mich hingegen vom ersten Moment an überzeugt. Auf „Green“ bleibt SERAINA TELLI sich treu, ohne in Stillstand zu verfallen. Alle bekannten Trademarks der Ausnahmesängerin wirken ausgefeilter und noch stimmiger als auf den vergangenen Alben, so dass das „Green“ noch zugänglicher geworden ist als die Vorgänger. Optisch wie musikalisch setzt „Green“ ein fettes Ausrufezeichen – ich habe mir die LP natürlich bereits bestellt. In grünem Vinyl, ist ja klar.
Tracklist / Songs: 01. Thoughts On Life 02:54 02. Among The Dead 04:24 03. Grief, Anger And Despair 04:23 04. Physical Fear 06:01 05. Nothingness 02:16 06. Lock The Doors To Your Mind 06:00 07. Believe 05:56 08. Truth "A" 06:34 09. Thoughts On Death 11:13
Düstere Zeiten bringen düstere Alben hervor. CEMETERY erzählen auf ihrem Zweitwerk die Geschichte ihres Protagonisten Jim, der in die Fänge eines totalitären Regimes gerät.
Entsprechend der inhaltlichen Entwicklung des Plots bewegt sich auch die Musik auf „Thoughts on Life … and Death“ zwischen wilder Raserei, düsterer Schwere, Aggression, Beklemmung und Verzweiflung, um schließlich im fast zwölfminütigen „Thoughts On Death“ ihren Höhepunkt zu finden. Als musikalische Zäsur fungiert das klassisch angehauchte Zwischenspiel „Nothingness“. Geht es zuvor mit einer Mischung aus Death und Black Metal eher schnell, aggressiv und brutal vor, so präsentieren sich die letzten vier Songs experimentierfreudiger und progressiver. Dabei wird nicht unbedingt auf das Bremspedal getreten, wie man in „Believe“ nachhören kann, doch das Songwriting ist noch abwechslungsreicher als im ersten Teil. So hört man dem akustischen Teil in „Believe“ an, dass die Jungs sicherlich auch „Master of Puppets“ und „Ride The Lightning“ im Plattenschrank stehen haben. Diese Einflüsse werden jedoch gekonnt mit melodischen Gitarrenläufen und der schweren Metal Faust des Black Metal kombiniert. Hört man sich die neun Songs des Albums an, dann fallen einem zahlreiche musikalische Vergleiche ein: Mal klingt eine Passage nach DISSECTION, dann wieder nach SADUS oder auch nach PESTILENCE, die von der Band als Einfluss genannt werden. Aber in Songs wie „Among the Dead“ leben auch zahlreiche Einflüsse aus dem Death Metal Rezeptbuch Skandinaviens wieder auf. Die stilistische Vielfalt des Albums erschließt sich nicht nach dem ersten Hördurchlauf und „Thoughts on Life … and Death“ benötigt Zeit, um die Feinheiten preiszugeben. Ein Blick auf die wechselvolle Vergangenheit der Bayern mag Aufschluss darüber geben, weshalb sich so unterschiedliche Einflüsse in der Musik der Band finden lassen. Immerhin hat die Band ihr erstes Demo bereits 1991 veröffentlicht und in den folgenden Jahren die Bühne mit Bands wie FLESHCRAWL und PYOGENESIS geteilt. Doch Mitte der 90er Jahre kam das abrupte Ende der Band, die mittlerweile einen Vertrag mit West Virginia Records (u. a. HOLY MOSES, INCUBATOR, DEATHROW und WARPATH) unterzeichnet hatte. Als das Label bankrottging, läutete dies auch das Ende von CEMETERY ein. Unter dem Namen AEONS END veröffentlichten einige CEMETERY-Mitglieder eine EP und ein Album mit Prog Metal. Erst 2017 ging es für CEMETERY weiter und seit 2021 auch mit konstantem Line-Up. Anspieltipps auf „Thoughts on Life … and Death” sind „Physical Fear”, „Believe” oder das abschließende „Thoughts on Death”. Wer es gerne volle Pulle auf die Zwölf hat, der wird mit „Grief, Anger and Despair“ bestens bedient. CEMETERY bieten mit dem Konzeptalbum „Thoughts on Life … and Death” weder inhaltlich noch musikalisch leichte Kost. Doch es ist lohnenswert, sich die Zeit zu nehmen und das Album für sich zu entdecken. Neben der digitalen Version hat die Band auch ein schönes Digi-Pack im Angebot, welches neben der CD auch einen kurzen Einblick in die Geschichte des Protagonisten Jim gewährt. Willkommen in einer dystopischen Welt, die heute realer erscheint als seit langer Zeit. CEMETERY haben den passenden Soundtrack dazu geschrieben.
Tracklist / Songs: Disc One 01 - Silently Walking Alone 02 - The Price 03 - Illuminate 04 - I Hear The Sirens 05 - Like A Sunken Ship 06 - Forced Entry 07 - Out Of Here 08 - Alleviate 09 - Distant Bells 10 - Foe 11 - Nighttime Disguise
Disc Two 01 - Unfree My Soul 02 - On Hold 03 - Below 04 - Passing 05 - Faceless 06 - Castaway Angels 07 - From The Flame 08 - Slave 09 - Atonement 10 - The Sky Is Red (Outro)
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Einar Solberg - Gesang, Keyboard Tor Oddmund Suhrke - Gitarre, Keyboard Robin Ognedal - Gitarre Simen Børven - Bass Baard Kolstad - Schlagzeug
Vor 15 Jahren traten die Norweger Leprous erstmalig im niederländischen Tilburg im Poppodium 013 auf, damals als Vorband. Am 7. Februar 2025 gastierten sie dort als Headliner und präsentierten zwei karriereübergreifende Sets. Das Konzert wurde konsequenterweise aufgezeichnet und steht am 24. Oktober 2025 konserviert als limitiertes 2 CD/Blu-ray Digipak, als 3 LP Gatefold und als 2 CD Digitalalbum zur Verfügung. Wir konnten sowohl in das Album als auch die Blu-ray reinhören als auch -schauen.
Das neue Album der Gerichtsmediziner gehört weder in die Kühlkammer noch in einen Leichensack, sondern in eure Anlage. Das nenne ich mal ein Comeback.
CORONER sind ein typischer Vertreter der „your favorite band favorite band“ Kategorie.
Will sagen: Die Schweizer haben unter Musikern wesentlich mehr Anerkennung gefunden als in der breiten Masse. Ich erinnere mich an ein spärlich besuchtes Konzert mit POLTERGEIST im eh schon übersichtlichen Flohzirkus in Hannover. Die eher spärliche Resonanz wohl auch an dem technischen Anspruch des Thrash Metals, den sie spielten – und spielen. Denn nach über 30 Jahren gibt es nun neues Futter für die Ohren. Ich muss zugeben, dass ich von den bisherigen Werken nur das ´No More Colour´ Album besser kenne und schätze.
Im Gegensatz zu vielen anderen Reunions legen die Schweizer mit ihrem neuen Album in Sachen Qualität eine mächtige Schippe drauf. Das liegt nicht nur an der besseren Produktion, die logischerweise in den letzten 35 Jahren Fortschritte gemacht hat. Das Songwriting hat sich (noch) weiterentwickelt, von stilistischen Brüchen will ich aber nicht sprechen. Auch wenn die erste Single ´Renewal´ heißt, geht die Stiländerung nicht so weit wie bei den Thrash-Buddys von KREATOR auf deren gleichnamigen Album.
CORONER erschaffen auf ´Dissonance Theory´ eine wesentlich dichtere und düstere Atmosphäre als auf den Frühwerken. Auch aufgrund des grimmigen Gesangs und des stelleweise durch Synthesizer Einsatz opulenten Sounds bin ich immer mal wieder an TRIPTYKON erinnert. Trotz dieser eher mächtig erhabenen Parts klingt das Album unglaublich dynamisch. Großen Anteil daran hat Drummer Diego Rapacchietti, der bei seiner ersten Studioarbeit mit CORONER einen herausragenden Job macht. Auch die Pole von ruhigen Klängen und Raserei verbindet das Trio locker. Das war es aber noch lange nicht mit dem gekonnten Vereinen von Gegensätzen. Auch vertrackte Parts und eingängige Refrains werden problemlos unter einen Hut gebracht (´The Law´). CORONER beherrschen nicht nur die ´Dissonance Theory´ sondern auch die praktische Umsetzung. Grundsätzlich tue ich mich ja mit Gitarrensoli schwer, aber sogar die überzeugen mich auf dem Album. Für mich dienen die Soli hier den Songs und nicht dem Ego des Saitenhexers – so soll es sein. Zudem sind sie sehr abwechslungsreich gehalten, Das Solo bei ´Transsparent Eyes´ könnte problemlos eine Classic Rock Scheibe bereichern.
Hinzu kommt für mich das beste Cover der Bandgeschichte in dem seit ´Punishment for Decadence´ etablierten Layout.
Hört euch einfach den Opner ´Consequence´ an,der bietet sehr viel von dem, was das gesamte Album auszeichnet. Und liebe Generation Spotify: Tut euch selber einen Gefallen und legt das Handy nach dem Start für eine Dreiviertelstunde aus den Fingern und taucht ab.
´Dissonance Theory´ ist ein beeindruckendes, intensives Album, das trotz seines Variantenreichtums wie aus einem Guss klingt.
Mit Affliction In Bloom präsentiert das Trio Reverya aus Tampa, Florida ihr erstes vollständiges Album – ein Konzeptwerk, in dem jeder Song eine Blume symbolisiert und ein Kapitel menschlichen Leidens und Wachstums erzählt.
Tracklist / Songs: 1. The World Is My Ulcer 2. Badeland Hardcore 3. The Beach 4. Lessons In Giving Up 5. Home Till I Die 6. Something 7. I Should Be Getting More Likes 8. Panic Boy 2 9. Run To The Pils 10. Yngve`s Fault 11. No Money, I`m Worried 12. Johnny Is Single Again 13. Snapshots From A Shitshow
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Drums - Oliver Smedhus Bass, Background Vocals - Simon Hvitstein Guitar - Andreas Winje Guitar, Background Vocals - Filip Hvitstein Vocals - Jan Henrik Skinnes, Bild:
Video URL: https://youtu.be/WITqFeBmXuM, Video - Titel: The Mansters - Yngve's Fault, Objekt - Position: Links, Fallback Thumb:
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Zum Glück haben die Norweger bei den ´Lessons In Giving Up´ wohl geschwänzt, denn nun liegt ein neues Album vor.
Manchmal werden Wünsche wahr – zumindest teilweise. Zum Abschluss des Reviews der großartigen ´Lessons in Giving Up´ EP habe ich mir einen Tonträger mit 25 Minuten Spielzeit gewünscht. Das neue Album bietet zumindest eine Verdopplung der Spielzeit und bringt es auf gut 20 Minuten. Zunächst war ich nicht so begeistert, dass THE MANSTERS ihr musikalisches Repertoire erweitert haben. Das hat sich nach ein paar Durchläufen geändert. Die EP bietet noch reinrassigen eher angepissten melodischen Hardcore. Auf ´Snapshots from a Shitshow´ gehen die Einflüsse weiter. Bei einigen Refrains kommen mir die Landsmänner von TURBONEGRO in den Sinn und bei ´I Should Be Getting More Likes´ werden eindeutig die RAMONES zitiert. Auch die norwegischen AMULET schimmern dann und wann durch. Es gibt wahrlich schlechtere Quellen, bei denen man sich bedienen kann. Das Grundgerüst der erfrischend kurzen Songs bildet weiterhin raubeiniger melodischer Hardcore ohne Schnickschnack. Trotz der eher derben Gangart haben viele Songs durch Chorus und/oder Gitarrenmelodie eine hohe Eingängigkeit. Ich kann da gar nicht groß einzelne Tracks rausgreifen, von „langsameren“ Songs wie ´Lessons In Giving Up“ )der merkwürdigerweise nicht auf der gleichnamigen EP war) bis zum kompakten und am Ende sogar sehr kompetent gelasteten ´Johnny Is Single Again´ überzeugt alles. Eigentlich gehen mir die eher geschrienen Vocals nach einiger Zeit auf die Nerven, Jan Henrik Skinnes schafft es, angepisst aber nicht hysterisch zu klingen. So machen solche Vocals Spaß.
Für mich überflüssig sind die kurzen norwegischen Dialoge zwischen einigen Songs, die versteht sicher kaum jemand und sie bremsen die Energie zwischenzeitlich etwas aus. Gelungen sind hingegen die Lyrics, die beweisen, dass Texte auch ohne Satansgedöns tiefschwarz sein können. Da wird mit einer gesunden Prise Nihilismus und Selbstzerstörung herrlich innerhalb, außerhalb der Szene und gegen sich selbst herrlich sarkastisch ausgeteilt.
Wer wie ich auf guten Punkrock steht und mit dem glattgebügelten Sound von Combos wie RISE AGAINST oder ANTI FLAG nicht warm wird, ist bei THE MANSTERS weiterhin goldrichtig aufgehoben. Ich hoffe sehr auf Gigs in unseren Breiten.
01. Fuck The System 02. Forsaken 03. Eyes On Six 04. Death Of Me 05. Word To The Wise 06. The Fight To Be Free 07. War Inside Me 08. S.I.T.F.O.A. 09. Tear Down The Walls 10. I Will Overcome 11. Warriors
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Billy Graziadei - vocals/guitar Bobby Hambel - lead guitar Danny Schuler - drums Evan Seinfeld - vocals/bass
Wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat, sieht man viele Dinge anders. Wenn man den Punkt erreicht hat, kann man auch die Jungs von ganz früher wieder zusammentrommeln, um einen würdigen Nachfolger für „Reborn In Defiance“ aufzunehmen.
Tracklist / Songs: 01 - Midnite Fever 02 - We Run Riot 03 - Bring On The Night 04 - Shotgun Rider 05 - Wicked Hearts 06 - Get A Grip 07 - Live And Tease 08 - It's A Monster In My Head 09 - I'll See You In My Dreams 10 - Mad To The Bone 11 - Loveplace 12 - I Die Alone 13 - You Got The Tail Down
Es ist schon verrückt: Eine der besten und authentischsten Sleaze Metal Combos unserer Tage kommt ausgerechnet aus dem beschaulichen Österreich. Die Truppe um Bandgründer Mikky Stixx (Git.) legt dabei ein erstaunliches Arbeitstempo an den Tag und veröffentlicht mit „Plead The Fifth“ bereits das vierte Album in sechs Jahren. Und was für eins. Irre.
Passenderweise ist „Plead The Fifth” bereits im Sommer erschienen, doch das Album ist so gut, dass ich es hier trotzdem erwähnen möchte. Und einen Schuss musikalisches Vitamin D kann man in den grauen Herbsttagen ja auch vertragen. Die Österreicher treten der Speerspitze der Neuen Welle der Sleaze Bands wie CRAZY LIXX, H.E.A.T. oder ECLIPSE ordentlich in den Arsch, denn was der Fünfer hier bietet, ist gleich mehrere Spuren härter als die Mucke der skandinavischen Konkurrenz. Hier treffen frühe MÖTLEY CRÜE auf fette WEDNESDAY13-Riffs („Mad To The Bone”) und ein Song wie “Get A Grip“ klingt wie SLAUGHTER kurz vor der Kernschmelze, ebenso wie „Live And Tease“, das den klassischen Sundset Strip Sound wieder aufleben lässt – und auch an CRAZY LIXX auf „Loud Minority“ erinnert. Auch „We Run Riot“ kann es in Sachen Eingängigkeit mit CRAZY LIXX aufnehmen, lässt aber auch gleich noch eine Vorliebe für DEF LEPPARD durchschimmern. Da fügt sich auch die Interpretation des GIANT Klassikers „I'll See You In My Dreams“ perfekt ein. Doch die ruhigen Töne sind auf „Plead The Fifth“ eher ein Nebenschauplatz, denn der Großteil der 51 Minuten Spielzeit wird von fetten, modern klingenden Gitarren dominiert, deren Sound mitunter an die Gitarrenwände bei SHAKRA erinnert. Am wohlsten fühlen sich MÄDHOUSE wenn sie den Motor ihrer gut geölten Sleaze Machine ordentlich aufheulen lassen können: „Midnight Fever“, „We Run Riot“, „Bring on the Night“. Die Art, wie MÄDHOUSE fett-produzierte Gitarren mit absoluten Ohrwurm-Melodien kombinieren, beweist, dass man Sleaze Metal auch im 21. Jahrhundert zeitgemäß präsentieren kann, ohne dabei auf traditionelle Elemente zu verzichten. Etwas, was MÖTLEY CRÜE leider nie hinbekommen haben. Zumal Tommy Lovelace stimmlich auch deutlich mehr auf der Höhe ist als CRÜE-Frontmann Vince Neil. Der einzige Schwachpunkt des Albums ist das wenig aussagekräftige Bandlogo sowie das etwas austauschbare Artwork. Da wäre doch mehr mehr gewesen, denn die Musik der Österreicher spricht eine deutlich ausdrucksstärkere Sprache als die optische Präsentation des Albums. Ich habe mir jedenfalls die limitierte Vinyl-Version von „Plead the Fifth“ bestellt und die ersten Alben gleich dazu. Mit „Plead the Fifth“ bleiben MÄDHOUSE ihrem Stil treu, zeigen sich in Sachen Songwriting und Sound jedoch deutlich gereift, so dass der aktuelle Longplayer mehr Ohrwürmer enthält als die Vorgänger zusammen. MÄDHOUSE sind ein absoluter Geheimtipp für alle Sleaze Metal Fans da draußen – mal sehen, wie lange noch.
Tracklist / Songs: Erhältlich in den Formaten: • DELUXE Doppel-LP • Doppel-CD BOOKPACK • Doppel-LP VINYL • Doppel-CD
2LP TRACK LISTING LP 1 Side A 1 In Search Of The Peace Of Mind 2 This Is My Song 3 Speedy's Coming 4 In Trance Side B 1 Pictured Life 2 The Sails Of Charon 3 Top Of The Bill (Live) 4 Always Somewhere
LP 2 Side A 1 The Zoo 2 No One Like You 3 Rock You Like A Hurricane 4 Big City Nights Side B 1 Wind Of Change 2 Still Loving You feat. Vanessa Mae 3 Humanity 4 Rock Believer
2CD TRACK LISTING CD 1 1 In Search Of The Peace Of Mind 2 This Is My Song 3 Speedy's Coming 4 In Trance 5 Pictured Life 6 The Sails Of Charon 7 Top Of The Bill (Live) 8 Holiday 9 Always Somwhere 10 Lady Starlight 11 The Zoo 12 No One Like You 13 When The Smoke Is Going Down 14 Still Loving You 15 Rock You Like A Hurricane 16 Big City Nights
CD 2 1 Rock You Like A Hurricane (Live) 2 Believe In Love 3 Send Me An Angel 4 Wind Of Change 5 Under The Same Sun 6 Still Loving You feat. Vanessa Mae 7 Mind Like A Tree 8 You & I 9 Wind Of Change (Moment Of Glory) 10 Always Somewhere 11 Maybe I Maybe You 12 Humanity 13 The Best Is Yet To Come 14 House Of Cards 15 Rock Believer
Die Arachniden aus der Landeshauptstadt sind längst eine Band der Superlative. Da ist es ihr gutes Recht, den 60. Geburtstag gebührend zu feiern. Ein Best-Of-Album gehört da zum Standardrepertoire.
„From The First Sting” reiht sich ein in eine Reihe von Best-Of-Alben (Wikipedia listet 17 Stück), die bis ins Jahr 1979 zurückreichen. Allerdings waren Zusammenstellungen wie „Best of Rockers ‘n‘ Ballads“ (das übrigens mit einem cooleren Artwork daherkam) seinerzeit für wenige Mark erhältlich, während man für das aktuelle Doppelalbum mindestens einen knappen 20er hinblättern muss. Wer es exklusiver mag, der greift zum Limited Deluxe Bookpack, muss dann aber auch einen Hunderter löhnen. Während „Best of Rockers ‘n Ballads“ noch mit 15 Songs auskam (bzw. nur 12 in den USA), dürfen sich die Käufer der aktuellen Doppel-CD auf über 30 Songs freuen – die LP-Version enthält dagegen auch nur 16 Tracks (je Track zahlt man da etwa 2 Euro). Zwar legt der Titel der Compilation nahe, dass der Schwerpunkt auf dem Erfolgsalbum „Love At First Sting“ liegen könnte, das ist aber nur bedingt der Fall. „Still Loving You“ und „Rock You Like A Hurricane“ gibt es allerdings gleich in zwei Versionen, u. a. als bislang unveröffentlichte Liveversion mit Vanessa Mae an der Geige. Ein weiterer unveröffentlichter Track ist das im Jahr 1973 bei Rock 6 Pop performte „This Is My Song“, welches ein typischer 70er-Rocker ist. Hat mir persönlich bislang nicht gefehlt, dürfte aber für die Fans der Frühphase ganz interessant sein. Während die großen Hits und die erfolgreichsten Alben natürlich in der Playlist berücksichtigt wurden, hätte ich mir unterbewertete Songs wie „Wild Child“ vom 1996er Album „Pure Instinct“ gewünscht – das Album wurde mit dem schnulzigeren „You & I“ berücksichtigt. Warum es vom „Savage Amusement“ Album ausgerechnet „Believe In Love“ auf das Album geschafft hat, während „Passion Rules the Game“, „Don’t Stop at the Top“ oder „Every Minute, Every Day“ fehlen, erschließt sich mir nicht so ganz. Auch von „Face the Heat“ gibt es nur „Under The Same Sun“, während „Alien Nation“ und „No Pain No Gain“ fehlen. Dafür gibt es aber „Mind Like A Tree“ vom „Eye II Eye“ Album sowie „Humanity“ vom Rohrkrepierer „Humanity – Hour I“ sowie „Maybe I, Maybe You“ von „Unbreakable“. Andererseits haben diese Songs auf einer Werkschau der Hannoveraner vielleicht auch ihre Berechtigung. Mit „House Of Cards“ („Return To Forever“), dem tollen „The Best Ios Yet To Come”, “Wind of Change”, “Still Loving You”, “When The Smoke Is Going Down”, “Send Me An Angel” usw. ist die Anzahl der ruhigen Songs recht hoch und unterstreicht nicht unbedingt, dass die SCORPIONS mit ihren letzten Alben nochmal ordentlich Gas gegeben haben. Dies ruft das abschließende „Rock Believer“ dann nochmal in Erinnerung. Über Zusammenstellungen und Playlisten lässt sich stets trefflich streiten und eine Band wird es nie jedem Fan recht machen können – vor allem dann nicht, wenn man 60 Jahre Bandgeschichte abbilden möchte. „From The First Sting“ greift die verschiedenen Phasen der Bandgeschichte auf, beginnend bei den rockigen 70ern, über die Höhenflüge der 80er und mitten durch die Zeit der Unsicherheit in den frühen 2000ern bis hin zur Stabilisierung im letzten Jahrzehnt. Richtig große Überraschungen gibt es für mich hier nicht und ich warte lieber auf den Livemitschnitt der Jubiläumsshow aus Hannover.
Tracklist / Songs: 1. Twilight Passages (1:04) 2. Pale Masquerade (7:50) 3. Portrait Without a Face (7:15) 4. Daughters of Lingering Pain (7:25) 5. Lugubrious Dance (7:20) 6. Save a Prayer (6:12) 7. Into Haunted Oblivion (9:47) Full runtime: 46:55
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Harri Kuokkanen — Vocals Lasse Pyykkö — Guitar, Bass, Keyboards Pekka Koskelo — Drums
Production Credits: Recorded by Heikki Marttila at Guru Studio, Joensuu, Finland. Mixed by Heikki Marttila. Mastered by Jaime Gomez Arellano at Orgone Studios, Portugal.
Guest Musicians: Antti Poutanen — Cello John McNulty — Spoken Word
Video URL: https://www.youtube.com/watch?v=NgiK_sL6zfU, Video - Titel: Hooded Menace - Lachrymose Monuments of Obscuration (Official Album Stream), Objekt - Position: Links
Die düstere Armee der geisterhaften Templer ist nicht nur zurück auf dem Cover des mittlerweile siebten HOODED MENACE Albums mit dem nicht ganz kurzen Namen „Lachrymose Monuments of Obscuration“. Frontmann Harri warnt sogar mit tiefen Growls: „The dark army grows“.
Greg Mackintosh ist nicht nur ein großer Fan der düsteren sowie harten Musik, sondern auch ein Charakter mit bisweilen düsteren Gedanken. Somit dürfte „Lachrymose Monuments of Obscuration” der perfekte Soundtrack für ihn sein. In den nur selten unter sieben Minuten dauernden Songs des neuen Albums finden wohl alle Fans ein Zuhause, die es bedauerten, dass PARADISE LOST nach dem „Shades of Grey“ Album langsam ihre Death Metal Wurzeln abstreiften. HOODED MENACE greifen die Stimmung dieses Albums auf und peppen es durch heftige EDGE OF SANITY Anleihen auf. Das Ergebnis sind Songs wie „Portrait Without a Face“, die gekonnt Melodien, harte Riffs und tiefe Growls kombinieren. „Daughters of Lingering Pain“ steigt dann auch gleich mit einem absoluten PARADISE LOST-Gedächtnis-Riff ein und katapultiert den Hörer in die Hochzeit des Gothic Death Metal in den 90er Jahren. In „Lugubrious Dance“ wird deutlich, dass die Finnen auch traditionelle Metal Scheiben in ihrer Sammlung haben. Allerdings arbeitet das Trio diese Einflüsse so gekonnt in den eigenen Stil ein, dass man als Hörer nicht das Gefühl bekommt, dass es hier einen stilistischen Bruch gäbe. Und wenn eine Band dann noch DURAN DURAN covert („Save A Prayer“), dann ist sogar der Kollege Lison aus dem Häuschen vor Entzückung. Der Song passt sich aber auch tatsächlich sehr organisch in den Rest des Albums ein. Am Ende des Tages bin ich etwas hin- und hergerissen, da ich „Lachrymose Monuments of Obscuration“ in Gänze gelungen finde und zwischenzeitlich doch immer mal wieder das Gefühl habe, dass die ganzen großen Highlights fehlen. Dabei hat man mit Songs wie „Portrait Without A Face“ oder „Pale Masquerade“ durchaus eingängige Songs im Petto. Jedoch setzen sich die Melodien bei mir nicht so im Ohr fest, dass ich sie nicht auch nach mehreren Hördurchgängen immer wieder ein Stück weit neu entdecken muss. Trotzdem funktioniert „Lachrymose Monuments of Obscuration” als Gesamtwerk sehr gut und reiht sich somit ein in die Gruppe der hörenswerten Death Doom Alben dieses Herbstes.
Oxnard ist ein hartes Pflaster. Neben den musizierenden Autoschiebern El Tiburon und die Piranhas ist die kalifornische Stadt auch der Kiez der Thrash Metaller DEAD HEAT, die dieser Tage ihr Metal Blade Debüt „Process Of Elimination“ veröffentlicht haben.
Von den ruhigen Tönen zu Beginn des eröffnenden „Perpetual Punishment“ sollte man sich nicht täuschen lassen, denn der Song trifft den Hörer nach wenigen Sekunden wie eine Abrissbirne, die aus Schwermetall und Hardcore gegossen wurde. Vor allem die Stimme von Frontmann Chris Ramos verleiht den Songs der Kalifornier eine besonders wütende Note, die man normalerweise aus dem Hardcore kennt. Im Grunde klingt er wie der etwas zahmere Bruder von John Tardy. Doch auch die Mucke lädt mit ihren zahlreichen groovigen Parts zum Circle Pit ein, während es normalerweise mit nackenbrecherischer Geschwindigkeit voran geht. Dabei bedienen sich die Westküstler an Riffs der Marke alte TESTAMENT („Solace Denied“ erinnert sogar etwas an „Deciples of the Watch“), lassen aber durchaus auch eine Prise SEPULTURA („Beneath The Remains“-Ära) oder D.R.I. durchschimmern. Erwähnenswert ist dabei, dass die Band, die das Album mit Paul Fig (u. a. DEFTONES und TRIVIUM) produziert hat, es geschafft hat, den einzelnen Instrumenten ausreichend Raum im Gesamtsound zu geben. So ist der donnernde Bass von Lorence Chanch Meraz durchgängig zu hören. Mit Krachern wie dem relativ kurzen „By My Will“ oder dem fetten „Annihilation Nation“, in dem die Band auch politisch Stellung bezieht, empfehlen sich DEAD HEAT jedem Thrash Metal Jünger. Das abschließende „Hatred Bestowed“ fasst die musikalische Bandbreite der Truppe in einem Song zusammen: malmende Groove-Parts wechseln sich mit flotten Thrash Attacken und gipfeln schließlich in wahnsinniger Ultrahochgeschwindigkeit, nur um dann in einen akustischen Part überzugehen. Der fette Snare-Sound, die brutalen Riffs und der treibende Bass werden immer wieder von Gang-Shouts garniert, was den Hardcore Einfluss der Band unterstreicht. Mit ihrem etwa 35-minütigen Drittwerk „Process Of Elimination“ beziehen DEAD HEAT einerseits politisch Position und empfehlen sich gleichsam für Fans alter TESTAMENT, EVIL DEAD oder SEPULTURA wie auch von HATE SQAUD, MERAUDER oder SICK OF IT ALL. Starkes Labeldebüt, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Und wer den frühen DUST BOLT Werken nachtrauert erst recht nicht.
01. The Bird Of Prey 02. Behind The Clock 03. Holy Visions 04. Blasphemy And Excess 05. Spear And Truth 06. Ash Speck In A Green Eye 07. Voidward, I Bend Back 08. Marguerite 09. A World Unmade 10. Nooneunderground
Richtig aufmerksam geworden bin ich auf AFI im Jahre 2019, als die Band für die Aufnahme von The Cure in die „Rock & Roll Hall Of Fame“ 'Just Like Heaven' performte. Doch mittlerweile sind die alternativen Düster-Rocker mit ihrem elften Album „Silver Bleeds The Black Sun“ am Start.
Tracklist / Songs: Tracklist 1: digitales Format (die angegebene Spielzeit bezieht sich hierauf) 01 - Encore, Thank You, Goodnight 02 - Top Of The World 03 - Summer Nights 04 - There's Only One Way To Rock 05 - Humans Being 06 - Right Now 07 - 5150 08 - Poundcake 09 - Ain't Talkin' 'Bout Love 10 - Eagles Fly 11 - Best of Both Worlds 12 - Why Can't This Be Love 13 - Rock Candy 14 - Mas Tequila 15 - Heavy Metal 16 - I Can't Drive 55 17 - Love Walks In 18 - When It's Love
Tracklist 2: Vinyl bzw. CD 01 - Encore, Thank You, Goodnight 02 - Top Of The World 03 - Panama 04 - Summer Nights 05 - There's Only One Way To Rock 06 - Humans Being 07 - Right Now 08 - 5150 09 - Poundcake 10 - Ain't Talkin' 'Bout Love 11 - Eagles Fly 12 - Best of Both Worlds 13 - Why Can't This Be Love 14 - Rock Candy 15 - Mas Tequila 16 - Heavy Metal 17 - I Can't Drive 55 18 - Love Walks In
Diese Livescheibe umfasst Aufnahmen von Sammy Hagar und seinen Mitstreitern der The Best Of All Worlds Band im Dolby Live des Park MGM in Las Vegas im Zeitraum vom 30. April bis 17. Mai 2025. Es werden angenehme Erinnerung wach an Van Halens Live Here, Live Now.
01. Giants On The Run 02. Savior Of The World 03. A Little Is A Little Too Much 04. We Can Be Gods 05. Into The Sun 06. This Is Tokyo 07. Universe (Gravity For Hearts) 08. Hand Of God 09. Under The Moonlight 10. Majestic
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Michael Kiske (1987–1993, seit 2016) - Gesang Andi Deris (seit 1994) - Gesang Kai Hansen (bis 1988, seit 2016) - Gitarre, Gesang Michael „Weiki“ Weikath - Gitarre Sascha Gerstner (seit 2002) - Gitarre Markus Grosskopf - Bass Daniel „Dani“ Loeble (seit 2005) - Schlagzeug
Gautier Serre, der Alchemist der musikalischen Kontraste hat mit „Amen“ ein Werk geschaffen, das weniger ein Album als ein seismisches Ereignis ist. Es ist ein Beben, das die Fundamente konventioneller Musik erschüttert und den Hörer in eine Welt aus Chaos und Schönheit, Brutalität und Anmut katapultiert.
„Amen“ ist keine Sammlung von Liedern, sondern ein Kaleidoskop aus Klängen, Hier treffen die archaischen Schreie des Death Metal auf die engelhaften Gesänge der Oper, während Breakbeats und elektronische Spielereien - wie z.B. das Theremin - eine unheilige Allianz mit barocken Klavier- und sogar Spinettklängen eingehen. Wunderschön arrangierte Akustikgitarren Parts neben brutalen Metalriffs. Es ist ein Klangteppich, der so dicht gewebt ist, dass er den Hörer geradezu verschlingt.
Ein Fest der Gegensätze.
Igorrr scheut sich nicht, die Grenzen der Genres zu sprengen. Metal, Klassik, Elektronik, Jazz – alles wird zu einem einzigen, atemberaubenden Ganzen verschmolzen. Laure Le Prunenec, die Muse von Igorrr, brilliert mit einer Stimme, die zwischen himmlischer Reinheit und infernalischer Raserei oszilliert.
Gastbeiträge, wie die von Corpsegrinder, fügen dem Ganzen eine zusätzliche Dosis an roher Energie hinzu.
Die Songs sind komplex, überraschend und voller unerwarteter Wendungen.
Igorrr versteht es meisterhaft, den Hörer auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen mitzunehmen.
"Amen" ist ein Album, das man nicht nur hört, sondern wirklich erlebt. Es ist eine Entdeckungstour in die Tiefen des menschlichen Geistes, ein Ausflug durch die Extreme der Emotionen. Für alle, die nach etwas Neuem und Außergewöhnlichem suchen, ist dieses Album ein absolutes Highlight. Gautier Serre beweist einmal mehr, dass er ein wahrer Visionär in der Musik ist.
Anspieltipp: „Silence“ – dass meiner Meinung nach eingängigste Stück – für Igorrr-Verhältnisse.
01. The Cicle 02. Bones 03. Dancing Shadow 04. Fog To Fog 05. The Strange 06. Tempest 07. Light And Shadow 08. The Lantern 09. Borderland 10. Despair
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Esa Holopainen – Gitarre Tomi Koivusaari – Gitarre Tomi Joutsen – Gesang Santeri Kallio – Keyboards Olli-Pekka Laine – Bass Jan Rechberger – Schlagzeug
Der neue Longplayer heißt zwar „Borderland“´, aber die Finnen von Amorphis haben sich noch nie so richtig um Grenzen gekümmert, zumindest was musikalische Genres angeht. Vielleicht ist gerade auch das das Erfolgsgeheimnis. Schließlich kann die Band mittlerweile auf eine fünfunddreißigjährige Karriere zurückblicken.
Tracklist / Songs: 01 - Always The King (feat. Kellin Quinn of Sleeping With Sirens) 02 - Purple Halo 03 - Perfection 04 - X's For Eyes 05 - Bad Beat 06 - Slipping Through (No Kings) 07 - Home Improvement 08 - Twenty Hour Drive 09 - Kins and Carroll 10 - Getting By 11. Worth It (feat. Craig Mabbitt of Escape The Fate)
Ich habe THE RED JUMPSUIT APPARATUS damals über den Soundtrack zum Film Never Back Down kennengelernt – ihr Song „False Pretense“ war dort ein echter Stimmungsmacher und ist mir bis heute im Ohr geblieben. Mit diesem Hintergrund war das neue Album X’s For Eyes für mich auch eine kleine Zeitreise. Viele Momente auf dieser Platte haben mich tatsächlich wieder in jene Phase zurückversetzt, als Emo, Pop-Punk und Post-Hardcore noch das Rückgrat unzähliger Coming-of-Age-Soundtracks bildeten.
Wenn eine Band wie THE RED JUMPSUIT APPARATUS im Jahr 2025 ein neues Album veröffentlicht, ist der nostalgische Beigeschmack kaum zu vermeiden. Kaum eine andere Formation steht so sehr für den Sound der frühen 2000er – diese Mischung aus melodischer Emotionalität, treibenden Gitarren und ausdrucksstarken Refrains. X’s For Eyes ist dementsprechend weniger ein Aufbruch, sondern vielmehr ein Rückblick: eine Platte, die sich hörbar an den eigenen Wurzeln orientiert und den Spirit vergangener Jahre erneut aufleben lässt.
Bereits der Opener „Always the King“ (feat. Kellin Quinn) bringt die Stärken von THE RED JUMPSUIT APPARATUS auf den Punkt: kernige Riffs, eine gute Balance aus Shouts und klaren Gesangspassagen sowie eine harmonische Ergänzung durch Kellin Quinn, die dem Song zusätzliche Strahlkraft verleiht. Der Titeltrack „X’s For Eyes“ zeigt, dass die Band noch immer ein Händchen für eingängige Refrains hat. Hier klingt sie frisch, druckvoll und erinnert an die Energie, die ihre frühen Werke ausgezeichnet hat. Auch „Home Improvement“ ragt positiv heraus – mit starkem Drive, rhythmischen Akzenten und einem eigenen Charakter, der sich vom nostalgischen Grundton des Albums absetzt. „Getting By“ schließlich kombiniert Härte und elektronische Elemente zu einem der modernsten Stücke der Platte.
Insgesamt dominiert jedoch der Blick zurück: viele Songs greifen auf vertraute Strukturen, Harmonien und Klangfarben zurück. Das funktioniert – vor allem für langjährige Fans, die mit den ersten Alben der Band aufgewachsen sind. Die nostalgische Mischung aus 90s- und 2000er-Ästhetik, punkigen Untertönen und melodischen Refrains sorgt für ein angenehmes Wiederhören, ohne wirklich neue Impulse zu setzen.
Die Produktion ist solide und druckvoll, wenn auch nicht immer fein austariert. Ronnie Winters bleibt stimmlich präsent und charismatisch, doch die ganz großen Emotionen blitzen nur in einzelnen Momenten auf. Besonders stark sind die Songs, in denen THE RED JUMPSUIT APPARATUS Härte und Melodie klug austariert – weniger überzeugend sind jene, die zu sehr im Retro-Sound verharren.
Am Ende ist X’s For Eyes eine ehrliche, nostalgische Platte – ein Rückblick auf eine Zeit, in der diese Art von Musik Stadionhymnen hervorbrachte. Für Fans ein lohnendes Wiederhören, für Neulinge ein solider Einstieg in den Sound einer Ära. Doch wer auf musikalische Weiterentwicklung hofft, wird hier kaum fündig.
Tracklist / Songs: 1) Schlucke (Intro) 2) The Open One 3) Bang Boom Bang 4) FCK You AFD 5) Welcome To The Moshpit 6) It’s all about the Game 7) Lucky Man 8) Dynamite 9) So Rockable 10) Song For The Different 11) Lemmy And Bruce 12) Go!Go!!Go!!! 13) Gainbombs 14) Still The Right Way 15) Andi&Dave (Outro)
Wenn Schlucke und die GAINBOMBs was am Planen dran sind, dann ist die Neugier natürlich geweckt. Mal schauen, ob das Debüt der Ruhrpott-Punker mit ebenso vielen „echten Gefühlen“ punkten kann wie Fränkys „Eingelocht“.
Das Trio, das bisher u. a. bei Bands wie SKUNK, IN CASE OF EMERGENCY, REGICIDE oder MOTÖRHEADMANIACS Erfahrungen sammelte oder noch sammelt, haut mit dem 43-minütigen Debüt „Gain, Boom, Bang“ eine wilde Mischung aus humorvollen sowie ernsthaften Punkrockern raus. Während man im Opener „The Open One“ über die eigene Lieblingsbiersorte philosophiert, sind das geniale Intro „Schlucke“ sowie „Bang Boom Bang“ Verneigungen vor dem 1999er Kultfilm mit Ralf Richter. Deutlich ernsthafter wird es dann mit „FCK You AFD“, welches man nicht nur als Single ausgekoppelt hat, sondern für dessen Aufnahme man sich auch eine illustre Reihe von Gästen eingeladen hat. Und in „Song For The Different“ setzt man sich für Minderheiten ein. Musikalisch wandeln Mace & Co. nicht ausschließlich im typischen Deutsch-Punk-Revier, sondern binden vielmehr Rockabilly und Twang-Sounds in ihre Songs mit ein. So erinnert die Gitarrenarbeit in Songs wie „Bang Boom Bang“ oder "It’s All About The Game“ durchaus an THE BOSSHOSS zu „Stallion Battallion“-Zeiten. Aber auch die Vorliebe für DIE ÄRZTE oder MOTÖRHEAD (nicht zuletzt in „Lemmy & Bruce“) schimmert immer mal wieder durch, wobei die GAINBOMBS ihre Vorbilder nicht kopieren, sondern tatsächlich Einflüsse zu ihrem eigenen Sound verschmelzen. Mit Songs wie „Go!Go!!Go!!!“ oder „Gainbombs“ gibt es auch jede Menge Arschtritt-Punkrock für Freunde der RAMONES. Die GAINBOMBS haben die Produktion des Albums in die eigenen Hände genommen und dabei einen recht eigenständigen Sound gefunden, der sowohl Mainstream- als auch Streetpunk-tauglich ist. Insofern kann ich mir die Band sowohl auf der großen Bühne beim Rock Am Ring vorstellen als auch in der verrauchten Eckkneipe. Mir zumindest gefällt der recht differenzierte Sound, bei dem kein Instrument zu sehr im Vordergrund steht – besonders der Bass gefällt mir gut. Die GAINBOMBS legen mit „Gain, Boom, Bang“ ein hörenswertes Debüt vor, mit dem sie verschiedene Nischen innerhalb des Punkrock-Universums bedienen.
Tracklist / Songs: 1. The Gates 2. Terror For Terror 3. Battle To The Last 4. Death Squad 5. Soldiers 6. Burial At Sea 7. Last Round Is On Us 8. Victims 9. Iron Force 10. Defenders Of Justice 11. Predetermined Destiny 12. Proud Pariah
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Lee - Vocals Arnd - Guitar Dominik - Guitar Ben - Bass Lacky - Drums, Bild:
Video URL: https://www.youtube.com/watch?v=2fV-yUyDHEo, Video - Titel: DARKNESS & FRIENDS - Death Squad (2025) / DARKNESS & FRIENDS, 40 years of thrash! (Official Video), Objekt - Position: Links
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Heavy Birthday zum 40sten!
Auch die Ruhrpott Thrasher von DARKNESS nullen in diesem Jahr und schauen zum Geburtstag zurück und nach vorne.
Auf ´The Death Squad Chronicles´ finden sich Neueinspielungen von (sehr) alten Tracks und zwei neue Songs. Songs wie ´Victims´ stammen vom ersten Demo und drei Songs vom unterbewerteten ´Death Squad´ Debüt haben ihren Weg auf die Scheibe gefunden. Gerade der Titeltrack ist eine teutonische Thrash Granate der Extraklasse, nicht ohne Grund sind in dem Video so einige Prominente der Thrash Sene zu sehen. Natürlich gibt es dazu Songs vom Nachfolger ´Defenders of Justice´ und auch das bei Fans nicht unumstrittene ´Conclusion & Revival´ Album wurde nicht ausgespart. Wie auch bei den Neueinspielungen von SODOM oder DESTRUCTION ziehe ich die Originalversionen vor. Diese Songs müssen für mich so klingen wie damals in meinem Jugendzimmer. Ich will ja auch, dass Mutter nichts am Rezept für den Apfelstrudel ändert. Manches soll halt so bleiben, wie es ist. Für alle, die die Endachtziger Phase verpasst haben, ist das Album ein guter Einstieg, der hoffentlich dazu anregt, sich die alten Scheiben zuzulegen. Dank der Wiederveröffentlichungen durch High Roller sind die ersten beiden Alben und die Demos ja leicht erhältlich.
Bemerkenswert ist, dass das Album mit Songs aus vier Jahrzehnten nie verstaubt und wie aus einem Guss klingt. Da sind wir wieder bei Mutters Apfelstrudel – warum Rezept und Zutaten ändern, wenn’s gut ist? Eben. DARKNESS haben nach ihrer Reunion starke Alben abgeliefert und es scheint, als bekämen sie langsam die Anerkennung, die sie verdienen. Wir wollen mal nicht übertreiben und freuen uns erstmal auf die nächsten 10 Jahre.
Etwas über ein Jahr ist es jetzt her, dass die melodischen Death Metaller von Wolfheart ihren letzten Longplayer „Draconian Darkness“ herausgebracht haben. Unser Fazit lautete damals: Die Finnen zelebrieren in gekonnter und überzeugender Art und Weise ihren melodischen Death Metal, der aufgrund der einzigartig gefühlvollen Klargesänge und dem dosierten Hang zum Symphonischen einen unverkennbaren Wiedererkennungswert besitzt. Einfach melodischer Death Metal der Extraklasse!
Jetzt ist mit der EP „Draconian Darkness II“ sozusagen die „kleine Schwester“ zu haben. Darauf liefert Mastermind Tuomas Saukkonen, der gerade mit dem neuen Before-The-Dawn-Album ein weiteres Eisen im Feuer hat, zwei brandneue Tracks sowie eine Live-Aufnahme von 'Burning Sky', 'The Gale' im akustischen Gewand und 'Grave' in einer orchestralen Version.
'Carnivore' bietet dabei die typische Wolfheart'sche Brachialität im Verein mit düsterer Infernalität und orchestraler Eingängigkeit. Ähnliches gilt für 'Forefather', das mit einem Mehr an atmosphärischer, sehnsuchtsvoller Intensität aufwarten kann. Mit 'Burning Sky' zeigen die Finnen gekonnt und verlustfrei ihre Live-Qualitäten, wohingegen 'The Gale' in seiner instrumentell reduzierten Version sein ganzes melancholisches wehmütiges Potenzial offenbart. Der Song 'Grave' schließlich ist nach seiner orchestralen Metamorphose eher etwas für die experimentelle Fraktion, für alle anderen zumindest interessant.
Fazit: All diejenigen, denen der große Longplayer-Bruder gefallen hat, dürfen die kleine EP-Schwester auf keinen Fall links liegen lassen. Denn bei Wolfheart weiß man, was man hat!
WOLFHEART live in Deutschland:
“Draconian Darkness Over Europe”
w/ BEFORE THE DAWN, SUOTANA, FULL HOUSE BREW CREW
Presented by Nahka Agency
01.10.2025 DE Hamburg - Logo 02.10.2025 DE Leipzig - Hellraiser 03.10.2025 DE Essen - Turock 04.10.2025 DE Weinheim - Café Central 12.10.2025 DE Lindau - Club Vaudeville 13.10.2025 DE Munich - Backstage
Tracklist / Songs: 1. Wir bleiben wach 2. Weit, weit weg 3. Auf einen neuen Tag 4. Ich trinke nicht mehr 5. Steh auf 6. Weine nicht 7. Ärgerlich 8. Das kann doch mal passieren 9. Sex, Kokain und frische Luft 10. Hallo 11. Happy Birthday zum Geburtstag 12. Du bist gut so 13. Wenn's am schönsten ist
Video URL: https://www.youtube.com/watch?v=T6Vgp4ejUM4, Video - Titel: Sondaschule - Das kann doch mal passieren (Official Video), Objekt - Position: Links, Fallback Thumb:
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Mit „Unbesiegbar” hatten SONDASCHULE 2022 ein wahrlich starkes Album abgeliefert und zu Recht den höchsten Charterfolg der Karriere sowie zahlreiche ausverkaufte Shows gefeiert. „Wir bleiben wach“ hat es somit aus vielerlei Gründen schwer, sich als würdigen Nachfolger zu etablieren.
Neben der Tatsache, dass sich die Mühlheimer Ska-Punkrocker mit „Unbesiegbar“ unwiderruflich an der Schwelle zur deutschen Spitzenklasse positioniert hatten, waren das Album sowie die folgenden Shows auch durch den unerwarteten Tod des langjährigen Gitarristen Daniel „Blubbi“ Junker gekennzeichnet. Insofern stellt „Wir bleiben wach“ also eine bedeutende Zäsur für die Rocker dar. Und ich muss gestehen, dass die im Vorfeld ausgekoppelten Singles für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle waren: „Weit, weit weg“ hat mich total geflasht, während ich mit „Ich trinke nicht mehr“ bis heute wenig anfangen kann. Doch beide Songs repräsentieren zweifelsohne das SONDASCHULE-Universum. Und auch poppige Tracks wie das melancholische „Weine nicht“ gehören dazu. Wie breit die Band stilistisch aufgestellt ist, war auch auf „Unbesiegbar“ deutlich hörbar, doch auf „Wir bleiben wach“ wurden die Grenzen vielleicht noch etwas mehr ausgeweitet. So erinnert mich das mit livetauglichen „oooohhhs“ ausgestattete „Ärgerlich“ in der Strophe durchaus an die NDW-Helden TRIO. Ihre chillige Seite zeigt die Band u. a. in „Sex, Kokain und frische Luft“. Am stärksten sind SONDASCHULE für mich immer dann, wenn sie ihre Kernzutaten Ska und Punkrock zusammenführen und ordentlich Gas geben, wie in „Das kann doch mal passieren“, „Weit, weit weg“ oder „Steh auf“. Doch die Erlebnisse der vergangenen Jahre scheinen sich auch in zahlreichen Songs und deren Texten widerzuspiegeln: „Wenn’s am schönsten ist“, „Du bist gut so“, „Steh auf“ oder „Weit, weit weg“. Nachdem „Wir bleiben wach“ nun mehrfach bei mir gelaufen ist, kann ich doch sagen, dass sich das Album als würdiger Nachfolger zu „Unbesiegbar“ präsentiert, auch wenn der Vorgänger für mich die Nase etwas vorn behält. SONDASCHULE präsentieren sich auf „Wir bleiben wach“ als glaubhafte, authentische Band mit Rückgrat, die sich weder inhaltlich noch musikalisch etwas vorschreiben lassen will. Trotz dieser Kompromisslosigkeit hat man mit der Hilfe von Produzent Vincent Sorg (u. a. DIE TOTEN HOSEN, BROILERS) wieder einen Weg gefunden, die Erfolgsgeschichte der Band auch anno 2025 weiterzuschreiben. Ich bin gespannt auf die kommende Tour…
01. Of Death 02. Venator 03. Monuments 04. Tenebrae Latebra 05. Summoning The Dark 06. Beyond The Horizon 07. The Rivers Of Avernus 08. In Sleep There Is Peace 09. An Aria Of The Damned 10. All Life Is Evil 11. Matso Mika Matso
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Ville Viljanen – vocals Jori Haukio – lead guitar Jarkko Kokko – rhythm guitar Teemu Heinola – bass Marko Tommila – drums
Mehr als ein viertel Jahrhundert treiben Mors Principium est nun schon ihr melodisches Death Metal Unwesen. Und zum Glück stehen die Finnen jetzt mit ihren neunten Longplayer in den Startlöchern. Die Tage werden kürzer, die Dunkelheit nimmt zu, aber mit „Darkness Invisible“ kommt gar nicht erst irgendeine Form von Müdigkeit auf.
Originalität ist nach wie vor und einmal mehr DAS Pfund, mit dem Andreas “Vintersorg” Hedlund punkten kann. Angefangen beim überragenden Artwork des neuesten Outputs “Vattenkrafternas Spel”. Vom ersten Blick und von der ersten bis zur letzten Note des Albums ist zu jeder Minute erkennbar, wer hier am Werk ist.
Auch der mittlerweile elfte Longplayer von Vintersorg wird getragen von Hedlunds einzigartiger cleaner Stimme im Wechsel mit seinem kräftigen schwarzmetallischen Keifen innerhalb des wiederum unverkennbaren Spektrums zwischen Black Metal, Folk und Progressive Rock. Über sämtliche Kritik ist auch die Produktion erhaben, denn “Vattenkrafternas Spel” klingt genauso, wie ein Vintersorg-Album klingen sollte bzw. muss. Übrigens trotz Drum-Computer.
Das Songwriting allerdings ist über weite Strecken nicht mehr als solide. An Biss fehlt des Vintersorg nicht, wohl aber etwas an Frische. Denn über weite Strecken des gut einstündigen Werkes wirkt “Vattenkrafternas Spel” doch oft sehr gefällig, zu lang, zu ausladend und zu wenig fokussiert. Viele Song-Passagen der Mal mehr und Mal weniger wilden Klanglandschaften werden analog zum Artwork vom reißenden Strom mitgerissen oder alternativ im wildromantisch plätschernden Gewässerlauf hinfortgespült, ohne dass nachhaltige Eindrücke zurückbleiben. Höhepunkte oder Ausreißer eines Kalibers “Ur älv och å”, in denen Hedlund auch sein kompositorisches Talent vollständig ausschöpft, sind leider die positive Ausnahme.
“Vattenkrafternas Spel” wird auf jeden Fall keinen Fan von Vintersorg enttäuschen oder gar verprellen. Aber im direkten Vergleich zum Vorgänger-Album “Till Fjälls del ll”, der rückblickend überraschend guten Reminiszenz an das 98er-Werk, mit dem dem Schweden der Durchbruch gelang, fällt das neue Album aus meiner Sicht deutlich ab. Selbstverständlich ist man von dem Opus Magnum “Cosmic Genesis” oder auch von einem “Ödemarkens Son” meilenweit entfernt. Und aktuell gebe ich der wesentlich raueren und knorrigeren “Orkan”- oder “Jordpuls”-Phase wie auch dem proggigen “Visions From A Spiral Generator” bis hin zum völlig entrückten “The Focusing Blur” den Vorzug. Trotzdem ist “Vattenkrafternas Spel” ein Vintersorg-Album durch und durch.
Tracklist / Songs: 01 - The Day Is Past And Gone 02 - Unreachable 03 - Dark Trinity 04 - Astray 05 - In Times Of Endless Nights 06 - The Silent Slumber 07 – Hiraeth
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Max Molodtsov - guitars, bass, drums, keyboards, programming, backing vocals on 'The Day Is Past And Gone', 'Dark Trinity' and 'Astray’. Stefan Nordström - lead vocals. Henrik Ekholm - clean vocals on 'Dark Trinity'.
All music composed by Max Molodtsov. Lyrics written by Max Molodtsov with adaptations from poetry of John Leland on 'The Day Is Past And Gone' and Robert William Service on 'Dark Trinity'. Lyrics on 'Unreachable' by Stefan Nordström. Sorrowful Land logo by Slobodan Jovanovic. Artwork, booklet & CD design by Romulo Dias., Bild:
Das walisische Wort „Hiraeth“ beschreibt ein tiefes Gefühl von Heimweh und Nostalgie, verbunden mit der Trauer über einen Verlust oder eine idealisierte Vergangenheit, die vielleicht nie existierte. Dementsprechend stellt Bandkopf May Molodtsov die Frage nach der Unabänderbarkeit des Vergangenen ins Zentrum seines vierten Albums „Hiraeth“.
In den sieben Songs des Albums versucht der Ukrainer Molodtsov Antworten auf verschiedene Fragen des Lebens zu finden. Der Soundtrack dazu ist pechschwarz und zentnerschwer. Im Stile von frühen PARADISE LOST, von SEPTICFLESH, FLOWING TEARS & WITHERED FLOWERS oder DRACONIAN schleppen sich Molodtsov und seine Mitstreiter durch die Songs und bedecken damit alles in ihrer Reichweite mit einem schwarzen, schweren Umhang. Dass dabei lediglich ein Song („Astray“) unter fünf Minuten bleibt, gehört zum Geschäft und standesgemäß gipfelt das Album im opulenten titelgebenden Track am Ende des Albums. „Hiraeth“ orientiert sich voll und Ganz an der wahren Lehre und stilistische Vorbilder wie PARADISE LOSTs „Gothic“ sind kaum zu überhören, was mir aber sehr gut gefällt. Die schwermütigen Gitarrenriffs werden immer wieder durch melancholische Akustik-Parts oder ruhige Klavier-Parts unterbrochen, neben den abgrundtiefen Growls findet man hier und da auch mal klaren Gesang und die omnipräsenten Leads machen einem Gregor Mackintosh alle Ehre. Wer sich zwischen „Gothic“ und „Icon“ zuhause fühlte, der wird auch mit diesem Album gut klarkommen, auch wenn herausragende potentielle Evergreens vielleicht Mangelware sind. Unweigerlich verbindet man den Bandnamen SORROWFUL LAND momentan natürlich mit der kriegsgebeutelten Ukraine und der rabenschwarze, melancholische Gothic Death Metal der Band klingt wie die musikalische Beschreibung des Jahrzehnts. „Hiraeth“ ist alles andere als fröhlich, klingt verzweifelt, brutal und versprüht mit jeder Note eine gewisse Portion Tragik. Damit bildet SORROWFUL LANDs „Hiraeth“ in diesem Herbst ein düsteres Triumvirat mit PARADISE LOSTs „Ascention“ und COLOSALISTs „Two Suns“. Hörenswert.
Tracklist / Songs: 1. Uprising 2. When The World Finds Out 3. Crown The King Of Violence 4. Last Words Of A Dying Man 5. B.U.R.N. 6. Swinging The Chain 7. The Way Back 8. Taking Power 9. Mask Of Anger
Keine Angst, hier handelt es sich nicht um eine Rezension der versehentlich falsch geschriebenen neuesten Ausgabe eines Merian Heftes über Süddänemark. Das stolz selbstbetitelte neue Album der Dänen MERIDIAN dürfte sich auch deutlich besser verkaufen als die traditionellen Reisemagazine ähnlichen Namens.
Und wer bei der Single „Crown The King Of Violence” verwundert in sich hineingehört und sich gefragt hat, wie einem diese Band in den vergangenen zehn Jahren durch die Lappen gegangen sein kann, dem sei gesagt, dass „Meridian“ für die Band einen musikalischen Relaunch allererster Güte darstellt. Ich habe verwundert festgestellt, dass ich zumindest den aus 2019 stammenden Vorgänger „The Fourth Dimension“ im Regal stehen habe. Auf dieser Scheibe drehen die Dänen ihre Runden in deutlich rockigerem Tempo und kombinieren eher AOR und proggigen Melodic Metal miteinander. Damals hatte noch Lars Märker für die Vocals gesorgt. Dieser hat das Mikro nun an Søren Adamsen weitergegeben, der in der Vergangenheit nicht nur bei u. a. FIREFORCE gesungen hat, sondern mit ARTILLERY Übersongs wie „Dark Days“ aufgenommen hat. Mit dem Wechsel am Mikro ging auch eine musikalische Neuausrichtung einher und der Fünfer wagt einen Spagat zwischen melodiösem Hard Rock und Thrash Metal, wobei sich die Songs dann meist stilistisch im Bereich METAL CHURCH, SWORD oder VICIOUS RUMORS einpendeln. „Taking Power“ ist ein tolles Beispiel dafür, wie man Melodie und kantige Riffs perfekt verbinden kann. Das eröffnende „Uprising“ hingegen zeigt gleich zu Beginn des Albums, dass MERIDIAN es ernst meinen und dem deutlich zahmeren Hard Rock der Vergangenheit den Rücken zugewandt haben. „Last Words Of A Dying Man“ drückt mit Double Bass und messerscharfen Riffs durch die Boxen, während „Swinging The Chain“ deutlich mehr Rock enthält. Und vor allem „The Way Back“ klingt nach einem Zugeständnis an alte Fans und erinnert in der Strophe gesanglich sogar an „Shot In The Dark“ von OZZY. In „Mask of Anger“ klingen dann die progressiven Vorlieben der Band nochmal durch. Doch so bleibt „Meridian“ über die gesamte Spielzeit interessant und abwechslungsreich. Auch die Produktion ist deutlich bissiger ausgefallen als auf dem Vorgänger.
Søren Adamsen gibt hier einen Einstand von Format und MERIDIAN haben die Zeit seit „The Fourth Dimension“ bestens genutzt, um sich stilistisch neu aufzustellen. Es hat sich gelohnt, dass sie diesen Schritt gegangen sind, und „Meridian“ klingt zwar weder nach ACCEPT noch nach IRON MAIDEN, wie im Bandinfo suggeriert, dafür verweist es die aktuellen Scheiben von METAL CHURCH und VICIOUS RUMORS problemlos auf die Plätze. MERIDIAN gelingt ein starker Neubeginn mit einer bärenstarken Scheibe, die tatsächlich keinerlei Füllmaterial enthält. Schade, dass dieses Kraftpaket nicht auch ein ansprechenderes Äußeres bekommen hat, damit die Fans das Album nicht übersehen.
Tracklist / Songs: 01 – From the Others 02 – Creeping Frost 03 – Visdomer 04 – Dabrakar 05 – Die Inside Me 06 – Soul of Birds 07 – No Angels at Home 08 – Witnesses from Shadows 09 – Over the Sky
Mit „Ascension“ haben sich PARADISE LOST nicht nur selbst übertroffen, sondern sicherlich auch den aktuellen Standard für ihr Genre gesetzt. Doch neben dem Meisterwerk der trübseligen Briten dringt der zaghafte Glanz zweier Sonnen in die herbstlichen Septembertage: COLOSALIST melden sich nach mehr als zehn Jahren mit „Two Suns“ zurück.
Die 90er Jahre wurden schon damals schlechter geredet, als sie musikalisch waren. Immerhin hat das Jahrzehnt die bislang letzten relevanten stilistischen Evolutionen im Metal-Universum hervorgebracht. Neben PARADISE LOST öffneten Bands wie TIAMAT, THERION, MY DYING BRIDE, CEMETARY & Co. die Tore zu neuen, ebenso schwermütigen wie fesselnden Welten. Aus diesem Mutterboden sprießen deutlich hörbar die musikalischen Blüten von COLOSALIST, die ihre Vorbilder nicht kopieren, aber doch auf ihre eigene Weise zitieren. Dabei besticht „Two Suns“ vor allem auch durch den variablen wie gelungenen Einsatz von gleich drei Sängern, so dass tiefe Growls ebenso zum Songgeschehen gehören wie weibliche Vocals und düsterer Gesang im Stile des „Icon“-Nick Holmes. Ein Song wie „Witness From Shadows“ greift dabei die frühen LAKE OF TEARS auf, ebenso wie die Aggressivität von FURBOWL. Die tschechisch-norwegische Kooperation ist stets darauf bedacht, nicht einfach nur einen Abklatsch ihrer Vorbilder zu liefern, sondern die verschiedenen Bands als Inspiration für eigene Kompositionen zu nutzen, die Melancholie in grandioser Weise mit Melodie und Eingängigkeit verbinden. So finden sich in „Visdomer“ opulente Passagen, die im wunderbaren Kontrast zu den kratzigen Vocals der Strophen stehen. Der Refrain hingegen geht nur schwer wieder aus dem Ohr. Die Single „Die Inside Me“ kreuzt abermals die DNA von LAKE OF TEARS mit den Doomstern von CORPORAL PUNISHMENT und überzeugt durch tiefschwarze Strophen, denen abermals ein eingängiger Chorus gegenübersteht. Bereits der Opener „From the Others“ deutet an, wie problemlos COLOSALIST tiefe Traurigkeit, eingängige Melodien und schwere Riffs miteinander verknüpfen können. Mit „Creeping Frost“ hat die Band den vielleicht schwächsten Song an die Nummer 2 der Setlist gestellt – aber vielleicht gefällt mir auch nur die Melodie nicht. Das Riff ist im Herzen recht modern, doch die Band taucht es in tiefes Schwarz und erinnert letztlich an die Schweden von ROSICRUCIAN, die es in den 90er Jahren auf zwei Alben gebracht haben. COLOSALIST punkten gleich mit einer ganzen Reihe potentieller Genre-Hits: Neben „Visdomer“ und „Die Inside Me“ sind da vor allem „Soul of Birds“ und „No Angels at Home“ zu nennen. Und trotz aller Eingängigkeit empfehlen sich COLOSALIST aufgrund der omnipräsenten Melancholie und der schweren Riffs weniger für den Fernsehgarten als für das Mera Luna Open Air, denn an den Songs auf „Two Suns“ werden sowohl Fans von THE NEPHILIM ihre Freude haben wie auch die Anhänger TIAMATs zur „Clouds“ und „Wildhoney“ Phase. Und auch wer PARADISE LOST vor allem von „Gothic“ bis „Dragonian Times“ hörte, dürfte an „Two Suns“ Gefallen finden. Neben PARADISE LOSTs „Ascension“ ist „Two Suns” von COLOSALIST zweifelsohne das stärkste Düster-Metal-Album des Jahres und es ist zu hoffen, dass die Band nicht abermals elf Jahre benötigt, um neues Material in Form zu gießen. Andererseits hat sich das Warten auf dieses Album auf jeden Fall gelohnt. Besser und authentischer kann man 90er-Jahre-Gothic-Death-Metal im 21. Jahrhundert nicht zelebrieren. Leider scheint es „Two Suns“ in unseren Breiten lediglich als digitale Veröffentlichung zu geben, so dass zu hoffen bleibt, dass sich in Zukunft ein größerer Vertriebspartner finden lässt.
Anfang 2025 hatten wir aus England Polly Paulusma mit ihrem Album Wildfires zur Bewertung in den eigenen virtuellen Hallen. Sie spielt beim Album Kathryn Williams' als Co-Autorin einiger Lieder, Gastmusikerin und -sängerin eine wichtige Rolle. Daneben sollte auf alle Fälle noch Paul Weller als Gastmusiker genannt werden. Kathryn Williams stammt aus Liverpool. Wenn man die eigene Seele der Musik verschrieben hat, kann das eine kleine Bürde sein, weil alle Liverpool mit den Beatles sofort in Verbindung bringen. Lassen wir Liverpool Liverpool sein und begeben uns in den Mystery Park, um den Klängen zu lauschen.
01. Serpent On The Cross 02. Tyrants Serenade 03. Salvation 04. Silence Like The Grave 05. Lay A Wreath Upon The World 06. Diluvium 07. Savage Days 08. Sirens 09. Deceivers 10. The Precipice 11. This Stark Town 12. A Life Unknown
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Greg Mackintosh – Guitars, Keyboards Nick Holmes – Vocals Aaron Aedy – Guitars Steve Edmondson – Bass Jeff Singer - Drums
„Ascension“ (Aufstieg, Himmelfahrt) also. Wenn sich Paradise Lost mit ihrem bahnbrechenden Schaffen nicht schon längst in den Metal-Olymp katapultiert hätten, wäre der neue Longplayer dazu bestens geeignet. Denn er zeigt die Doom-Metal-Veteranen in einer mehr als herausragenden Form, die man den Briten nach ihrem letzten Corona-Meisterwerk „Obsidian“ eigentlich gar nicht mehr zugetraut hätte.
Tracklist / Songs: 01 - Allein zu allein 02 - Dead Man Walking [Feat. Chuck Ragan] 03 - Whatever Happened To The 80s 04 - Keiner kommt hier lebend raus [Feat. Shitney Beers] 05 - Stop The Clocks [feat. Campino & Matt Hensley] 06 - Wake The Dogs 07 - Problem kein Problem 08 - Room With A View (Give Me Shelter) 09 - Eine letzte letzte Runde 10 - Calling 11 - Augen sehen 12 - Out In The Cold [Feat. Kuddel] 13 - So Long [Feat. Frank Turner]
Die DONOTS erschließen sich mit Schwert aus Holz neue Auftrittsmöglichkeiten, nämlich auf den Auftrittsmuscheln in Parkanlagen: Schön gediegen beim Nachmittagstee, Kaffee und Sahnetörtchen. Im Park von Emsdetten, an den Salinen von Rheine, an den Auen des Aasees zu Münster usw. Da ist es nun, das Akustikalbum Schwert aus Holz, auf das mit einigem Vorlauf schon die Holztrommel geschlagen wurden.
Tracklist / Songs: 01 - Time Bomb 02 - Tailspin 03 - I Got To Move 04 - Rowdy Days 05 - Icarus 06 - Midnight Woman 07 - Break These Chains 08 - Born To Do 09 - Rock N Roll 11 - Ramblin’ Jones 11 - Monsters
Die Geschichte dieser Band beginnt 2007 in Texas, USA als Trio, 2008, nach einem Umzug, erweiterte sich das Line-up und man nannte sich fortan Whiskey Myers und gründete das Label Whiggy Thump. Den ein oder anderen Konsumenten des reichhaltigen Angebots von Netflix, Paramount, Amazon Prime könnte die mehrfach Platin ausgezeichneten Whiskey Myers schon unter die Ohren gekommen sein durch die CBS-Serie SEAL Team, den Film mit Angelina Jolie Those Who Wish Me Dead, der Netflix-Serie What/If, den Paramount-Serien Landman sowie Yellowstone (dort auch sichtbar präsent). 2025 wartet nun auf mit Album Nr. 7.
Die Tschechen senden ein erstes todesmetallisches Lebenszeichen, das kann sich hören lassen.
Wobei ich das Format nicht ganz verstehe. Wenn man Intro und Zwischenspiel außen vor lässt, finden sich auf der EP vier Songs mit einer guten Viertelstunde Spielzeit. Die perfekte Länge für ein Demo. Wisst ihr noch damals, als Bands erst Demos und dann Platten über Labels veröffentlicht haben? Wer soll das auf einem überschwemmten Markt alles auf dem Schirm haben, geschweige denn kaufen? Das aber sind allgemeine Gedanken, jetzt zu den Songs. Die können sich wahrlich hören lassen. CANCER VOID spielen old school Death Metal, der morbide daherkommt. Nur selten wird die Geschwindigkeit richtig angezogen, in der Regel watet die Band im Midtempo durch den knöcheltiefen Morast. Die EP ist für diese Art von Mucke genau richtig produziert, alles in allem also ein sehr gelungener Einstand.
Da wir hier beim Twilight und nicht auf der Onkologie des regionalen Krankenhauses sind, hoffe ich, dass die ersten Metastasen ordentlich streuen und auf die Größe eines kompletten Albums anwachsen.
Tracklist / Songs: 1. The Future Is Now 2. Go Ahead (Don’t Give Up) 3. It’s Not Late Tonight 4. Stoker 5. Black Sheep 6. No Way To Come Back 7. Don’t Bend Over 8. Nothing To Lose 9. Be Your Number 10. No More Lies 11. Switch Up My Time
Die verrückten Hunde machen mir das Reviewen leicht. Ob das positiv ist, muss jeder selbst entscheiden.
Die Italiener klingen sehr stark nach THE HELLACOPTERS ab ´High Visibility´. Musikalisch machen das einige, aber bei den MAD DOGS hat auch die Stimme eine große Ähnlichkeit zu Captain Nikke. Dessen Comeback Album ´Eyes Of Oblivion´ hat deutlich gemacht, dass dann doch keiner der Nachahmer die Qualität der Höllenhubschrauber erreicht hat. Das gilt auch für die Italiener. Klar gibt es gute Riffs und catchy Hooks, das gehört bei der Musik einfach dazu und ist auch ganz gut gemacht, mir aber viel zu nah am Original. Wohl nicht zufällig kommt mir der HELLACOPTERS Songtitel ´It’s Good but It Just Ain’t Right´ in den Kopf. Live machen die Tracks sicherlich Spaß, auf Konserve läuft ´The Future Is Now´ bei mir erst dann regelmäßig, wenn ich mir irgendwann die HELLACOPTERS Diskografie überhört haben sollte - diese Zukunft ist nicht jetzt.
Es ist nicht ganz einfach, hinter die Fassade dieser Band mit dem recht kryptischen Namen C:R:A zu blicken. Das Debut “Zoon Logon Echon” wurde über Greyman bzw. Bleikeller Records UK veröffentlicht.
Die Spur führt allerding früher oder später in den Norden Niedersachsens und hinter C:R:A stößt man früher oder später auf Rauer, der als Kopf der Oldenburger Sethnefer, Wertstahl oder auch als Live-Gitarrist von Eïs alles andere als ein unbeschriebenes Blatt in der Szene ist.
“Zoon Logon Echon” beinhaltet sehr kalten, scheppernden Black Metal skandinavischer Prägung mit viel Hall sowie einer eisigen wie klinisch-industrieller Kälte. Dabei ist die Musik hochemotional, was sich nicht zuletzt in den markerschütternden Schreien bzw. beim Gesang manifestiert. Amtssprachen sind Finnisch und Englisch, die eingebauten Sprachsequenzen sind wiederum deutschen Ursprungs.
Sakrale Atmosphäre tifft musikalisch auf pure, (selbst-)zerstörerische Raserei. Es geht allerdings auch schleppend, schleifend und getragen, was nicht weniger beängstigend klingt.
C:R:A ist ein abwechslungsreicher schwarzmetallischer Bastard irgendwo zwischen Impaled Nazarene und Immortal mit einer abgrundtief finsteren Prise Rock ´N´ Roll. Die CD kommt im Digisleeve und ist auf 200 Einheiten limitiert. “Zoon Logon Echon” wurde zwar schon Anfang Sommer veröffentlicht, das Album bietet aber eigentlich einen perfekten Soundtrack für die anstehende dunkle Jahreszeit!
Erhältlich sind die CD im schicken Digipack (5 Euro) sowie Logo-Shirts (10 Euro) via Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..
Moondog Wily ist ein amerikanischer Musiker, ein Singer/Songwriter. Knock Knock Knock ist sein drittes Album. Es umfasst 15 Titel. Aufgenommen hat er es in einem einzigen 81 min Take am 23. August 2025 - wobei die Spielzeit 50 min umfasst.
Tracklist / Songs: 01 - Inferna 02 - Bloodhound 03 - Inside The Waves 04 - The Tales Of War 05 - Hydra 06 - Nerve 07 - Death Above Life 08 - The Storm 09 - Neural Collapse 10 - The Path I Walk
Nachdem das Comeback-Album „Stormbringers“ 2023 doch eher mittelmäßig ausgefallen war, sind die melodischen Death Metaller mit ihrem neuen Longplayer „Cold Flare Eternal“ auf einem guten Wege zu alter Stärke.
Tracklist / Songs: 1. Prison Of Flesh (07:00) 2. Oblivion (08:20) 3. In Darkness (06:43) 4. Unbreakable (04:49) 5. Glenwood (06:44) 6. Lionheart (05:44) 7. Death Can Take Me (07:16) 8. War Machine (04:54) 9. A Nameless Hymn (05:14) 10. Forevermore (09:47)
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Will Ramos - Lead Vocalist Michael Yager - Background Vocal / Bass Guitar Austin Archey - Drums Adam De Micco - Guitar Andrew O’Connor - Orchestra / Synthesizer, Bild:
Tracklist / Songs: 1. Wonderland 2. Waiting For You 3. Eye Of The Oracle 4. Heaven Tonight 5. Warlords Of The North (feat. Biff Byford) 6. Timing Is Right 7. Goodbye 8. Love Thy Enemy 9. Legacy 10. Hearts Collide 11. The Fall
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Alexander Strandell – Vocals Love Magnusson – Guitars Jona Tee – Keyboards John Leven – Bass Christian Lundqvist – Drums
Biff Byford – Guest Vocals (Warlords Of The North), Bild:
Ein dystopisch anmutendes Stadtbild mit gespenstischem Riesenrad lässt eher auf das Ende der schwedischen Supergroup CROWNE schließen als auf ein packendes Melodic Metal Album. Doch für den Fünfer um Frontmann Alexander Strandell scheinen die Zeichen auf Sturm zu stehen.
In der Vergangenheit waren mir CROWNE etwas zu vorhersehbar. Im Grunde hat die Band an ihrem Stil auch auf Album Nummer 3 nichts geändert. Dennoch hat mich schon die erste Single „Waiting For You“ ziemlich begeistert, liefert die Truppe hier doch eine gute Mischung aus STRATOVARIUS und H.E.A.T. ab. Mit „Warlords Of The North“ erinnern CROWNE sogar entfernt an STORMWINDs geniales „Strangers from the Sea” und man konnte den (Angel-)Sachsen Biff Byford als Gastsänger gewinnen. Name-Dropping hat „Wonderland“ allerdings gar nicht nötig, denn Strandell, der sonst bei ART NATION, LIONVILLE und NITRATE zu hören ist, macht seinen Job wirklich hervorragend. Mit der Single „Timing Is Right” fischen die Schweden im Fanbecken von DYNAZTY, ECLIPSE und H.E.A.T., machen ihre Sache aber besser als zuletzt DYNAZTY. Die Power-Ballade „Goodbye“ ist ein amtlicher Schmachtschinken, während „Legacy“ zunächst elektronische Elemente einbindet, dann aber zum fetten Rocker mutiert. Während Gitarrist Love Magnusson (DYNAZTY) für kraftvolle und durchaus moderne Riffs sorgt, verziert Keyboarder Jona Tee (H.E.A.T.) die Songs mit eingängigen Melodien. Durch die Rhythmus-Sektion, bestehend aus Tieftöner John Leven (EUROPE) und Drummer Christian Lundqvist (ex-THE POODLES) bekommen die 11 Songs auf „Wonderland“ den nötigen Drive. Letztlich verwundert es aber kaum, dass CROWNE eine Melange aus den Hauptbands der Beteiligten ist. Das ist jedoch nicht negativ, denn auf „Wonderland“ gibt es bei aller stilistischen Gradlinigkeit auch ausreichend Abwechslung, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Insofern muss man CROWNE anno 2025 attestieren: So geht zeitgemäßer Melodic Metal „Made in Sweden“!
Internal Bleeding Godly Beings ‘Til Death Slowly We Rot Immortal Visions Gates To Hell Words of Evil Suffocation Intoxicated Deadly Intentions Bloodsoaked Stinkpuss Find The Arise (demo version) Like The Dead (demo version)
2. CD Cause Of Death
Infected Body Bag Chopped In Half Circle Of The Tyrants Dying Find The Arise Cause of Death Memories Remain Turned Inside Out Infected (demo) Memories Remain (demo) Chopped In Half (demo)
3. CD The End Complete
I’m In Pain Back To One Dead Silence In The End of Life Sickness Corrosive Killing Time The End Complete Rotting Ways I’m In Pain (live) Killing Time (live)
4. CD World Demise
Don’t Care World Demise Burned In Redefine Paralyzing Lost Solid State Splattered Final Thoughts Boiling Point Set In Stone Kill For Me Killing Victims Found Infected (live) Godly Beings (live) Body Bag (live) Buried Alive Boiling Point (212’ Sporadic Mix)
Kaum eine Death Metal Band hat ein ganzes Genre so nachhaltig geprägt wie OBITUARY, die mich allein schon durch die ikonische Optik des Debüts in ihren Bann zog und bis heute zieht. Das Debüt „Slowly We Rot” aus dem Jahr 1989 ist fantastisch gealtert und allein der Titeltrack steht nach wie vor für alles, was die Truppe aus Florida bis heute ausmacht: brutales Gegrunze, groovende Riffs und donnernde Drums. Dabei haben sich OBITURAY nie an Hochgeschwindigkeits-Wettbewerben versucht, sondern stets durch die zentnerschweren Riffs des Gitarren-Duos West/Peres überzeugt. Die vier Alben aus den Jahren 1989 bis 1994 sind bis heute stilprägend und wegweisend und dürfen in keiner ernstgemeinten Sammlung fehlen. Egal ob „Chopped In Half“, „The End Complete“ oder „Don’t Care”, die Amis konnten auf jedem Album mit zeitlosen Hits punkten. Anders als bei vielen Wiederveröffentlichungen aus dem Hause Dissonance Productions enthält jede der vier CDs Bonustracks, zumeist Demosongs, aber auch einige Live-Mitschnitte. Präsentiert werden die vier Jewel-Case-CDs im hübschen Pappschuber, der zudem ein Booklet mit Liner Notes aus der Feder des Band-Biografen David Gehlke sowie einige Bildpostkarten mit alten Bandfotos enthält. Insgesamt also ein stimmiges Ensemble. Schnappatmung dürfte es hingegen beim Blick auf die Rechnung geben, denn ein großer deutscher Versandhändler ruft sage und schreibe knappe 70€ für die Box auf. Bei anderen Händlern findet ihr das Teil immerhin für gute 50€ - was jetzt auch nicht gerade geschenkt ist. Angesichts des doch recht hohen Preises dürfte die Box letztlich doch nur für Komplettisten, Neulinge oder Millionäre wirklich interessant sein. Ich nehme an, dass der Otto-Normal-Fan die Songs im Zweifelsfall über einen Streaming-Dienst beziehen dürfte. Schade, dass selbst Wiederveröffentlichungen heute nicht mehr zu einem attraktiveren Preis anzubieten zu sein scheinen. Aber entscheidet selbst: Musik und Präsentation der Box sind fraglos über jeden Zweifel erhaben.
Tracklist / Songs: 01 - The Premonition 02 - Daughter Of The Sea 03 - Eight Billion Insects 04 - Interlude 05 - Of Moon And Waters 06 - This Piece Is Ours
Nero Doctrine formierten sich 2012 unter anderem Namen im schönen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Im Folgejahr veröffentlichten sie ihr Debütalbum, 2017 erschien das zweite Werk. Ende 2023 kam es zu einem Line-up-Wechsel durch Abgänge an Gitarre und Schlagzeug. Nero Doctrine haben die Absicht, eine Trilogie aus EP zu veröffentlichen, Daughter Of The Sea definiert dazu den Start. Für Teil 2 will man gegen Ende 2025 mit den Aufnahmen beginnen. Lesern des Twilight Magazin könnten Nero Doctrine durch das Rock unter den Eichen Festival ein Begriff sein. Reviewt, so meine Recherche, wurden sie jedoch bislang noch nicht im Twilight Magazin.
Tracklist / Songs: 01. Bloodbath 02. Dogs Of War 03. Crack The Sky In Half 04. High Hell Hammer 05. Butchers Block 06. Abusement Park 07. Wrong Side Of Love 08. Boring Day In Hell 09. In Blood We Trust 10. Better Than Me 11. The Devil's Asylum
Es gibt VICIOUS RUMORS nun schon über 40 Jahre. Das ist eine verdammt lange Zeit, die einige Höhen hatte, allerdings auch Schwächen und schwierige Zeiten mit sich brachte.
Tracklist / Songs: 01 - The Fall Of Dendayar 02 - Exiled 03 - Future Loom 04 - Dawn Of Second Sun 05 - Back To Savage Land 06 - Trial And Trail Of Fear 07 - Providence 08 - Nomadic Oasis 09 - Coast Of Midgard 10 - On The Trail (feat. Ulli Perhonen) 11 - Equilibrium (Rise Of The Ruler)
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt: Klaus Dirks – Vocals Sven Lüdke – Guitar Florian Dyszbalis – Guitar Markus Brinkmann – Bass Jan Christian Halfbrodt – Keys (2010) Sebastian Schmidt – Drums
Sieben Jahre zogen ins Land seit MOB RULES‘ „Beast Reborn“. Sieben Jahre, in denen sich die Welt verändert hat. Kein Wunder, dass die norddeutsche Metalinstitution auf „Rise of the Ruler“ die dystopische Geschichte ihrer Anfangstage weiterspinnt.
Nach dem kurzen Gastspiel von Lüdke Gitarrenschüler Sönke Janssen ist nun erstmals Florian Dyszbalis an der zweiten Gitarre zu hören, auch wenn dieser nicht mehr so frisch im Line-Up ist wie Drummer Sebastian Schmidt. Die Lyrics stammen aus der Feder von Keyboarder Jan Christian Halfbrodt. Inhaltlich wie musikalisch gibt es eine Rückkehr zum „Savage Land“ der Anfangstage – auch wenn sich die Truppe um Frontmann Klaus Dirks stilistisch ja nie wirklich von ihren Wurzeln entfernt hatte. Was die Band auf „Rise of the Ruler“ abliefert, ist aber schon eine Wucht. Ein Song wie das bärenstarke „Dawn Of Second Sun“ (auch MAIDEN lassen grüßen) zündet sofort und in „Nomadic Oasis“ lässt die Band gekonnt Hard Rock Elemente in ihren Melodic Metal einfließen, bevor es in „Coast Of Midgard“ wieder einen Zacken kraftvoller zugeht. Im epischen „On The Trail“ liefert sich Sänger Klaus abermals ein Duett mit der ehemaligen SNOW WHITE BLOOD Sängerin Ulli Perhonen. Dies mag nicht jedermanns Geschmack sein, aber der Song setzt auf jeden Fall einen schönen Akzent auf dem Album und fügt sich prima in das Gesamtkonzept von „Rise of the Ruler“ ein. Ich kann mich nicht erinnern, dass MOB RULES jemals ein schlechtes Album abgeliefert haben. Und dieser Trend setzt sich mit „Rise of the Ruler“ fort, denn Klaus Dirks und seine Jungs können auch im 31. Jahr ihrer Karriere mehr als überzeugen. Der Hörer wird für eine gute Dreiviertelstunde in eine dystopische Welt entführt, wobei die Story durch den hörenswerten Melodic Metal perfekt untermalt wird. Das tolle Artwork rundet das Gesamtbild stimmig ab. „Rise of the Ruler“ ist als CD, in verschiedenen Vinyl-Varianten und als Earbook mit Bonus-CD erhältlich. Wie bei fast allen aktuellen Veröffentlichungen muss der Fan den Geldbeutel bis zur Schmerzgrenze öffnen, denn die reguläre CD kostet schon ca. 18€, das Earbook über 50€ und für das Vinyl muss man mindestens 32€ hinblättern. Qualitativ liefern MOB RULES zweifellos einen Gegenwert, aber langsam scheint mir doch auch eine Grenze erreicht, denn die meisten Fans werden schon jetzt stärker als vor einigen Jahren eine Auswahl beim Musikshoppen treffen müssen. Ich drücke MOB RULES die Daumen, dass „Rise of the Ruler“ bei vielen Fans auf der Einkaufsliste landet.
Tracklist / Songs: 01 - The Abyss We Crown 02 - Thorn 03 - Birth By Death 04 - This Is Goodbye 05 - Psalm 115 06 - Basilisk [Feat. Candlebearer] 07 - Soul Of A Great Warrior 08 - Cope 09 - Martyr 10 - Where Else Should We Go [Feat. Hillyn] 11 - Unfettered
Monuments To Nothing ist das Debüt des Metalcore-Projekts Exoneration. Die Hauptprotagonisten sind sind Amerikaner Corey Styles und der Niederländer Arnaud Zijp. Sie selbst beschreiben sich als Kombination aus knallharten Riffs und christusbezogenen Texten. Letzteres war für mich nicht nicht ausschlaggebend, sondern eher der Stil Metalcore und dass es ein Debüt ist.
Mit zwei Hauptakteuren kann man schnell ableiten, dass sie entweder Multiinstrumentalisten sind, sich Gastmusiker einbestellt haben oder den Großteil des Instrumentariums an der Digital Audio Workstation entstehen lassen über Programmierung (z. B. Drums, Bass, Keys etc.). Einbestellt wurden zwei Gastsänger, der eine ist Candlebearer, also Keegan Lee, der mit Candlebearer ein Solo-Metalcore-Projekt betreibt. Die andere Person ist eine Sängerin, die sich hinter dem Pseudonym Hillyn verbirgt. Ihre Identität konnte ich bislang nicht aufklären. Dass nur Gesang und Gitarren "analog" eingespielt wurden, empfinde ich als nicht tragisch. Der Sound passt, auch die Songs sind gut arrangiert und komponiert, dazu gehört definitiv auch das Instrumental Soul Of A Great Warrior. Psalm 115 hat man als klerikaler Chorgesang umgesetzt. Das hört sich viel besser und stimmungsvoller an als Megadeths Psalm 23. Auch die Shouts/Screams/Growl-Stimmeinsätze bezeichne ich als gelungen. ABER. Luft nach oben bilden die cleanen Gesangsparts und Duette. In die höhreren Lagen phrasierend werden die Intervalle der Gesangsstimmen schnell dissonant, zudem bricht die Stimme mitunter weg. Das stelle ich besonders beim Duett Where Else Should We Go fest. Cope und Unfettered sind weitere Beispiele, bei denen der cleane Gesang qualitativ abfällt. Am Schluss greife ich noch Martyr heraus. Kompositorisch erinnert es mich an Machine Head. Aber auch hier ist es der Chorgesang, der die Abstriche beschert. Ingesamt fällt es mir schwer, salomisch an die angesprochene Gesangsleistung zu gehen. Die wahrgenommene Luft nach oben ist zu auffällig.
Durch die gute Qualität der instrumentalen Umsetzung, bewerte ich das Debüt von Exonaration noch als gut. Gerade der cleane Gesang führt jedoch nicht zur Entlastung. Von daher empfehle ich den Projektbeteiligten, sich mit professionellen Gesangsunterricht zu belasten, um in diesem Feld stimmfest zu sein, das gilt auch für die Gastsängerin. Potential ist auf alle Fälle da.
Seit 2010 sind KINGDOM OF GIANTS aus Kalifornien fester Bestandteil der modernen Metalcore-Szene. Burning Chrome markiert inzwischen ihre siebte Veröffentlichung und zeigt eine Band, die ihre Cyberpunk-Ästhetik nicht nur als visuelles Konzept, sondern als festes Soundfundament verinnerlicht hat. Schon nach den ersten Tönen ist klar: Hier geht es um mehr als Standard-Metalcore – die Kalifornier inszenieren eine dystopische Welt aus Neon, Industrial-Flächen und brachialen Breakdowns.