Zitat - Text: Wir würden uns sehr eine Liberalität wünschen, die genau diese ausgebeuteten Menschen von Marktzwängen und Abhängigkeiten befreit. Christian Lindners Privilegiertenprogramm ist das glatte Gegenteil davon., Fussnote: Fehlt uns eine liberale Stimme?, Zitat - Autor: Dorfterror
Zitat - Text: Wie damals inszeniert die AfD Bedrohungen, um darüber ihren Populismus verbreiten zu können, während die wirklichen Probleme zunehmend an den Rand gedrängt werden. , Fussnote: Dorfterror beziehen Stellung
Punkrock ist tot. Überall? Nein, nicht überall. In dem kleinen Dorf Oberbillig im Trier-Saarburg-Kreis sind regelmäßig laute Stromgitarren, donnernde Drums und sozialkritische Texte zu vernehmen. Eine kleine Schar unbeugsamer Punkrock der Gen-Z hält die Fahne des Punkrocks hoch. Nachzuhören auf dem aktuellen Album „Schreikinder“. Grund genug also, um sich mit den drei Männern und einer Dame von DORFTERROR zu Themen wie Zusammenhalt, Streaming-Diensten, Work-Life-Balance und FDP auszutauschen.
Zitat - Text: „As the World Burns“ beschreibt das grundsätzliche Unbehagen, das mich überkommt, wenn ich mir unsere Welt ansehe und merke, dass die Menschheit in diesen hasserfüllten Wahnsinn hinabsteigt. , Zitat - Autor: Rob Hussey (Cyanide)
Video URL: https://www.youtube.com/watch?v=NZ8cUFCnU2A, Video - Titel: Cyanide - Slip N Slide (feat. Keith Robert) (Official Music Video), Objekt - Position: Links, Fallback Thumb:
In den letzten Tagen lief eine Doku zum Thema „War in den 80ern alles besser?“. Als Fazit kann man sagen, dass die 80er vor allem in der eigenen Erinnerung besser waren. Schaut man jedoch auf die musikalische Seite des Jahrzehnts, so möchte man doch bei der Behauptung bleiben, dass früher manches besser war. Wer sich auf eine nostalgische Zeitreise begeben möchte, der findet bei den Amis von CYANIDE den perfekten Soundtrack. Im Gespräch mit Frontmann Rob Hussey zeigte sich jedoch, dass es bei CYANIDE um mehr geht als nur um Haarspray, Mädchen und schnelle Autos.
Sie heulen seit über 20 Jahren mit den Wölfen: WOLFCHANT. Dabei haben die Bayern jedoch zahlreiche Höhen und Tiefen durchgemacht und auch immer wieder stilistische und personelle Änderungen vorgenommen. Mit ihrem achten regulären Studioalbum „Echoes Of A Time Once Past” verfolgen WOLFCHANT den auf „Omega:Bestia“ eingeschlagenen Weg weiter. Frontmann Lokhi stand uns Rede und Antwort.
Interviewpartner: Mikael Åkerfeldt Interviewer: Stefan Belda Quelle: Twilight Magazin Nr. 12 (2004) und The Sunset Nr.2 (2004)
OPETH sind ein Phänomen in der extremen Metal-Szene der neunziger Jahre.Seitdem 1994 ihr erstes Album "Orchid" erschien, spielten sie souverän mit einem eigenständigen Sound an sämtlichen Trends und gegenwärtigen Strömungen vorbei und ließen sich deshalb nie oder nur krampfhaft mit anderen Bands oder Stilrichtungen vergleichen.Erfolg auf breiter Basis blieb demnach vorerst aus, jedoch fanden sich andererseits einige um so ergebenere Anhänger, die die Band gerade wegen ihrer Einzigartigkeit liebten.Nach dem vierten Album fanden die Schweden schließlich mit Music For Nations einen wirtschaftlichen Partner, der dem enormen Potential OPETHS gerecht wird und die Band ihren Ansprüchen entsprechend zu fördern in der Lage ist.Daß sich das erste Album dieser Zusammenarbeit, "Blackwater Park" von 2001, mittlerweile weltweit rund 100.000 Mal verkauft haben soll, macht dies nur allzu deutlich.
Dennoch konnte ich bereits nach diesem Album einen leichten und beim aktuellen "Deliverance" starken Nachgeschmack nicht leugnen, und die Befürchtung kam auf, daß der kreative Fluß der Band langsam ins Stocken gerät.Die Möglichkeit, ein kritisches Gespräch mit Mikael Åkerfeldt, der treibenden Kraft OPETHS, zu führen, wollte ich mir demnach nicht entgehen lassen.Es folgt also nun unser Dialog über ehrgeizige Projekte, musikalische Vorlieben, künstlerische Ambitionen, die Tonträgerindustrie und die Existenzbestreitung durch Musik. Um es schon vorweg zu nehmen: Mikael konnte seine künstlerische Authentizität, die ich fast schon abgesprochen hatte, wiedergewinnen.Danke.
Zitat - Text: "Diese ganze Abschiedstourneen von Gruppen, die dann wieder kommen find ich albern. Lass dir doch einfach die Möglichkeit mal ne längere Pause zu machen und dann zu schauen was passiert."
Nach neun Jahren Pause meldet sich MY DARKEST HATE mit „Rust And Bones” eindrucksvoll zurück. Kein Interesse an modernen Elementen, keine grundlegenden Veränderungen, dafür umso mehr Old-School-Death-Metal-Energie, wie Gründer und Gitarrist Jörg M Knittel sie seit 1995 zelebriert. Doch hinter der langen Entstehungszeit stecken Line-Up-Wechsel, private Tragödien und Corona. Mit Dave Ingram als Gastsänger, dem ersten deutschsprachigen Song „Flammenland” und der Ansage, dass 2027 bereits das nächste Album folgen soll, zeigt sich: MY DARKEST HATE sind zurück, motivierter denn je – und haben noch lange nicht vor aufzuhören. Wir haben mit Jörg über Durchhaltevermögen, puristischen Death Metal und die Frage gesprochen, warum Bands sich eigentlich nicht weiterentwickeln müssen.
Zitat - Text: Ich denke, der DDR-Rockgedanke wird unterbewusst immer einen großen Teil von uns als Band formen, zumal diese Musik und vor allem das Auftreten damals um einiges umstrittener und gefährlicher war als heute., Zitat - Autor: Julez über die Verbindung zum Ost-Metal der 80er Jahre.
SINTAGE: Der Neologismus soll auf die musikalischen Wurzeln der Band verweisen und setzt sich aus „Sin“ und „Vintage“ zusammen. Ihre Inspiration ziehen die vier Leipziger aus klassischem Heavy Metal und Hard Rock der Marke JUDAS PRIEST oder IRON MAIDEN. Mit „Unbound Triumph“ hat die Truppe jüngst ein ausgesprochen beeindruckendes Zweitwerk abgeliefert. Die Gitarristen Julez und Chili nahmen sich Zeit, um uns einige Fragen zu beantworten.
Zunächst einmal Glückwunsch zum gelungenen Album und danke, dass ihr euch Zeit nehmt, um ein paar Fragen zu beantworten. „Unbound Triumph“ ist ein kraftvolles Metal Album geworden, enthält aber auch ruhigere Töne, wie in „Silent Tears“. Wo verläuft für euch bei einer solchen Nummer, die mir übrigens gut gefällt, die Grenze zwischen Kitsch und cooler Power Ballade?
Julez: Vielen Dank für die Interview-Anfrage und das Feedback zur Platte, freut uns mächtigst! Was die Ballade angeht, war es uns vor allem wichtig die Emotion, die Randy (Sänger) vermitteln wollte, um den Verlust seines Vaters zu verarbeiten, richtig einzufangen. Mit den Lyrics und seiner gesanglichen Performance hat er das auch perfekt hinbekommen, womit wir alle sehr zufrieden sind. Dass die Nummer nicht im Kitsch verlaufen ist, liegt an den musikalischen Arrangements, die zum einen zum Support von Randys Vision zum Song ausgearbeitet wurden, zum anderen aber auch gezielt so geschrieben wurden, dass es sich trotz des sehr sentimentalen Themas nach einer Heavy Band mit Biss anhört.
Mein Favorit auf dem Album ist allerdings nicht „Silent Tears“, sondern „Beyond the Thundedome“, gefolgt von „Electric Walls“. Beide Songs sind sehr druckvoll, nicht überladen und absolut eingängig und auf der Bühne dürften sie sehr gut ankommen. Welche Songs würdet ihr besonders hervorheben wollen, um jemanden für „Unbound Triumph“ zu begeistern?
Chili: Mit den beiden Songs hast du es schon ziemlich gut auf den Punkt gebracht. In den letzten paar Wochen nach Album-Release, haben sich aber vor allem „Cutting the Stars“, „Ramming Speed“ und „Prisoned by the Dark“ als Publikumslieblinge herauskristallisiert. Reinhören lohnt sich.
Ihr habt für meinen Geschmack hinsichtlich des Sounds im Vergleich zum Vorgänger nicht grundsätzlich etwas verändert, aber die Stellschrauben doch so gedreht, dass „Unbound Triumph“ eine ganze Ecke druckvoller klingt. Welche Stellschrauben waren das?
Chili: Ich denke vor allem die zweite Gitarre und Randys Gesang haben viele neue Möglichkeiten eröffnet, Dinge zu probieren und zu experimentieren. Dadurch waren unter anderem Songs wie „Silent Tears“ oder „Electric Walls“ überhaupt erst möglich.
Julez: Was den reinen Sound der Platte angeht, wurde im Grunde genommen nicht viel verändert. Wir haben wieder bei unserem Kumpel Titus in Dresden aufgenommen und als Referenzen einige Platten aus den 80ern genannt, deren Produktionen uns zugesagt haben (Priests “Defenders of the Faith”, Dokkens “Under Lock and Key”,...).
Auch in Sachen Label hat es keine Veränderung gegeben. Doch High Roller sind nicht nur ein ausgezeichneter Mailorder mit fairen Preisen und unschlagbar schnellem Versand, Steffen Böhm ist zudem selbst Fan. Welche Rolle spielt das Label HRR für die Band SINTAGE?
Julez: HRR machen als Label einen verdammt guten Job. Noch bevor das fertige Produkt quasi im Laden steht, geht jeder Mitarbeiter perfekt auf die Wünsche und Bedürfnisse der Band ein. Das fängt bei Layout- und Soundthemen beim Mastering an und geht über die Organisation bis hin zur Promo, wo wir im Endeffekt immer Mitspracherecht hatten, um den Release zu 100 Prozent nach unserem Gefühl zu gestalten. Man merkt natürlich auch, dass jeder bei High Roller Maniac mit Dunst von der Mucke ist. Die Zusammenarbeit bedeutet uns eine Menge und wird auf jeden Fall auch für die Zukunft halten.
Apropos Zukunft: KI in der Musik ist momentan ein heiß diskutiertes Thema. In Deutschland hatten vor allem GRAVE DIGGER Schelte für ihr letztes Cover bekommen. Wenn man ehrlich ist, sind technische Hilfsmittel aber schon länger im Heavy Metal angekommen. Welche Chancen und Grenzen bringt KI für SINTAGE?
Chili: Ich denke, ich spreche für uns alle, dass wir dieses Thema jetzt und auch in Zukunft weitläufig umfahren werden, um der Sache, die wir tun, immer einen gerechten und auch emotionalen Wert zu geben. Beispielsweise hat der wunderbare Didier Normand das Cover zu „Unbound Triumph“ als Ölgemälde für uns gemalt. Allein dadurch haben wir einen tollen Künstler kennengelernt und ein echtes Stück Kunst in unser Album eingebaut, was der ganzen Arbeit, die wir ins Album gesteckt haben, ein gerechtes Bild gibt.
Wenden wir den Blick der Vergangenheit zu: Ihr hab die Szene in der DDR und die DDR selber ja, glaube ich, nicht mehr selber miterlebt. Habt ihr dennoch eine Beziehung zu bzw. ein Interesse am ehemaligen Ost-Metal und an Ostalgie im Allgemeinen?
Julez: Stimmt, zu DDR-Zeiten waren wir zwar alle noch flüssig, können uns jedoch trotzdem gut mit Teilen des ganzen Lifestyles und dieser gewissen Romantik der Heavys in der Zone identifizieren. Vor allem Randy, dessen Eltern fester Bestandteil der Dresdner Szene waren, hat einen sehr guten Draht zu eben dieser. Es ist auch immer interessant, von Leuten die alten Geschichten zu hören, in Büchern dazu zu lesen oder einfach nur die ganzen starken Platten aus dieser Zeit (PRINZIP, MCB, BIEST, FORMEL 1,...) zu hören. Ich denke, der DDR-Rockgedanke wird unterbewusst immer einen großen Teil von uns als Band formen, zumal diese Musik und vor allem das Auftreten damals um einiges umstrittener und gefährlicher war als heute. Sehr faszinierend und gleichzeitig prägend.
Doch während der Aktionsradius der DDR-Metalbands begrenzt war, spielen SINTAGE an den verschiedensten Orten Deutschlands und Europas. Welche Unterschiede hinsichtlich des Publikums gibt es, wenn ihr z. B. in Leipzig, Hamburg oder München spielt?
Julez: Oft ist es tatsächlich so, dass man, obwohl man in der gesamten Republik verstreut Gigs zockt, dieselben Gesichter von Rockern sieht, die einfach überall hinfahren (auch einen schöner Bezug zur Zone!). Ansonsten läuft es glücklicherweise immer gleich ab, wir haben ein Grinsen in der Gusche und geben rund 40 Minuten auf der Bühne alles was wir irgendwie hergeben können und das Publikum steht dem in nichts nach. Dieser Ausbruch aus dem normalen, fordernden Alltag, in der Musik aufzugehen, abgelenkt zu sein, die scheiß Faust in die Luft zu heben, Texte mitsingen (oder es zumindest zu versuchen, haha), das passiert eigentlich überall in gleichem Maß. Wir schätzen uns natürlich absolut glücklich, diese Zeit miterleben und den Leuten da draußen dieses Gefühl vermitteln zu können.
Um genau diese Dinge ging es natürlich auch den Fans in den 80er Jahren. Wenn ihr ein Billing für das Monsters of Rock in den 80er zusammenstellen könntet, welche fünf Bands hättet ihr gebucht?
Julez: Absolut schwierig! Wahrscheinlich wären bei mir AC/DC, IRON MAIDEN, BLACK SABBATH (Special Set mit Ozzy, Dio und Tony Martin!) HEAVY LOAD und DANZIG mit Samhain Special Set dabei.
Und vielleicht stehen SINTAG ja mal auf der Bühne, falls das Monsters of Rock neu aufgelegt wird. Welche Türen haben sich für SINTAGE nach der VÖ von „Unbound Triumph“ für die nächste Zeit bzw. das nächste Jahr geöffnet? Was ist in Planung?
Julez: Auf jeden Fall kamen überstarke Giganfragen für Festivals wie das KIT (Legions), Black Silesia in Polen, das Metaleros und das Hell over Hammaburg rein. Vorher war an diese Größenordnung noch nicht zu denken. Das macht uns natürlich stolz, da wir immer noch dieselben kaputten Rocker sind, die einfach nur eine geile Zeit haben wollen und die Musik spielen wollen, auf die wir Bock haben. Mit der Platte im Nacken planen wir derzeit auch die erste richtige Tour, mehr Infos dazu kommen bald! Bis dahin: Veranstalter schreibt uns! Wir sind heiß und wollen überall zocken!
Eines der Flaggschiffe des Horror-Death-Metal sind zweifellos HEADS FOR THE DEAD, die mit „Never Ending Nights Of Terror“ jüngst wieder ein gelungenes Werk abgeliefert haben. Sänger Ralf Hauber nahm sich die Zeit, um mit dem TWILIGHT MAGAZIN über das neue Album, Zukunftspläne, Künstliche Intelligenz, aber auch über seine anderen Bands, ROTPIT und die wiederauferstandenen REVEL IN FLESH, zu sprechen.
Erst einmal Glückwunsch zum aktuellen Album. Welche Reaktionen haben dich denn bisher besonders gefreut? Gab es auch überraschende oder ärgerliche Rückmeldungen?
Moin Thorsten und werte Twilight Magazin-Leserschaft. Es gab von der Presse für NEVER ENDING NIGHT OF TERROR fast durchweg positiven Zuspruch und auch einige Interviewanfragen. Mittlerweile ist der Release Markt nahezu in jedem Monat super am Limit und nach der Festival Saison feuern gefühlt alle Labels nochmals. So gesehen denke ich, dass wir in der Masse schon als eine Death Metal Platte mit Eigenständigkeit wahrgenommen wurden. Sehr positiv finde ich, dass das Album von vielen mehr als Horror Soundtrack und nicht als die nächste 08/15 Old School DM Platte bezeichnet wurde. Klar machen wir DEATH METAL, aber das gesamte Spektrum im HEADS FOR THE DEAD Soundgewand bietet mehr. Das Album ist in all seinen Richtungen extrem. Der visuelle Aspekt ist mir ebenfalls sehr wichtig und ich denke, dass wir mit Solo Macello (Pentagram, Zakk Sabbath etc.) auch einen Künstler mit dazugenommen haben, welcher im Death Metal nicht zu abgenutzt ist! Wir haben definitiv ein paar Stellrädchen gut justiert!
Jonny und du seid die beiden Pfeiler bei H.F.T.D. – Habt ihr euch denn mittlerweile auch mal persönlich getroffen oder kommuniziert ihr über Telefon und Internet?
Wir haben uns schon mehrmals persönlich getroffen. Zuletzt haben wir Ende Juli und Anfang August gemeinsam im schwedischen Sundsvall (Jonnys Heimat) für die Sommer Shows von ROTPIT geprobt. Man braucht heute den romantisierten Gedanken von einer Band, welche sich 1x wöchentlich zum Proben trifft, nicht mehr. Es gibt viele Möglichkeiten, zu kommunizieren und um zusammen an Musik zu schreiben. Die Technik macht es möglich! Wenn die Chemie und der Einsatz stimmen, dann spiegelt sich das auch im Output als geschlossenes Werk wider.
Beschreibe mal kurz deinen Einfluss auf das Songwriting von H.F.T.D.
Bei HEADS FOR THE DEAD geht es grob gesagt um das „Horror Worshipping“. Bei NEVER ENDING NIGHT OF TERROR gab mir Jonny die Filme vor, welche ihn zum jeweiligen Track im Songwriting Prozess inspiriert haben. Ich habe dann grob das Konzept des Filmes aufgegriffen, eigene Interpretationen gemacht und daraus sind dann die Lyrics entstanden. Ich baue mir dann entsprechend nach Bauchgefühl meine Gesangslinien zusammen. Wir „matchen“ im Prozess des Schreibens gut zusammen, d.h., ich kann in den Strukturen gut erkennen, was sich als Strophe etc. eignen könnte. Ich nehme beim Gesang dann entsprechend in Zusammenarbeit mit einem Studio meine Vocals auf. Im Vorfeld gleichen wir natürlich die Ideen ungefähr ab. Prinzipiell sieht es jedoch so aus, dass jeder die Arbeit des anderen wertschätzend behandelt. Der Gesang hilft schlussendlich auch viel dabei, ein Songgerüst zu verknüpfen, Atmosphäre aufzubauen etc. – sprich: ein entscheidender Baustein!
Ihr habt nun erstmals zwei Alben mit demselben Line-up eingespielt. Hat sich das irgendwie bei der Entstehung von „Never Ending Night…“ bemerkbar gemacht?
Ganz streng genommen hat Matt von SENTIENT HORROR sogar schon auf dem ersten HEADS FOR THE DEAD Album „Serpent’s Curse“ (2018) ein Gastsolo platziert. Seine Passagen für Solos/ Leads sind mit jeder Album Produktion gewachsen und schon seit „The great Conjuration“ (2022) ist sein Part enorm wichtig, um den Songs ein gewisses „Topping“ zu geben. Weil es naheliegend war, haben wir für das neue Album Evan (auch SENTIENT HORROR) als Drummer eingeladen. Er hat quasi die Studio Drums anhand der Vorgaben von Jonny eingespielt. Jon Rudin hatte seine Drums auf einem E-Drum aufgenommen, während Evan ein Akustik Set aufgenommen hat. Klangtechnisch hat sich das beim Mix des Albums schon bemerkbar gemacht!
Wird es H.F.T.D. jemals auf der Bühne geben?
Ich mag den Gedanken, mit HEADS FOR THE DEAD eine Form von Death Metal zu machen, welche mehr soundtracktauglich ist, d. h. Mucke, welche man gerne auch mit Kopfhörern oder in entsprechender Stimmung abspielt. Es soll vom Erleben her mehr ein Horror Film als ein Konzert sein. Die Live-Umsetzung würde viele Samples etc. erfordern und ich denke, dass wir aktuell als Studioband mehr Wirksamkeit erzielen können. Ich mag Livebands, welche Dynamik und Rock’n’Roll in der Performance haben – keine Klick-Drum-Geschichten. Momentan sehe ich HEADS FOR THE DEAD nicht auf der Bühne, aber gänzlich ausschließen würde ich es nicht!
Vor einem Jahr hast du bekanntgegeben, dass das Line-up von REVEL IN FLESH das „zwischenmenschliche und kreative Ende gefunden“ habe. Damals war nicht sicher, wie oder ob es mit der Band überhaupt weitergehen würde. Hat damals die Tatsache, dass du noch bei H.O.T.D. und ROTPIT aktiv bist, irgendeine Rolle gespielt?
Nope! Das hat andere Ursachen! Ich habe bei REVEL IN FLESH von Merchandise bis Management einen Löwenanteil der Background-Geschichten gestemmt. Im Prinzip wurde aufgrund von zwischenmenschlichen, kreativen, organisatorischen und geschäftlichen Unstimmigkeiten die GbR aufgelöst, welche mich mit den ehemaligen Gitarristen und dem Drummer verbunden hat. Die Namensrechte liegen bei mir und ich habe mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen ein neues Kapitel aufzuschlagen. Es geht am Ende um Musik – Musik soll verbinden und nicht teilen! Nahezu in jedem Interview, bei jedem Konzertbesuch etc. werde ich zu dem Verbleib von REVEL IN FLESH befragt. In dem Sinne: Ich habe die Herausforderung angenommen und wir werden sehen, wo es hinführt!
Mittlerweile ist zu lesen, dass REVEL IN FLESH gerade elf neue Songs aufnehmen. Wie kam es nun doch so relativ schnell zu der Entscheidung, die Band fortzuführen?
Ich habe über 12 Jahre lang nahezu täglich in irgendeiner Form für den Namen REVEL IN FLESH gearbeitet. Hinter den Kulissen gehört zu einer Band so viel mehr als nur ein Gitarrenriff. Ich habe es als unheimliche Befreiung empfunden, endlich die Ausrichtung und das Songmaterial mit meiner Vision zu justieren. Ohne endlose Debatten und ohne eine Verwässerung der ursprünglichen Formel! Ich habe nach langer Zeit wieder selbst die Gitarre in die Hand genommen und Basics gemacht, aus welchen nach und nach in gutem Umfeld und in produktiver Zusammenarbeit mehr wurde. Es ging mir nie um das Profilieren mit Musikerkrempel, sondern alles, was ich mache, hat eine Art Bauchgefühl und die Denkweise eines Metal-Fans. Der Spirit ist für mich gefühlt zurück und alles andere wird sich zeigen bzw. soll auch nicht erzwungen werden! REVEL IN FLESH haben ein hart erarbeitetes Following und die Underground Metal Welt ist größer als die lokale Bubble! Ich habe die deutsche Szene seit Ende 2023 gut beobachtet und ich vermisse Bands, welche eine geschlossene Trademark von Musik, Gesang, Lyrics und dem Artwork Aspekt haben und eine in sich geschlossene Diskografie bieten. So let’s find out!
Und wer sind deine neuen Mitstreiter?
Das neue REVEL IN FLESH Line – Up wird im Laufe von 2026 bekannt gegeben. Aktuell denke ich, dass es in erster Linie um die Musik gehen muss und hierbei geht es mir vor allem darum, für die Supporter ein Album zu schaffen, welches die bisherige Diskografie würdig ergänzt!
Gemeinsam mit Jonny hast du auch noch die Band ROTPIT und ihr habt 2024 ein Album veröffentlicht. 2025 kam noch eine Split-Single. Für Außenstehende sind alle deine Bands erst einmal Death Metal. Wie würdest du denn die Unterschiede beschreiben?
Der Teufel liegt im Detail. Ganz einfach gehalten: ROTPIT = It’s all about the ROT! Modriger Death Metal – roh, derb, direkt aus der Kanalisation. Da sind auch viele Doom-Elemente mit drin. Ebenso sind Style, Layout und Konzept mit anderen Künstlern ausgelegt als bei den anderen beiden Bands. In Sachen Vocals ist ROTPIT sehr tiefenlastig. Auch das Gitarren Tuning ist tiefer als bei HEADS oder REVEL. HEADS FOR THE DEAD = Horror Metal of Death. Das Ganze hat mehr einen Movie Soundtrack Touch vermengt mit Death Metal Elementen. Das Spektrum ist größer und die Möglichkeiten für Experimente innerhalb des Rahmens sind gegeben. Die Vocals sind vielschichtiger als bei den anderen beiden Bands. REVEL IN FLESH wurde als Old School Schweden Death Metal “Worshipping” Band gegründet und nach ein paar melodischeren Geschichten wird das neue Material auch wieder mehr Back to the Roots gehen. REVEL war schon immer über Catchiness definiert. Songs mit nachvollziehbaren Riffs, griffigen Chorus-Geschichten und auch die Artworks von Juanjo Castellano bilden eine Trademark. Die Vocals sind „klarer“ als bei ROTPIT. Thematisch geht es um die im Konzept geschaffene „Deathkult“ Geschichte. Für mich haben also alle 3 Bands ihre Eigenheiten und Berechtigung!
Wirst du mit allen drei Bands aktiv bleiben? Oder besteht die Gefahr, dass du dich da irgendwann zu sehr verzettelst und übernimmst?
Ich kann mich persönlich gut planen und organisieren. Solange die Inspiration da ist und ich Leute an meiner Seite habe, welche mir helfen, das Rad zu drehen, sehe ich kein Problem darin. Das Eisen muss man schmieden, solange es heiß ist. Das Leben kann Dir schneller einen Strich durch die Rechnung machen, als dir lieb ist! Wir arbeiten mit guter Vorlaufzeit und oft erscheinen Releases, deren Entstehungsprozess bereits einige Monate zurückliegen. Wir haben für ROTPIT bereits im Sommer angefangen, neue Songs zu schreiben und sind bereits im Flow. Auch für HEADS FOR THE DEAD stehen erste neue Ideen bereits in den Kinderschuhen. Es ist auch so, dass nicht alle Bands gleichzeitig aktiv sind, so dass man sich quasi immer gezielt und dann aber auch intensiv mit einer Sache auseinandersetzen kann. Bisher habe ich mit jedem Release und mit jeder neuen Zusammenarbeit dazugelernt und eine Entwicklung für mich erkannt. Solange es zu keinem Stillstand kommt, mache ich mir keine Gedanken!
Du bist mit allen Bands bei Untergrund-Labels unter Vertrag, die auch alle vor allem auf Death Metal spezialisiert sind. Ist das eine bewusste Entscheidung oder würdest du auch zu einem größeren Label gehen, welches dann vielleicht auch die entsprechenden Booking-Kontakte mitbringt, um deine Bands z. B. auf die Festival-Bühnen zu bringen?
Meine Erfahrung ist, dass, egal ob Labels oder Leute aus dem Booking-Sektor, sobald Geld involviert ist, die Sache speziell wird. Gebrochene Verträge, lückenhafte Verkaufsabrechnungen, Zahlungsunfähigkeit, Mahnungen, nicht ausbezahlte Künstler, fragwürdige Geschäftstaktiken, Kandidaten, welche für ihre Prozente auf alles scheißen – man lernt mit jedem Jahr dazu. Hinzu kommt in der Regel auch, dass man in den eigenen Reihen auch den einen oder anderen Rohrkrepierer mitziehen oder ertragen muss. All dies kostet Energie! Ich will auch gar nicht wissen, wie es sich für Kandidaten anfühlt, welche sich professionell als Hauptbeschäftigung in dieser Branche halten wollen. Mit meiner ersten Band haben wir 1999 die erste CD veröffentlicht und mittlerweile habe ich eine kleine Diskografie mit meinem Anteil darauf verbucht. Man muss das alles wirklich wollen und die Passion hierfür haben, ansonsten ist das alles eine unnötige Shit-Show. Ich bin mit den aktuellen Geschäftspartnern sehr zufrieden. PULVERISED Records haben in der Vergangenheit Knaller Underground Werke geliefert. Sie haben einen Vertrieb in den USA, Europa und Ihren Sitz selbst in Asien. Das Setting ist gut und die Kommunikation ist gut. WAR ANTHEM Records mit Ihrem Back Up aus CUDGEL-Vertrieb und Party.San-Festival haben in Europa eine tolle Credibility und entwickeln sich auch ständig weiter. Wir pflegen eine gute Kommunikation und ein freundschaftliches Geschäftsverhältnis. Alle meine Bands sind im Underground verwurzelt und mir ist es wichtig, dass diese Musik die echten Genrefans erreicht und eben auch in den Formaten Vinyl, MC und CD existiert. Ich sehe mich persönlich auch als METAL-Fan und nicht als Musiker!
Und abschließend: Spielt KI im Death Metal heutzutage eine Rolle? Oder wird sie zukünftig eine größere Rolle spielen? Wo würdest du da die Grenzen ziehen?
DEATH METAL ist für mich eine Spielform, bei welcher Echtheit eine große Rolle spielt. Das sollte im Prinzip für Musik/Kunst etc. generell gelten. Stilelemente, Bausteine und Herangehensweise sind jedoch immer in Bewegung. Beim Thema Coverartwork war und ist ja KI schon ein großer Streitpunkt. Streng genommen ist es allerdings so: Niemand kann Entwicklungen stoppen. Am Ende entscheiden die Fans und echte Genre-Fans wissen, was sie tolerieren und was nicht! Anfang der 2000er waren Photoshop-Artworks der große Renner, dann ging es wieder zu klassischen gezeichneten Artworks wie in den späten 80ern oder frühen 90ern. Da ist immer Bewegung im Spiel und die Geister werden sich scheiden. Persönlich ist es mir immer wichtig, dass Musik mit meiner Beteiligung auch immer meine Trademark hat. Alles andere soll der Hörer entscheiden!
Vielen Dank für das ausführliche Interview. Ich bin gespannt auf Neuigkeiten aus dem REVEL IN FLESH-Lager.
Danke Thorsten für Euren Support! Evil never dies, d. h. der Metal wird weiter fließen. Check die Bandcamp Seiten von HEADS FOR THE DEAD und ROTPIT für aktuellen Merchandise etc.! Cheerz!
Nun, da das neue Album Equinox am 28. November erscheint, hatten wir die Gelegenheit, mit Rene Berthiaume von Equilibrium zu sprechen. In unserem Gespräch öffnete er sein Herz, sprach über seine Inspirationen, den kreativen Prozess hinter dem Album und darüber, was die Zukunft für die Band bereithält.
Hallo René, erstmal vielen Dank, dass du dir heute Zeit für uns nimmst und für das Gespräch mit dem Twilight-Magazin. Wir freuen uns sehr, mit dir über die aktuelle Phase von Equilibrium zu sprechen – über eure Entwicklung, eure kreative Reise und natürlich über das neue Album „Equinox“, das für viele Fans bereits ein großes Thema ist. Lass uns direkt eintauchen.
Persönliche Fragen
Wenn dich jemand nicht kennt: Was ist die eine Sache, die man über René wissen sollte, bevor man deine Musik hört?
In Bezug auf Equilibrium hilft es warscheinlich zu wissen, dass ich mich mit sehr viel unterschiedlicher Musik beschäftige. Und in der Regel findet das in Phasen statt, gerade dann, wenn ich etwas Neues entdecke. Diese Vorliebe für unterschiedlichste Musik wirkt sich dann natürlich auch auf die Musik aus, die ich dann schreibe. Deswegen findet man in der Diskografie von Equilibrium auch immer wieder Songs, von denen man gar nicht erwarten würde, dass diese von uns sind. Zudem haben wir viele folkloristische und ethnische Elemente in unserer Musik, inspiriert von anderen Kulturen. Dabei versuche ich nie, einen Einfluss originalgetreu zu imitieren, sondern ich lasse diese Impulse vielmehr auf mich wirken und versuche, daraus etwas neues zu schaffen.
Was gibt dir heute das Gefühl von „Gleichgewicht“ im Leben?
In der Therorie ist es ganz einfach: Momente in der Natur, ein ausgeschaltetes Handy, sich die Zeit nehmen zu kochen, Sport, "Nichtstun" und die Gedanken fließen lassen, Meditation. Wenn ich mir dazu allerdings mein vergangenes Jahr angucke, hat im Prinzip fast alles davon während meiner Intensiven Arbeit am neuen Kapitel von Equilibrium darunter gelitten, haha. Aber das ist ja auch das Prinzip von Gleichgewicht: Erst verliert man die Balance, dann bekommt man sie wieder, wie beim Gehen.
Gibt es Musiker oder Künstler, die dich zuletzt inspiriert haben, auch wenn sie nichts mit Metal zu tun haben?
Ein Großteil meiner Inspiration hat tatsächlich mit Metal nicht viel zu tun. Und oftmals sind es auch nicht direkt Künstler in ihrer Gesamtheit sondern eher einzelne Lieder. Generell inspirierend finde ich Bands wie Bring me the Horizon oder auch Bad Omens, da sie sich einfach so entwickeln und verändern, wie sie wollen, selbst wenn das, was sie vorher gemacht haben, schon sehr erfolgreich war. Das erfordert schon viel Mut und künstlerischen Biss. Toll finde ich auch Bands wie Heilung oder Bloodywood. Denn ich muss schon sagen, dass die Folk, Pagan, Viking, etc. Genres im Metal etwas angestaubt waren, und diese Bands bringen frischen Wind rein. Für Equinox hat mich auch das Computerspiel Hellblade inspiriert, da es gewissermaßen alte, historische Elemente als Schauplatz nutzt, diese aber durch die Geschichte und Präsentation in einen modernen Kontext setzt.
Fragen über die Band & Kreativen Prozess
Equilibrium hat über die Jahre viele Line-Up-Wechsel erlebt. Wie beeinflusst das die Atmosphäre im Studio und die Energie auf Tour?
Studio und Tour sind für mich tatsächlich zwei völlig unterschiedliche Welten. Die Alben entstehen ja zum Großteil bei mir zuhause, meistens bin ich da auch alleine. Das heisst, die Line Up Wechsel hatten keinen großen Einfluss auf das Songwriting, mal abgesehen von den Sängerwechseln. Auf Tour schaut das ganze schon anders aus. Es ist wirklich essentiell wichtig, die richtigen Leute in der Band zu haben. Natürlich hoffte ich immer, das es zu keinen Wechseln mehr kommt. Aber manchmal verschieben sich eben die Prioritäten oder Menschen verändern sich, so dass es nicht mehr zusammen passt. Immerhin reden wir hier auch von fast 25 Jahren Bandgeschichte.
Du bist seit Beginn der kreative Kern der Band. Fühlst du diese Verantwortung eher als Druck oder als Freiheit?
In erster Linie ist es für mich kreative Freiheit. Glücklicherweise habe ich kaum das Gefühl von Druck während dem Songwriting. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich gerade bei Equinox grosse Unterstützung von Jessica Rösch bekommen habe. Sie hatte früher unsere Artworks gemacht, hat aber mittlerweile aber auch an den Songs mitgewirkt. Zwei der Songs sind sogar komplett von ihr geschrieben worden. Das ist relativ ungewöhnlich, da ich immer sehr empfindlich war, jemanden an die Musik zu lassen. Aber Jessy hatte über die Jahre ein sehr gutes Gespür für Equilibrium entwickelt und ich konnte immer sehr gut mit ihren Ideen resonieren. Sie ist auch diejenige, die den visuellen Aspekt bei Equilibrium nach vorne gebracht hat, sei es in Form von Artworks, Musik Videos und Fotos.
Wenn ihr gemeinsam arbeitet: Wie sieht eine typische Songwriting-Session bei euch aus? Chaos, Struktur oder etwas dazwischen?
Meistens habe ich eine Grundidee von einem Song den ich schreiben möchte. Diese kann sich aber im Laufe des Songwritings so verändern, dass sich der Song am Ende komplett von der ursprünglichen Idee unterscheidet. Ich versuche da immer so ein bisschen mit dem Flow zu gehen und zu fühlen, was der Song von mir will. Wenn ich dann grob fertig bin, zeige ich ihn den Anderen und hole mir Feedback. Und auch hier muss ich Jessy nochmal erwähnen, denn sie steht zwar nicht mit auf der Bühne, hat aber eben einen großen Einfluss. Sie hilft mir beim Songwriting auch immer dabei, nicht den roten Faden zu verlieren. Wie ich eingangs erwähnte, habe ich haufenweise Einflüsse und sie hilft mir dabei, die Ideen so zu kanalisieren, dass es am Ende dann immer noch ein Equilibrium Song ist.
Eure Musik hat oft eine visuelle, fast filmische Qualität. Siehst du beim Komponieren Bilder oder Geschichten vor dir?
Absolut! Eigendlich waren und sind fast immer Landschaftsbilder in meinem Kopf beim Komponieren. Und oftmals nicht nur in meinem Kopf, ich schau sie mir auch gerne an, hin und wieder nutze ich auch Bilder als Wallpaper auf meinem Computer. Für mich stellt die Musik so ein bisschen den Schauplatz der Geschichte eines Songs dar. Durch die Lyrics wird das ganze dann inhaltlich lebendig.
Viele Fans verbinden Equilibrium mit Natur, Mythologie und großen Landschaften. Welche Rolle spielt die reale Natur in deinem heutigen Leben?
Wir verlieren heutzutage im Alltag so schnell die Verbindung zu uns selbst und zur Natur. Zumindest mir geht das so. Ich bin froh, dass ich in den 80ern und 90ern aufgewachsen bin, denn ich habe noch ein anderes Tempo erlebt und kann mich manchmal daran zurückbesinnen. Gleichzeitig begrüße ich natürlich die technologische Entwicklung, denn sie hat mir geholfen, damals in meinem Kinderzimmer die ersten Equilibrium Alben zu schreiben. Doch umso wichtiger ist es heutzutage, die Balance zu finden. Ich hätte damals auch nicht gedacht, dass der Name Equilibrium irgendwann mal so eine Relevanz für mich haben würde. Momente in der Natur helfen mir einfach, zu grounden und Dinge zu reflektieren, aus anderen Perspektiven zu betrachten. In Verbindung damit zu treten, wo wir eigendlich herkommen.
Fragen über das neue Album Equinox
Equinoxwirkt wie ein Wendepunkt in eurem Sound. Was war die zentrale Idee oder Emotion, die das Album von Anfang an getragen hat?
Die Songs auf Equinox sind über einen langen Zeitraum entstanden. Einige Songs stammen noch aus der Corona Zeit, andere sind erst dieses Jahr entstanden. Wiederum einige Ideen sind aus meiner Schatzkiste, in der ich Ideen über all die Jahre gesammelt habe. Die können teilweise richtig alt sein. Als das Album aber konkreter wurde, haben wir quasi während des Prozesses festgestellt, wo wir hinwollen: Wir wollten einerseits unsere modernere Ausrichtung fortsetzen, gleichzeitig haben wir aber auch wieder ursprüngliche Elemente verwendet, die für Equilibrium wegweisend waren.
Welche neuen musikalischen Elemente oder Experimente habt ihr dieses Mal bewusst ausprobiert, die auf früheren Alben weniger präsent waren?
Ich denke, was am meisten auffällt, ist sicherlich der Gesang von Fabian. Er bringt eine ganze Klangbandbreite mit und damit kann man sich natürlich kreativ schön ausleben. Er selbst hat auch ein Homestudio und ist sehr interessiert daran, seine Stimme zu erforschen und damit herumzuexperimentieren. Das passt natürlich hervorragend zu der Art und Weise wie die Musik geschrieben ist. Deswegen gibt es auf dem Album Screams, Growls, Shouts, Sprechen und sogar Klargesang.
Wenn du Equinoxals Film beschreiben müsstest – welches Genre wäre es, und wie würde die Handlung aussehen?
Warscheinlich wäre es eine Mischung aus "The Secret Life of Walter Mitty" und "Prinzessin Mononoke". Eine Person bricht aus ihrem alltäglichen Leben aus, vielleicht sogar unfreiwillig, möchte erstmal Urlaub machen, unterwegs im Flugzeug zu einem warmen Reiseziel fängt das Flugzeug Feuer und die Person rettet sich mit einem Fallschirm, landet aber fernab jeglicher Zivilisation in einem riesigen Wald. Dort muss sie sich erstmal zurechtfinden, gerät dann in Kontakt mit einer Gestalt die ihr hin und wieder versucht, einen Weg zu zeigen...oh ich könnte nun ewig weiterschreiben, haha, aber vielleicht sollen sich die Hörer ihre eigene Handlung ausmalen.
Gab es während des Songwritings einen Moment, in dem du dachtest: „Ja, das ist der Kern des Albums – jetzt weiß ich, wohin die Reise geht“? Wenn ja, bei welchem Song?
So ein bisschen hatte ich dieses Gefühl beim Song "Bloodwood". Dieser entstand bereits vor einigen Jahren, hat sich dann in der Zeit aber nochmal drastisch verändert. Das war auch der erste Song der dann so richtig fertig war. Er beinhaltet im Prinzip alle Grundzutaten eines aktuellen Equilibrium Songs: Er ist schnell, langsam, laut, leise, beinhaltet unsere Folkelemente, cinematische Elemente, verschiedene Vocals, klassische und moderne Metalelemente und in den Lyrics findet man die Verbindung von alt und neu.
Die Balance zwischen epischen Orchestrierungen und modernen, teils elektronischen Elementen ist sehr markant. Wie findest du die Grenze zwischen „zu viel“ und „genau richtig“?
Dafür haben wir kein Rezept. Es ist einfach eine Gefühlssache und warscheinlich auch hier, eine Sache der Balance, haha.
Gibt es einen Track auf Equinox, der für dich persönlich besonders emotional oder schwierig war zu schreiben – und warum?
Ich fand "Bloodwood" schwierig, da es eben der erste Song war und mit ihm auch ein längerer Prozess der musikalischen Selbstfindung stattfand. Für mich besonders emotional ist tatsächlich der Opener "Earth Tongue". Ich kann auch gar nicht genau beschreiben wieso. Der Grundgedanke bei dem Song war, einen repetativen Song zu schreiben, minimalistisch und sich wiederholend. Natürlich ist der Song dann komplexer geworden, aber in den Grundzügen hat er immer noch das ursprünglich mantra-artige. Gerade auch wenn man an einem Song arbeitet, hört man einige Teile ja immer in Schleife. Und das war bei diesem Song irgendwie besonders, er triggert irgendwie bei mir ein primales und universumverbundenes Gefühl.
Wenn du auf die nächsten zehn Jahre schaust: Wo siehst du Equilibrium – musikalisch, aber auch als persönliche Reise?
Equilibrium war für mich nie ein geradliniger Weg, dennoch war die Grundrichtung immer dieselber. Ich denke, dass wir diese auch weiterhin so gehen werden, vielleicht ein bisschen geradliniger und konkreter nun. Denn ich habe schon das Gefühl, mich ein bisschen mehr gefunden zu haben. Aber innerhalb dieser selbstgewählten Rahmenbedingungen gibt es natürlich trotzdem viel Raum zum fortlaufenden, kreativen Ausleben. Ich denke, wir werden mittel- und langfristig wieder viel mehr Konzerte spielen, auch in Ländern, in denen wir noch nicht waren. Das ist für mich eine Herausforderung und definitiv ein Verlassen meiner Komfortzone. Aber dieser Herausforderung stelle ich mich gerne.
Vielen Dank, René, für deine Zeit und die spannenden Einblicke hinter Equinoxund die aktuelle Entwicklung von Equilibrium. Es ist immer inspirierend zu hören, wie viel Herz, Arbeit und Vision in eurer Musik steckt.
Wir freuen uns darauf, das neue Album live zu erleben – und sind gespannt, wohin die Reise für Equilibrium weiterführt. Alles Gute für die kommenden Touren und Releases – und danke nochmals vom gesamten Twilight-Magazinfür das Gespräch!
Zitat - Text: Ich beschreibe in der Geschichte eine meiner Urängste. Nämlich die, seiner individuellen Freiheit und seines Geistes beraubt zu sein. , Zitat - Autor: Dani Zizek
Lineup / Setlist / Bands:
Inhalt:
Dani Zizek • Guitars, Vocals Markus Heilmeier • Guitars Stefan Hendel • Bass Tobias Kasper • Drums
Die bayrischen Death Metaller von Cemetery haben ihren neuesten Longplayer der Frage nach dem Sinn des Lebens gewidmet… und des Sterbens. Zwischen „Thoughts on Life… and Death“ und dem Vorgänger „The Last Day On Earth” liegen sechs Jahre und von der damaligen Besetzung ist lediglich Daniel Zizek (Gitarre, Gesang) übriggeblieben. Dani hatte die Band in der zweiten Hälfte der 80er Jahre gegründet, musste sie aber nach vielversprechendem Start Mitte der 90er Jahre zu Grabe tragen. Wieso es zur Wiederbelebung kam und allerhand mehr, verriet uns Dani im Interview.
Was führte 2017 dazu, dass CEMETERY wiederbelebt wurde, und wie kam das damalige transatlantische Line-Up zustande?
Das kam in erster Linie durch die Bestrebungen unseres ehemaligen Gitarristen Roland Weihmayer zustande. Roland ist Anfang der 2000er beruflich nach Los Angeles ausgewandert und lebt seither dort. 2015 kam er mit der Idee auf mich zu, in L.A. eine Band zu gründen, die eben alte CEMETERY-Songs spielt. Zeitgleich fragte er mich auch, ob ich nicht Lust hätte, neues Material zu schreiben. Mir gefiel die Idee, da ich zu der Zeit auch wieder richtig Bock auf Death Metal hatte, und so kam eins zum anderen und wir belebten CEMETERY wieder. Allerdings wollte ich da auch Teil davon sein, wenn ich schon die Songs schreibe, und so entstand das „Transatlantische“ Projekt mit dem wir dann „The Last Day On Earth“ aufnahmen.
Weshalb war ausgerechnet jetzt die Zeit reif für ein Konzeptalbum wie „Thoughts on Life…“?
Wieso es ein Konzeptalbum geworden ist, hat hauptsächlich mit dem Entstehungsprozess der Songs zu tun. Nachdem ich die ersten Ideen ausarbeitete, bemerkte ich, dass sich manche Texte ziemlich ähnelten. Da fiel mir auf, dass dies eine längere Geschichte werden wird. So beschloss ich, eine durchgängige Geschichte zu schreiben. Ich finde Konzeptalben immer beeindruckend, da sich hier jemand wirklich Gedanken zu einem Thema macht. Man hat aber dadurch auch die Möglichkeit, bestimmte musikalische Themen in verschiedenen Variationen darzubieten. Sowas gefällt mir persönlich sehr gut. Wenn Cemetery schon ein neues Album veröffentlichen, dann soll es bitte schön „besonders“ oder „groß“ sein.
Es sind aber auch politische Themen weltweit, die natürlich ebenfalls Einfluss auf meine Denke haben. Ich finde den Aufstieg von Populisten äußerst bedenklich und teilweise auch beängstigend. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung von „Thoughts on Life…and Death“ spielt keine Rolle, da dieses Thema immer aktuell sein wird. Ich finde es aber durchaus interessant, wie sich die politische Landschaft während der fünf Jahre, in denen „Thoughts…“ entstanden ist, zusehends in diese Richtung zu entwickeln scheint.
Stell unseren Lesern bitte kurz die Geschichte des Protagonisten Jim vor.
Jim ist ein normaler Typ, der seiner Arbeit nachgeht und nach und nach eine Veränderung in der Gesellschaft wahrnimmt. Verursacht durch die Regierung in dem Land, in dem er lebt, die zunehmend totalitäre Züge annimmt. Sie fängt an, die Bevölkerung zu unterdrücken bzw. den Menschen ihre Ideologie aufzudrücken. Wer nicht mitgeht, ist verloren. „Jim“ bin eigentlich ich. Ich beschreibe in der Geschichte eine meiner Urängste. Nämlich die, seiner individuellen Freiheit und seines Geistes beraubt zu sein.
Das Album endet mit dem Tod des Protagonisten. Gibt es für unsere Gesellschaft also keine Hoffnung mehr?
Es gibt immer Hoffnung. Nur nicht für jeden. Es wird immer vermeintliche Heilsbringer geben, die genug Unterstützer um sich sammeln. Es werden Probleme hochgepusht, die keine sind und die Unzufriedenen reißen uns alle in den Abgrund. Ich sehe es so: umso einfältiger ein Mensch ist, umso mehr verlangt es ihn nach einem starken Führer. Irgendwann ist der Kipppunkt erreicht und die Dinge nehmen ihren Lauf. Dann dauert es wieder eine Generation, um aus dem Dilemma rauszukommen und der Kreislauf beginnt von vorn. Da dies aber weltweit in verschiedenen Ländern zu verschieden Zeitperioden geschieht, haben wir sozusagen einen Dauerzustand.
Keine Hoffnung gab es Mitte der 90er Jahre, als drohende juristische Streitereien mit der insolventen Plattenfirma WEST VIRGINIA RECORDS zum Aus von CEMETERY führten. Aus den Überresten formierten sich AEONS END, bei denen mit Gaby Weihmayer eine Sängerin mit an Bord war. Hätte sich ein gesangliches Duett bei einem Konzeptalbum wie „Thoughts on Life…“ nicht auch angeboten?
Gaby wäre mit Sicherheit dabei gewesen, da wir nach wie vor Kontakt zueinander haben. Gaby ist zum Beispiel die Sängerin der Thrash-Combo RED TO GREY in der auch unser Bassist mitspielt. Die Idee zu einem Duett stand aber zu keinem Zeitpunkt auf dem Zettel. Ich bin da überhaupt kein Freund davon. Ohne jemandem auf den Schlips zu treten: Ich stelle mir da immer einen bärtigen Typen vor, der finster dreinblickend seine Message den Leuten entgegen growlt und zu einem gewissen Moment marschiert die Sängerin (wahlweise in wallendem Gewand oder engem Korsett…) auf, um sich durch sämtliche Tonleitern zu quälen…nö nö…lol. Okay, man kann sowas mit Sicherheit auch weniger klischeehaft gestalten. Aber auch wenn CEMETERY musikalisch durchaus in anderen Gefilden wildert, werden wir immer eine klassische Death Metal Band bleiben. Das Ganze sollte ja auch live umsetzbar sein. Ich hatte aber tatsächlich mal daran gedacht, den Sprechteil von „Truth A“, von Paul Speckmann einsprechen zu lassen, zu dem ich ein gutes Verhältnis habe und dessen Sprechstimme fast so krass wie seine Growls sind. Ich habe die Idee aber wieder verworfen.
Weshalb war es euch wichtig, neben der digitalen Version des Albums auch ein Digi-Pack zu produzieren? Es ist ja immerhin mit einigem finanziellen Aufwand verbunden.
Ja schon, aber der finanzielle Aufwand für Digi-Packs (anders als bei Vinyl) ist überschaubar. Zudem bin ich halt so ein Old-School-CD-Typ der gerne die Musik physikalisch besitzt und auch mal so ein Booklet in die Hand nimmt. Die digitale Veröffentlichung auf diversen Streaming-Plattformen ist dem Zeitgeist geschuldet. Man hat halt mehr Reichweite, was sich aber finanziell überhaupt nicht rechnet bei einer Band unserer Größe. Kurz gesagt: Mit dem Verkauf einer einzigen CD nehmen wir ungefähr mehr ein als mit drei Monaten Streaming. Es ist aber nicht nur das Finanzielle. Wenn man schon etwas veröffentlicht, kann man auch einen gewissen Aufwand dafür treiben.
Nachdem ihr in den 90ern einen vielversprechenden Start hattet, war das vorläufige Ende der Band ja nicht so schön. 2014, also etwa 10 Jahre nach dem Ende der Band, wurde „Enter The Gates“ schließlich nochmal über Memento Mori veröffentlicht. Wie kam es dazu und sind auf der VÖ die Aufnahmen für das ursprünglich geplante Album zu hören oder die des Demos?
Roland und ich hatten 2014 eine Facebook-Seite für CEMETERY erstellt. Eigentlich nur gedacht als „Erinnerung an…“. Nur wenige Wochen später hat sich Raul von Memento Mori gemeldet und gefragt, ob er unseren damaligen kompletten Back-Katalog als Doppel-CD veröffentlichen darf. Wir waren natürlich begeistert! Die Doppel-CD besteht aus den Aufnahmen für unser damaliges Demo, welches 1991 erschien, zwei unveröffentlichten Versionen von Songs, die eigentlich für eine Single im Jahr 1992 gedacht waren, und den kompletten Albumaufnahmen von 1993 für „Enter the Gate“. Was man hier hören kann, sind tatsächlich die fertigen Aufnahmen. In Ermangelung der originalen Master-Tapes mussten wir aber auf alte Kassetten zurückgreifen, was man dem Memento Mori-Release auch anhört.
Für mich persönlich wurde „Enter the Gate“ aber erst 2019 so richtig veröffentlicht, als Roland doch noch das originale DAT-Tape fand und ich die Songs, diesmal in der ursprünglich gedachten Reihenfolge, nochmal mastern konnte. Die CD erschien seinerzeit als Self-Release.
Ihr spielt selten live. Was muss man euch denn bieten, damit ihr ein Angebot annehmt?
Dass wir so selten spielen, hat eher was damit zu tun, dass wir gerne von den Veranstaltern übersehen werden bzw. wir uns nicht selbst genug darum kümmern. Es liegt vor allem nicht in meiner Natur, Hunderte an Bewerbungen rauszuschicken. Dabei finde ich, dass wir live mindestens genauso gut, wenn nicht besser, als auf Platte sind. Es gibt einfach Unmengen an Bands und jede will sich live präsentieren. Was auch ihr gutes Recht ist. Dadurch ist der Markt aber ziemlich überschwemmt und man geht leicht unter. Um regelmäßig an größere Events zu kommen, ist es hilfreich, ein gutes Label oder eine starke Booking-Agentur im Rücken zu haben. Das haben wir beides nicht und dadurch ist es halt sehr schwer. Oder man ist als Band einfach so überzeugend, mit großer Fan-Base, dass die Veranstalter nicht daran vorbeikommen. Vermutlich sind wir es nicht.
Dies bedeutet aber auch nicht, dass wir so ausgehungert sind, um wirklich auf jeder Bühne stehen zu müssen. Underground-Spirit hin oder her, und es soll bitte absolut nicht überheblich klingen, aber jedes Mitglied von CEMETERY hat in anderen Formationen (SWEEPING DEATH, RED TO GREY…) schon so häufig gespielt, so oft Equipment geschleppt, öfter lächerliche Gagen kassiert, dass man halt nicht mehr alles mitmacht. Es ist ja auch nicht verkehrt, sich ein wenig rar zu machen. Die spiellosen Perioden kann man zum Beispiel nutzen, um an neuen Songs zu feilen, die sich völlig ohne Zeitdruck entfalten können.
Nenne bitte die drei größten Einflüsse für CEMETERY und vielleicht kannst du auch sagen, wo man diese auf dem Album am ehesten hören kann.
Death Metal der späten 80er, frühen 90er. Das war eine spannende Zeit damals, die ich noch als Teenie miterleben durfte. Der Impact, den die frühen DEATH, MORBID ANGEL, OBITUARY oder auch BATHORY auf mich hatten, hallt immer noch ein wenig nach. Dann 70’s Progressive Rock. Wenn man sich den Spielwitz und die opulenten Arrangements damaliger Bands anhört, so ist das, wie ich finde, bis heute unerreicht geblieben. Ich denke, unser Stil ist ziemlich unique, aber selbstverständlich kann man da das ein oder andere heraushören. Nimm z. B. den Mittelteil von „Thoughts on Death“, der vermutlich ohne Weiteres auf der „Spiritual Healing“ hätte drauf sein können. Dann ist da noch das simple, doomige Riff in „Grief, Anger & Despair“, kurz bevor die Soli losgehen. Da klingen wir ein paar Sekunden lang nach OBITUARY. Für den gesamten, sehr langsamen und melodischen Schlussteil von „Thoughts on Death“ habe ich mich von YES und GENESIS inspirieren lassen. Hör dir mal YES‘ „Awaken“ und GENESIS‘ „Supper’s Ready“ an. Ich versuche, beim Songwriting so frei wie möglich von Einflüssen zu bleiben. Sofern es eben möglich ist, wenn man viel Musik hört. Wobei ich fast keinen Death Metal höre und mir meine Inspiration woanders suche. Es können auch Eindrücke aus Architektur, Kunst oder der Natur sein, die ich dann versuche, in unserer Musik wiederzugeben.
Am Ende muss es halt trotzdem ordentlich ballern und Spaß machen!
Vor einiger Zeit erreicht uns eine Rezensionsanfrage von FRANK AND FREE, der gerade sein Album „Die Iden des März“ fertiggestellt hatte. Soweit nicht ungewöhnlich. Allerdings wurden Album und Artwork mit KI generiert. Ein rotes Tuch für viele in der Metalszene, wie zuletzt GRAVE DIGGERs Chris, aber auch Amis wie KERRY KING oder DEICIDE erfahren durften. Gerade weil der Einsatz von KI ein so kontroverses Thema in der Szene ist, baten wir den Kopf hinter FRANK AND FREE, Frank Bruns, um einige Antworten zu unseren Fragen. Frank hat sich viel Zeit genommen, um uns ausführlich Auskunft zu geben. Das Ergebnis ist ein – wie ich finde – aufschlussreiches und interessantes Interview, welches zumindest ein wenig Licht ins Dunkel der Arbeit mit KI im Musikbereich bringt. Bleibt mir nur zu hoffen, dass mich nun nicht der Teufel holt…
Der damalige Rock Hard Chefredakteur Kühnemosch attestierte den Hannoveranern THUNDERHEAD 1991, die „beste deutsche Streetrock-Band“ zu sein, die mit ihrem dritten Album „Crime Pays“ zudem nun auch auf Platte an ihre Klasse auf der Bühne angeknüpft hätte. Bei damals fetten 9 Punkten sollte man denken, dass an dem Album kaum Verbesserungsbedarf bestünde. Doch am 5. September erscheint nun auch vom Drittwerk der Donnerköpfe eine „Refurbished“-Version aus der Hand von Schlagzeuger Alex Scotti. Gemeinsam mit Gitarrist Henny stellt sich dieser nun unse-ren Fragen.
„Busted At The Border“ (1990) hatte nicht den gewünschten Erfolg gebracht (Interview mit Alex und Henny), obwohl Touren mit namenhaften Bands folgten. Ein Grund war seinerzeit der Sound, der das Potential der Scheibe einfach nicht richtig rüberbrachte. In der Folge ergaben sich zudem Probleme beim und mit dem damaligen Label. Dennoch arbeitete das Quartett aus Hannover emsig an neuem Material, welches dann im Horus Sound in Hannover aufgenommen wurde. Das Resultat war „Crime Pays“.
Es war bekannt, dass ihr mit dem Sound von „Busted…“ nicht zufrieden wart. Was gab es aus eurer Sicht an „Crime Pays“ soundtechnisch zu verbessern?
Henny: Zumindest nichts, was die Soundqualität betrifft. Allerdings klingt die Produktion aus dem Anfang der 90er natürlich zeitgenössisch alt. Da hat Alex etwas Hand angelegt und der ganzen Pro-duktion eine leichte Entstaubungskur verpasst. Alex: Ja, genau. Ich hatte die „Busted at the Border“ fertig und war sehr zufrieden mit dem Ergeb-nis. Dann wollte ich „Crime Pays“ neu mastern und habe mir gedacht: „Verdammt, die „Busted…“ klingt jetzt so gut, hier muss ich auch noch einmal dran.”
Wie bist du bei der Überarbeitung vorgegangen und welche Herausforderungen gab es bei der Bearbeitung?
Henny: Den aufwändigen und produktionstechnischen Teil hat Alex alleine gemacht. Ich habe nur immer „Ja und Amen“ gesagt oder auch gemeckert, wenn mir was nicht gelungen erschien. Die größte Herausforderung bei so einem alten Teil ist aus meiner Sicht, es nicht so zu verändern, dass es wie eine moderne Produktion klingt. Schließlich soll es den Charme der analogen Produkti-on behalten und den Spirit der 90er transportieren. Das aber bitte bei maximaler Soundausbeute, die man heute hörtechnisch als Standard empfindet. Alex: Erst einmal mussten auch die Tapes digitalisiert werden. Das ist leichter gesagt als getan, weil durch die lange Lagerzeit die Bänder durch die Umwelteinflüsse wortwörtlich zusammenkleben. Die kommen dann in einen Ofen und werden “gebacken”. Gott sei Dank haben wir hier in der Nähe von Hannover den Kai mit seinem Echolane Studio, der sich sehr liebevoll der Sache angenommen hat. Das eigentliche Mischen war dann gar nicht mehr so wild. Ich habe versucht, den alten Charme zu behalten und trotzdem alles in eine etwas modernere Welt zu drücken, wobei ich bewusst nur Tools benutzt habe, die damals auch zur Verfügung gestanden hätten. Die Performance ist, wie bei der „Busted…“, unangetastet.
Ihr habt zu verschiedenen Songs Videos bzw. Teaser hergestellt. Diese sind mit KI entstanden, da-bei ist doch gerade Henny als „analog-man“ bekannt. Wessen Idee war das? Wer hat die Videos mit welchem Programm hergestellt? Und wie waren die Reaktionen bisher?
Henny: Das hat Alex gemacht. Ich könnte sowas gar nicht. Alex: Ja, das war ein Versuch meinerseits. Im normalen Leben bin ich ja seit vielen Jahren Film-Editor und Postproduction-Specialist. Das alte Material, welches wir zusammengetragen haben, hatte ich mehr oder weniger aufgebraucht und ich habe eine andere Möglichkeit gesucht, um das neu gemischte Album auf den einschlägigen Social-Media-Plattformen zu präsentieren. Was als Spielerei angefangen hat, ist dann aber so gut geworden, dass ich zu allen Stücken einen kleinen Teaser geschnitten habe. „Make it Hard“ hat so auch gleich ein ganzes Video bekommen. In diesen Filmchen steckt ganz schön viel Zeit drin, weil die KI macht, was sie will. Zu „Make it Hard“ habe ich bestimmt 1500 Bilder generieren lassen, bis ich in etwa hatte, was ich mir vorgestellt habe. Danach wurde alles mit KI animiert und mit einem Schnittprogramm in Form und Farbe gebracht, sodass ein Film draus wurde, der auch eine Geschichte erzählt. Bei den Tools habe ich so ziemlich alle bekann-ten Dienste benutzt. Alle haben ihre Stärken und Limitierungen. Das zu finden, was für den einzel-nen Fall funktioniert, ist schon eine Challenge.
Welche Erwartungen hattet ihr damals an das Album bzw. an die Reaktionen der Fans? Und inwie-fern wurden diese Erwartungen erfüllt?
Henny: Das Album hatte verkaufstechnisch eine schlechte und eine gute Resonanz. In Deutschland war es das letzte Album für unsere damalige Plattenfirma Intercord, die sich schon nach der „Busted at the Border“ überhaupt nicht mehr für uns interessierte und den Betrieb etwas später sogar einstellte. In Japan hingegen war „Crime Pays“ der Türöffner für uns. Es war der Beginn unserer langjährigen Touraktivitäten dort und das hat uns aus finanzieller Sicht damals den Arsch gerettet. Alex: Ich glaube, unsere Erwartungen waren schon recht hoch. Wir haben bei dem Album alles ge-geben, was wir konnten. Die Kritiken waren durchweg gut, wir haben mehrere Tourneen mit dem Album durch Deutschland, Europa und Japan gespielt. Das Album hat sich besser verkauft als „Busted…“, aber es hätte auch gerne etwas mehr sein können. Ein Highlight war sicherlich die erste Japan-Tour.
Viele Fans haben nach den letzten beiden Wiederveröffentlichungen bereits physische Versionen gefordert. Gibt es in dieser Hinsicht Neuigkeiten?
Henny: Das ist immer noch in Arbeit. Wir haben uns, nach Verhandlungen mit einer Plattenfirma, dazu entschlossen, eigenständig in einer kleineren Auflage zu veröffentlichen, und die Platten dann in den Vertrieb zu geben.
Gibt es auch Neuigkeiten zum Thema „Live“-Comeback von THUNDERHEAD?
Henny: Nein. Da hat sich bisher nichts Neues getan.
„Killing With Style“ war der Nachfolger von „Crime Pays“ und ist damals bei G.U.N. erschienen. Gab es mittlerweile Reaktionen vom heutigen Rechteinhaber bzgl. einer Neuauflage des Albums?
Henny: Nein. Von denen gab es bisher nur die Reaktion, dass die „Killing…“, die Balladenplatte und „Where you told the truth“ schnell mal von einem Verlag zum anderen weiter verscheuert worden sind. Wohl in der Erwartung, dass es eventuell doch noch Kohle damit zu verdienen gibt. Wär ja schön, wenn sie damit recht behielten. ;) Alex: Ich bin da gerade am Ball und versuche, Kontakte zu knüpfen, damit auch diese Alben wieder verfügbar werden.
Zum Abschluss: Welches sind eure Top 3 auf „Crime Pays“ und weshalb? Meine sind: 1) „Let the Dogs Loose“ 2) “City Cornered Man” 3) “Make It Hard”
Henny: Meine sind auch „City Cornered Man“, dann „Crime Pays“ selber und vielleicht „Forgive and forget“. Alex: Puhhh, schwere Frage, ich mag sie alle!! „City Cornered Man“ und „Crime Pays“ sind auf je-den Fall ganz vorne mit dabei. Dann fällt es schwer, mich zu entscheiden. Ich nehme mal „Ain´t no Trust“. ;)
Fast 35 Jahre sind ins Land gezogen, doch „Crime Pays“ hat bis heute nichts von seiner Qualität eingebüßt – mit der Neuauflage finden die Songs nun endgültig ihren Weg ins 21. Jahrhundert. Ab dem 5. September findet ihr das Album auf den digitalen Plattformen.
Zitat - Text: "Wir waren halt auch immer eher die melancholisch nachdenklichen Typen, und da konnte uns deswegen diese Musik stärker beeinflussen aus UK oder Skandinavien...", Zitat - Autor: Raimund Ennenga
Wir erwischen Nailed To Obscurity mitten in den Urlaubsvorbereitungen, sozusagen noch einmal Kraft tanken, bevor es dann mit neuem Album auf die allererste Headliner-Tour geht. Sänger Raimund ist schon fertig mit packen und hat Zeit für uns, die Fragen zu beantworten, die uns auf der Seele brennen.
Hallo Raimund, vielen Dank für deine Zeit! Am 05.09. erscheint das neue Album „Generation Of The Void“, was erwartet die Fans? Auf jeden Fall ein neues Album nach viel zu langer Zeit.Es erwartet sie viel neues, „Generation Of The Void“ ist auf jeden Fall das dynamischste Album von uns bis jetzt. Wir haben ein paar neue Einflüsse zugelassen, ich glaube man hört sofort raus, welche Band das ist, und trotzdem denke ich, dass es ein frischer Ansatz ist. Nicht nur die Produktion, die sich ästhetisch ein bisschen verändert hat, sonder auch kompositorisch haben wir uns ne Menge getraut. Von außen kann ich bestätigen, ja, wir haben uns ganz schön viel Zeit gelassen, aber das habe ich ja eingangs schon gesagt.
Ich habe mal ein wenig in den Kalender geschaut: 2019 Black Frost, Liquid Mourning im Januar 2022, dann Clouded Frame, Overcast und nun unlängst Spirit Corrosion. War der Songwriting-Prozess diesmal so kompliziert, habt ihr in Etappen aufgenommen? Und wie sichert man über so lange Zeit einen homogenen Sound auf dem Album? Da hast du ne ganze Menge Töpfe aufgemacht. Du hast das schon richtig gedeutet, natürlich war das so nicht geplant. Ein Grund ist natürlich, dass man zwei Jahre unter der Corona-Kuppel hatte. Also besonders stark meine ich, es ist ja 2022 erst sukzessive alles aufgeweicht worden. Der Plan war eigentlich, nach der Veröffentlichung von Black Frost 2019 und der Tour 2020 hart ins Songwriting zu gehen und dann nachzulegen. Bei uns passiert noch sehr sehr viel vom Songwriting im Proberaum. Natürlich kommen Volker und Jan-Ole mit fertigen Riffs oder Riffideen an, aber da wurde vom Arrangement sehr viel im Kollektiv gemacht und wieder mit nach Hause genommen, wie so ein PingPong-Spiel. Wir sind Ende Februar nach Hause gekommen, und eine Woche später kam Lockdown 1. Und dadurch, dass wir lange Zeit nicht zusammen in den Proberaum kommen konnten, mussten wir uns erstmal einfallen lassen, wie wir das jetzt angehen. Wir wollten eine Veränderung, wir wollten einen größeren stilistischen Schritt machen als den zwischen King Dellusion und Black Frost, und wir wussten auch, dass das ein komplexerer Prozess werden würde, weil wir dafür viel lernen mussten und uns ein bisschen auf ein Abenteuer einlassen, und wir hatten das Problem, dass wir einfach nicht zusammen kommen durften faktisch. Also mussten wir erst einmal herausfinden, wie wir denn per Remote Songwriting machen können, das hat ne Weile gedauert, bis da überhaupt was passiert ist, also haben wir streng genommen 2020 kompositorisch komplett verloren. Es gab, Ideen, Ansätze, Experimente, aber wirklich viel passiert ist halt nicht, hauptsächlich in den Köpfen. Dann hatten wir den Ansatz, wir bringen 2021 2-3 Singles raus, damit wir nicht so ewig auf uns warten lassen müssen. Diese 2-3 Singles entstanden dann aber erst in 2021, wir hatten uns ein neues Studio-Setup überlegt, das wir dann auch durchsetzen wollten. Wir haben instrumental wieder mit Viktor Santura gearbeitet, Vocals und Mix-Master wollten wir bei Jacob Hansen ausprobieren. Dadurch hat sich das mit Re-Sceduling aufgrund der Pandemiesituation immer weiter herausgezögert, und so kam es dazu, dass wir erst zum Jahresende 2021 die Singles aufgenommen hatten. Mit Liquid Mourning hatten wir dann das erste Vehikel für die US-Tour, Clouded Frame hatten wir in der Hinterhand für vielleicht eine weitere Tour, und wir wollten dann in dem Jahr auch ein bisschen kompositorisch aktiv werden. Und dann: Reality-Check! Ne Band, die das alles nebenberuflich macht, haben wir zwar immer ein paar Monate genommen, um zu komponieren, aber immer neben der Arbeit, wir waren 2022 ja auch viel unterwegs, das war unser Tour-stärkstes Jahr bisher, wir waren 7-8 Wochen in den USA, 2 Wochen in Europa und zum Jahresende dann nochmal 5-6 Wochen in Europa, und das wie gesagt dann alles nebenberuflich ist ein bisschen schwierig gewesen. Also haben wir dann die Reißleine gezogen und gesagt, wir schreiben 2023 das Album zu Ende, die Leute kennen zwei Songs und denken, jetzt kommt endlich die Album-Preview, aber da kam nichts. Es gab zwar schon irgendwie Instrumentalideen, es gab grobe Ideen, und wir hatten die relativ klare Entscheidung getroffen, mehr Cleangesang „zuzulassen“, und so mussten wir da auch erstmal lernen, wie man das macht, also den Schwerpunkt von der Melodieführung von den Gitarren auf den Gesang übertragen, wie funktioniert meine Stimme (ich habe 2021 erst begonnen, mit einem Vocalcoach an meinem Cleangesang zu arbeiten), ich musste die aktuelle „Qualität“ erstmal ausarbeiten und meine Rolle als Sänger neu positionieren. Verändertes Songwriting, verändertes Songwriting überhaupt (Stichwort Pandemie), und dann die Frage: Wo ist als Sänger meine Comfort Zone? Was für Melodien funktionieren überhaupt für Nailed To Obscurity, die in Ihrer DNA ja mal als doomige Deathmetal-Band gestartet haben und immer melodischer geworden sind. Das war ein spannender, aber offenkundig auch ein sehr langer Prozess. Was dann noch kam war, dass, als das Album fertig war, wir die erste Umbesetzung seit meinem Beitritt bei Nailed To Obscurity hatten. Das hat sich für uns im Nachhinein als Mega-Situation ergeben. Carsten (der ehemalige Bassist) ist nun unser Booker, ich sags mal so: Wenn es so eine Art Bilderbuch-Trennung gibt im positiven Sinne, dann war es die mit Carsten. Erstmal haben wir alle geflennt wie Schlosshunde inklusive ihm selbst, weil es für ihn kein leichter Schritt war, aber es war die Entscheidung, dass man sein Leben anders aufstellt als es bislang der Fall war, und da gehörte diese Trennung für ihn mit dazu, aber er hat gesagt „wenn ihr Bock habt, bin ich ab sofort euer Booker“, und Lutz, der für uns das Licht macht seit 2019 und den wir schon ewig kennen, hat sich dann als Bassist angeboten. Die beiden haben so eine Art Staffelübergabe gemacht, denn wir haben gesagt, es soll Carsten sogar recht sein, und das sollte nicht wie „über das Licht in die Band reingeschlichen“ wirken, und Carsten hat sofort gesagt in seiner coolen Art „also wenn ihr den nicht fragen würdet, wärt ihr ganz schön blöd, das ist der beste Musiker den ich kenne“. So haben wir im Prinzip nur ein bisschen Roulette gespielt. Aber die Umstellung hat dann doch noch ein wenig gedauert, bevor wir auf die Bühne gehen konnten, denn wir wollten live ja auch „brauchbar“ sein und unsere Präsenz ein bisschen aufleveln, und dann kam die Draconian Tour.
Hatte Lutz denn dann noch Einfluss auf das Songwriting, oder war das Album schon im Kasten? Im Großen und Ganzen war alles im Kasten, aber wir haben viel Feinschliff betrieben, und so hatte er doch noch einen gewissen Anteil. Trotzdem wird er vermutlich kaum erwarten können, das nächste Album dann rauszubringen. (lacht) Aber auch „Generation Of The Void“ fühlt sich richtig an, mit Lutz zu präsentieren, was auch immer das heißt.
Nächstes Thema: Eure anstehende Headlining-Tour durch Europa im September und November. Ich muss wohl nicht fragen, aber: Freut ihr euch drauf? Klar, wir hatten in der Vergangenheit richtig tolle Support-Touren, aber wir haben gesagt, wenn wir nicht jetzt versuchen, eine Tour mit uns als Headliner zu „verkaufen“, hm, das ist ein häßliches Wort, „vermarkten“, ein anderes blödes Wort, aber du weißt was ich meine, „selbst zu tragen“ ist schöner, dann machen wir es nie. Und wir haben uns diese Gedanken bereits auf der Draconian-Tour gemacht. Das war ganz witzig, das erste Mal im Bus auf Tour, ohne dass Carsten dabei ist, und dann war er es in Gedanken doch, in seiner Funktion als Booker. Und wir haben zu ihm gesagt, einen Slot zum Ende des Jahres sollte möglich sein, sodass das Album bis dahin draußen ist, willst du mal versuchen zu schauen, was wir da machen können? Er hatte dann relativ schnell ne Idee mit Yoth Iria, und Oak Ash & Thorn kam dann relativ schnell über den gleichen Roster mit dazu. Und wir haben sofort gesagt, das ist ein cooles, böses, finsteres Package, und wir hatten während der Draconian-Tour den Großteil des Routings stehen, was mich natürlich freut, weil es ja auch zeigt, dass dieses Package auch interessant ist und angenommen wird. Deswegen konnten wir auch so früh schon in die Werbung gehen. Wir wussten, dass wir über das Jahr so eine kleine 20-Jahre-Kampagne fahren werden, wo wir so ein bisschen über die Band erzählen, dann haben wir das neue Album als Rampe, hoffen wir mal, dass viele Leute auf diese Tour aufmerksam werden und Bock drauf haben. Und: WIR haben Bock drauf, das war ja deine eigentliche Frage. Ich freue mich auch, dass wir eine Ostfriesland-Show mit reingenommen haben, das gehört für mich dazu. Wir kommen ja alle von da (auch wenn ich Emsländer bin, aber das ist nur ein 10-Minuten-Fahrradweg bis Ostfriesland, und wir hängen schon so lange zusammen), das ist eigentlich nur so ein Kindergarten-Kräftemessen, so zwischen Nachbardörfern...
Wo du gerade Ostfriesland sagst: Wo kommt denn eigentlich die Düsternis eurer Songs her? Wenn ich überlege, Meer, Deich, Schafe, und dann eure Musik? Da sollte man doch eigentlich meinen, dass das irgendwo aus England oder Skandinavien stammt... Das ist ne gute Frage. Wir sind alle in der gleichen Szene unterwegs gewesen, und Gleichgesinnte finden sich dann auch immer zusammen. Wir sind in unserem Umfeld immer so eher die nachdenklichen Typen gewesen, und wir hatten da musikalisch die gleichen Wurzeln, die Bands auf die wir stehen sind dann auch alles eher so die nachdenklichen Bands, wir mochten alle Deathmteal und haben auch eher die Knüppelsachen gehört, ich meine, der Name Nailed To Obscurity kommt ja sogar von Hate Eternal, auch da hatten wir immer ne Schnittmenge, und ich kam ja von Burial Vault auch eher aus einer eher als Deathmetal-Band zu bezeichneten Nummer, aber wir waren halt auch immer eher die melancholisch nachdenklichen Typen, und da konnte uns deswegen diese Musik stärker beeinflussen aus UK oder Skandinavien. Das hat sich ja so auch schon immer gefunden bei dem Spiel von Ole und Volker, die beiden haben eine interessante Art der Kommunikation über die Musik, der eine spielt was im Proberaum, und der andere hat sofort was dazu passendes parat, das wirkt wie aus der Hüfte geschüttelt, und es ist dann halt immer dieses leicht melancholisch-nachdenkliche, was dabei raus kommt. Es hat sich nie einer hingesetzt und gesagt „wir müssen jetzt klingen wie“ oder irgend sowas. Das ist auch immer interessant, wenn Einflüsse fallen, die für den Zuhörer ganz offensichtlich erscheinen. Zum Beispiel wird Insomnium ganz häufig genannt, das ist ne Band, die haben wir im Laufe unserer Bandgeschichte erst richtig kennengelernt dadurch, also namentlich kannten wir die vorher natürlich, aber für uns entdeckt halt erst später. Wir müssten dann manchmal erst darüber nachdenken, ob das wirklich passt, bei anderen Sachen ist es natürlich deutlicher, wenn jetzt einer sagen würde Katatonia würden wir sagen „na ganz offensichtlich“, wenn jemand Opeth sagt, eher so „ja, das kann schon sein, wenn du meinst“.
Was macht ihr an euren DayOffs bei der Tour? Diesmal haben wir ja keine DayOffs. Ansonsten arbeiten wir halt auch viel Remote, aber nach Feierabend ist es natürlich toll, auch zusammen Städte zu erkunden. Klar gibt es auch mal Fenster, wo jeder seiner Wege geht, aber die meiste Zeit hängen wir in Grüppchen oder alle zusammen. Wir sind so ein Haufen Kumpelinen, die aufeinander hängen, das ist ja nicht nur die Band, da hängen ja auch noch andere Leute mit dran, unser vormaliger Tonmann Heiko war immer dabei, jetzt ist es Hannes, der dazu gehört, vorher halt Lutz als Lichtmann, der das jetzt in DoubleDuty vor den Shows programmiert. Auf der letzten Tour waren wir zwei Tage in Paris, und ich sag mal so, es kann einen echt schlechter treffen, als diese Stadt zu erkunden. 2020 war ich immer erst mit unserem Busfahrer Markus joggen, und danach mit den Jungs unterwegs.
Nochmal was ganz anderes.Stell dir vor, du bist auf einer einsamen Insel gestrandet, dein Handy kann nur noch einen Song streamen, welcher ist es und warum? Ein einziger Song? Puh, das ist jetzt mal richtig schwierig, denn ich habe gar nicht so „den einen“ ultimativen Song, der so über allen anderen steht. Ich will jetzt auch keinen Bullshit sagen, denn es gibt da ja jetzt kein richtig und kein falsch... (denkt nach) Wenn ich darauf antworten muss, ist das vielleicht ein etwas komischer Pick, aber ich denke gerade so an einen Song, zu dem ich irgendwie immer so zurückkehre, und dann sind wir bei Opeth, und es ist NICHT von Blackwater Park, sondern von Ghost Reveries, und es wäre der Song Revery. Das ist so ein Song den ich mir immer wieder irgendwie anhöre, ich weiß nicht, ob mir das reichen würde nur den Song zu haben, aber ich sag mal, wenn nur einer, dann der.
Keine schlechte Wahl. Okay, letzte Frage, vermutlich genauso tricky: Wenn es eine Frage gäbe, die ihr als Band euch schon immer in einem Interview gewünscht habt, die euch aber noch nie gestellt wurde, welche wäre das und wie lautet die Antwort? Boaaaah, das ist aber auch echt, ich mein, wenn man ein neues Album hat dann macht man sich ja Gedanken, was man vermutlich gefragt wird, worauf man sich vorbereitet, und meistens kommen die Fragen auch, aber... Was sind wir denn noch nie gefragt worden? Das ist echt ganz schön schwierig. Also in der Regel, das ist so ein Standard von MIR, keine Ahnung ob das jetzt der Wunsch ist in einem Interview, würde ich fragen „Was ist deine Schuhgröße?“, und die Antwort ist 48 ½, das stimmt auch, ich habe echt so große Füße! Das könnte endlich mal in einem Interview ganz offiziell geklärt werden. (lacht)
Vielen Dank für das Interview, du musst Koffer packen, ganz liebe Grüße an den Rest, wenn es soweit ist ganz viel Spaß auf der Tour, und viel Erfolg mit dem neuen Album. Richte ich gerne aus, und vielen Dank, hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Mit ihrer einzigartigen Mischung aus Gothic, Industrial und Death Metal haben sich CREMATORY seit den frühen 90ern einen festen Platz in der deutschen Metal-Landschaft erspielt. Nach zahlreichen Alben und unzähligen Live-Auftritten meldet sich die Band nun mit ihrem neuesten Werk „Destination“ zurück – einem Album, das nicht nur musikalisch zurück zu alter Stärke geht, sondern auch thematisch einiges zu sagen hat. Gitarrist Rolf Munkes, der seit zehn Jahren ein fester Bestandteil des Line-ups ist, spricht mit uns über den kreativen Prozess hinter „Destination“, reflektiert die Entwicklung der Band und verrät darüber hinaus den geheimen Nachfolger von „Tears Of Time“.
Hallo Rolf, vorab vielen Dank fürs Beantworten meiner Fragen und zudem ein großes Lob für die neue Scheibe. Unverschämt hohe Hitdichte mit tollen Referenzen an frühere Tage! Die Chartplatzierung habt Ihr wohlverdient. Ärgert Ihr Euch denn, dass es noch nicht früher der Fall war, oder ist die Zeit erst jetzt reif dafür gewesen? Ach, man kann die Zeit natürlich nicht zurückdrehen, aber andererseits passt jetzt auch alles wunderbar. Wir sind dankbar dafür, dass wir jetzt in der Top Ten gechartet sind und freuen uns einfach nur, dass es im Jetzt ist. Lieber spät als gar nicht.
Leider musste kurzfristig die Tour abgesagt bzw. verschoben werden, da Schlagzeuger Markus mit einer Herzattacke zu kämpfen hatte. Inzwischen genest er auf Rhea am Tegernsee. Was geht in Einem in so einer Situation vor? Ja, sowas kommt immer im falschen Moment, aber wichtig ist, dass Markus sich jetzt gut erholt und bald wieder fit ist, so dass wir die Shows, sobald es geht, nachholen können.
Euer neues Album „Destination“ wirkt atmosphärisch dichter und gleichzeitig kantiger als eure letzten Alben – welche bewussten Entscheidungen habt ihr beim Songwriting diesmal anders getroffen? Wir haben uns eigentlich bewusst dafür entschieden wieder so ähnlich zu klingen, wie wir bei den ersten Alben geklungen haben. Man könnte sagen, ein Versuch zurück zu alter Stärke zu kommen. Und damit auch wieder ein bisschen härter.
In der aktuellen Singleauskopplung „The Future Is A Lonely Place“ schwingt eine fast schon dystopische Stimmung mit. Inwiefern spiegelt dieser Song auch Euer persönliches Weltbild im Hier und Jetzt? Bei uns schreibt Felix alle Texte und ich weiß, dass er auch immer persönliche Momente und Erfahrungen in den Texten miteinbezieht. Als Weltbild würde ich es jetzt nicht bezeichnen, aber als momentane Skizze einer Situation schon eher.
Würdet Ihr sagen, dass „The Future Is A Lonely Place“ eine Art musikalisches Statement ist – oder eher ein emotionales? Der Song kommt bei unseren Fans irre gut an. Das Video ist innerhalb von 2 Wochen auf Youtube schon über 230.000-mal gesehen worden. Von daher ist das schon irgendwie auch ein musikalisches Statement.
Was ist die „einsamste Zukunft“, die Euch als Künstler real erscheint – und wie schützt ihr Euch davor? Die einsamste Zukunft wäre wirklich, wenn niemand meine/unsere Musik mehr hören will und ich/wir vor leerem Haus spielen müsste(n)…
Gibt es auf „Destination“ ein musikalisches oder textliches Element, das Euch zuerst fremd erschien – und dann umso mehr überrascht hat, wie gut es funktioniert? Das gibt es schon öfter, gerade wenn du anfängst an Songs zu arbeiten, bist du dir manchmal nicht ganz sicher, ob es wirklich funktioniert. Und das kann in beide Richtungen gehen. Wir hatten schon Songs, die uns am Anfang gar nicht gefielen, die sich letztlich aber wunderbar entwickelten. Genauso gibt es aber auch Songs, die am Anfang nicht so richtig zünden wollen, aber auf einmal wird das kleine fehlende Element eingebaut und plötzlich funktionieren sie.
Der Sound auf „Destination“ ist druckvoll, aber auch überraschend transparent. Welche Rolle spielte die Produktion bei der Verwirklichung Eurer Vision – und habt Ihr neue Techniken oder Herangehensweisen ausprobiert? Das aktuelle Album haben wir wieder bei mir im Studio produziert, und ich versuche mich eigentlich immer im Vergleich zum Vorgänger irgendwie zu verbessern, das ist mein Anspruch. Ich bastle also an jedem einzelnen Instrument und dem Gesamtsound ne ganze Weile rum, bis ich denke, dass es besser geworden ist im Vergleich zum Vorgänger. Das geht mal schneller, kann aber auch mal länger dauern.
Wie sehr beeinflussen Euch moderne Produktionsmittel und digitale Möglichkeiten – und wo zieht Ihr die Grenze zwischen Innovation und Identitätsverlust? Du spielst sicher auf künstliche Intelligenz an und ihre Möglichkeiten damit Songs zu schreiben oder zu produzieren. Jeder von uns hat bestimmt schon einmal damit rumexperimentiert, aber fürs Songwriting bei CREMATORY können wir damit nichts anfangen. Wir haben uns eher an den alten Songs orientiert. Hier und da haben wir in alte Scheiben reingehört, uns tolle Momente rausgesucht und versucht diese ins Jahr 2025 zu bringen. Wir wollten schon immer so ein Album im Sinne von "Best of" basteln.
„Destination“ – das klingt nach einem Ziel. Habt ihr das Gefühl, musikalisch oder persönlich irgendwo „angekommen“ zu sein? Oder ist der Titel eher als Gegenfrage zu verstehen? Im Gegensatz zur letzten Scheibe „Inglorious Darkness“, wo wir mit nur einem Sänger gearbeitet haben, hat sich auf dieser Scheibe alles irgendwie zusammengefügt. Auf dem Vorgänger war es noch ein bisschen wie das Suchen nach den richtigen Zutaten. Da haben wir sehr viel ausprobiert und auch wieder sehr viel verworfen. Ich denke, auf dieser Platte haben wir alle Dinge gefunden, die funktionieren und uns ausmachen.
Gibt es einen Moment, während der Arbeiten an „Destination“, der Euch emotional besonders berührt oder sogar verändert hat? Ja es gab tatsächlich so einen Part, mir fällt nur gerade der entsprechende Song nicht ein. Markus war von einem Mittelpart den Felix gesungen hat, immer ziemlich berührt und fand den sehr sehr geil…
Wenn Ihr nur einen Song von „Destination“ auswählen dürftet, um einem Fremden zu erklären, wer CREMATORY im Jahr 2025 sind – welcher wäre das und warum? Ja, ich denke das wäre der Song „The Future Is The Lonely Place“, der ja auch irgendwie der geheime Nachfolger von „Tears Of Time“ ist. Einfach ein sehr emotionaler Track, mit einer melancholischen Stimmung und grandiosen Melodie.
Gibt es eine Wahrheit, die Euch dieses Album gelehrt hat – über Euch selbst, über Eure Musik oder über das, was Ihr der Welt eigentlich sagen wollt? Diese Wahrheit gibt es schon länger. Du musst immer an dich glauben, und du wirst immer Leute haben, die das nicht gut finden, was du machst, aber das ist eben mal Kunst. Ich glaube, wir haben mittlerweile gelernt damit umzugehen.
Wie verändert sich Eure Dynamik als Band, wenn ein neues Album entsteht? Gibt es feste Rollen – oder ist es manchmal auch ein kontrolliertes Chaos? Ja, ich denke schon. Die Rollen bei uns in der Band sind eigentlich fest vorgegeben, und das ist eigentlich auch immer das wichtige an einer Band, wenn sie lange durchhalten will. Jeder muss wissen, wo sein Platz in der Band ist. Doof wird es eigentlich erst, wenn Leute aufgrund des Erfolgs meinen, sie müssten jetzt in jedem Gewässer fischen. Das ist wie bei Zahnrädern, wenn die Größe nicht zueinander passen, dann läuft es nicht.
Was bedeutet es für Euch heute, Musiker in einer Welt zu sein, die sich ständig beschleunigt, während Eure Musik oft von Tiefe, Schwere und Nachhall lebt? Na ja, ich glaube das schließt sich gar nicht aus. Du saugst die Welt immer in irgendeiner Art und Weise auf, und Künstler sind ja dafür da, dass sie die Eindrücke des Weltgeschehens oder des persönlichen Erlebens irgendwie in Musik verarbeiten. Das ist ein ganz normaler Prozess.
Wenn Ihr so auf Eure Anfänge zurückblickt: Welche Vorstellung vom Musikerleben hat sich erfüllt – und welche hat sich komplett verändert oder sogar entlarvt? Na ja, ich will nicht die gleiche Leier wieder aufmachen, aber die Art und Weise wie Menschen mit Musik umgehen, beziehungsweise sie wertschätzen hat sich in den Jahren meines Lebens doch sehr verändert. Das hätte ich mir in frühen Jahren wirklich nicht vorstellen können. Ich habe Musik immer sehr wertgeschätzt und bin davon ausgegangen, der Rest der Welt tut es auch, doch das war ein Trugschluss. Das man jetzt wieder um Autorenrechte kämpfen muss (Napster, Youtube, etc.) ist unfassbar.
Was bedeutet Loyalität innerhalb einer Band über Jahrzehnte hinweg – und wie haltet Ihr Eure kreative Verbindung lebendig, ohne in Wiederholungen zu verfallen? Loyalität und Kompromissbereitschaft sind natürlich ganz wichtig in einer Band. Aber wir sind ja jetzt nun mittlerweile keine 20 mehr und haben im Musikleben eine ganze Menge Erfahrung gemacht. Von daher wissen wir, auf was es ankommt und wissen auch, wo man mal eben einen Schritt zurück machen sollte.
Wie geht Ihr mit künstlerischen Meinungsverschiedenheiten um? Gab es bei „Destination“ Momente, wo Ihr Euch musikalisch fast „verloren“ hättet? Klar gibt es bei uns auch mal Meinungsverschiedenheiten, aber wir haben alle gelernt nach vorne zu schauen und sind auch immer bereit Kompromisse einzugehen. Weil wir auch genau wissen, dass wir alle immer nur ein Ziel vor Augen haben. Das ist ein cooler Song und der gemeinsame Output.
Dann nochmal vielen Dank für Eure Zeit und bis hoffentlich bald mal wieder persönlich auf Tour! Noch alles Gute, insbesondere für den Markus!
Am 25. April 2025 war das Warten zu Ende und The Great Seas Debütalbum wurde über AOP Records veröffentlicht. Auch das Twilight Magazin [TM] hatte Gelegenheit zur Bemusterung des Werks Noble Art Of Desolation und war sehr angetan. Die Spannung bis zum Album ist durch die beiden Hauptakteure Stefan Hackländer [SH] und Janosch Rathmer [JR] ordentlich aufgebaut worden über ihre Social Media Plattformen. Die zum Beispiel bei YouTube verfügbar gemachten Auskopplungen No Peace Among Men und Upright In Nothing waren musikalisch und optisch sehr ansprechend. Nun ist das Album ein paar Tage draußen, so dass wir uns freuen, mit Stefan und Janosch sprechen zu können.
Mit TAETRE trat Jonas Lindblood bereits ins Rampenlicht der Death Metal Arena. Die Geburtsstunde von PUTERAEON hingegen liegt erst im 21. Jahrhundert. Doch dem Stil der Schweden ist das nicht unbedingt anzuhören, denn dieser ist tief verwurzelt im schwedischen Death Metal Mutterboden. Dies ändert sich auch mit „Mountains of Madness“, dem fünften Album der Band, nicht. Weshalb die Fans fünf Jahre auf ein neues Album warten mussten und über einige andere Dinge, sprachen wir mit Jonas.
Sobald ich mein Postfach öffne, flattern Unmengen an neuen Death Metal Veröffentlichungen jedweder Couleur bei mir rein. Death Metal scheint für Menschen auf der ganzen Welt ein beliebtes musikalisches Ventil zu sein. Da noch die Spreu vom Weizen zu trennen, fällt zunehmend schwer. Insofern sei die Frage erlaubt, weshalb man heute überhaupt noch Death Metal spielen sollte und ob in diesem Genre nicht bereits alles gesagt wurde – mindestens einmal. Und wie heben sich PUTERAEON vom Rest der Death Metal Bands ab? Also, die einfachste Antwort ist wohl, dass wir Spaß daran haben, diese Art von Musik zu schreiben und zu spielen. Wir haben angefangen diese Musik zu hören als wir um die 13 Jahre alt waren und ich schätze, dass diese Musik sich irgendwie in uns festgesetzt hat – sie stecken in allem, was wir tun. Wir versuchen nicht, das Rad neu zu erfinden. Wir bemühen uns nur sehr darum, wirklich gute Musik zu schreiben. Diese Tatsache und der Lovecraft’sche Modder, der alles umfasst, was wir tun, helfen hoffentlich dabei, uns von anderen Bands abzuheben.
Lovecraft taucht, wenig überraschend, auch bei „Mountains of Madness“ wieder als zentraler Ideengeber auf. Um alles in Form zu gießen benötigte die Band abermals recht lange und zwischen „The Cthulhian Pulse: Call from the Dead City“ und dem neuen Album liegen fünf Jahre… nun gut, zwischen „The Cthulhian Pulse: Call from the Dead City“ und „The Crawling Chaos“ lagen sogar sechs… Du erinnerst dich vielleicht an diese Sache namens Covid. Nun, die Pandemie hat einiges an Zeit gefressen. Wir haben dann ein Tribut an „LG Petrov“ namens „Bitter Loss“ in Angriff genommen. Der Song sollte auf einem Album erscheinen, welches LG in seinem Kampf gegen den Krebs unterstützen sollte. Das Projekt wurde total vor die Wand gefahren und LG hat seinen Kampf gegen den Krebs verloren bevor wir damit fertig waren. Daher haben wir nur den Song als Tribut veröffentlicht. Im Anschluss haben wir für eine anstehende Tour geprobt, die dann aber wegen Covid abgesagt wurde. Ich habe dann entschlossen mit dem Songwriting für „Mountains of Madness“ zu beginnen. Das war, soweit ich mich erinnere, irgendwann in 2022.
Als Appetithäppchen für die ausgehungerten Fans gab es 2024 mit „Quindecennial Horror“ bereits eine EP. Weshalb? Wir haben gemerkt, dass es noch eine ganze Weile dauern würde bevor „Mountains of Madness“ veröffentlicht wird. Wir haben die EP dann genutzt um ein Lebenszeichen zu senden und um den 15. Geburtstag unseres ersten Demos zu feiern, weshalb wir einige alte Tracks neu aufgenommen haben.
Auf „Mountains of Madness“ dreht sich inhaltlich wieder alles um die Geschichten von H. P. Lovecraft. Was hat euch an dieser Geschichte fasziniert? Es ist eine großartige Geschichte. Wir hatten uns auf den vorhergehenden Alben auf „The Call of Cthulhu“ konzentriert und als wir 2022 mit den Arbeiten am neuen Album begonnen haben, habe ich entschieden, dass „At the Mountains of Madness“ als Geschichte für das neue Album herhalten sollte.
Wenn ich mir das Album anhöre, dann habe ich den Eindruck, dass ihr noch mehr Thrash Metal und auch Black Metal Elemente in euren Sound eingebaut habt. Würdest du mir da zustimmen? Und woher kommen diese Einflüsse? Diese Einflüsse sind ja immer da gewesen, sie sind also nicht wirklich neu. Aber vielleicht haben wir den Fokus noch mehr darauf gelegt, gute Songs zu schreiben und nicht darüber nachzudenken, ohne ständig zu überlegen, ob ein Riff jetzt „ENTOMBED-mäßig“ genug ist. Viele unserer Riffs werden von unterschiedlichen Metal Stilen beeinflusst und nicht nur vom typischen HM2 oder Schweden-Death, wie der Stil oft genannt wird. S.O.D., SEPULTURA, NAPALM DEATH, MORBID ANGEL, DISSCETION und BEHEMOTH sind Einflüsse auf die wir uns gerne beziehen. Wenn du diese Einflüsse mit etwas DISMEMBER mixt, hast du unser musikalisches Rückgrat.
Es gab bereits einige Single-Auskopplung vom neuen Album. Weshalb ist die Wahl auf „I am darkness“ und „The Land of Cold Eternal Winter“ gefallen? Es gab auch noch eine dritte Single. Ich denke, dass alle Singles wirklich gut sind. Eigentlich hätten wir jeden Song des Albums auskoppeln können. Das ist meine Meinung. Egal, ich fragte Dan Swanö, der das Album gemixt und gemastert hat, welchen Song er als Single auswählen würde und er hat sich für „I am the darkness“ entschieden. Das haben wir dann auch getan.
Welche Rolle hat Dan Swanö denn in der Production des Albums gespielt? Hat er Einfluss auf das Songwriting genommen? Dan hatte einen großen Einfluss auf das Album, aber nicht auf das Songwriting. Alle Songs waren bereits fertig geschrieben, als wir mit den Aufnahmen begonnen haben. Auch waren im Grunde alle Details geklärt bevor Dan die Aufnahmen zum mixen und mastern bekommen hat. Dan ist ein absolutes Ass an den Reglern und es ist sehr entspannt mit ihm zu arbeiten. Wir haben sehr großen Respekt vor ihm.
Wenn man euer neues Album kaufen möchte, hat man die Qual der Wahl: Im Shop der Band gibt es neben der CD und zwei Vinyl-Varianten auch die Testpressung auf Vinyl im Angebot. Gerade im Extrembereich scheinen viele Leute aber auch wieder auf MCs abzufahren. Gibt es in dieser Hinsicht auch Pläne? Soweit ich weiß, gibt es keine Pläne das Album auch auf Tape zu veröffentlichen. Was das Vinyl betrifft: Ich finde es cool, verschiedene Versionen anbieten zu können.
Glück auf, Thomas! Wie bist Du zum Dungeon-Synth gekommen?
Welche Musiker und Alben haben Dich beeinflusst? Was hat Dich dazu bewogen, mit Ortnit selbst ein Projekt zu starten?
Servus Jens!
Ich bin Fan der ersten Mortiis-Alben, das Wongraven-Album muss ich nennen und auch Pazuzu oder Summoning begleiten mich schon lange. Diese Einflüsse sind möglicherweise hörbar, auch wenn ich ja erst 2022 begann etwas zu schreiben, was sich zum Dungeon-Synth zuordnen lässt. Auslöser für dieses Projekt war der Tod meines Vaters, der nicht nur mich, sondern meine ganze Familie tief erschütterte. Es wurde ein Weg diesen Einschnitt zu verarbeiten und meinen Erinnerungen ein Gefäß zu geben.
Mit Ortnit hast Du Dich dazu entschlossen, auf mittlerweile vier Alben – “Ortnit” (2022), “Sidrat” (2023), “Wolfdietrich” (2024) und “Die letzte Fahrt” (2025) – die mittelalterliche Heldensage des “Wolfdietrich”-Epos zu vertonen.
Inspirierte Dich die Sage zum Dungeon-Synth-Projekt, oder war die Musik zuerst da, bevor Du auf den passenden “Story-Unterbau” gestoßen bist? Was fasziniert Dich am “Wolfdietrich”-Epos, in dem König Ortnit ein wichtiger Charakter und Protagonist ist. Die Geschichte weist mitunter Parallelen zum Ring der Nibelungen auf, sie dürfte allerdings den meisten Menschen kaum bekannt sein. Auch ich musste mich erstmal schlau machen und belesen, als ich auf Dein Projekt Ortnit gestoßen bin…
Mein Vater hat mir als Kind ein Buch geschenkt, das unter anderem Teile des Wolfdietrich-Epos enthält, welches er einst als Jugendlicher vermacht bekam. Ich habe sehr viel Zeit in diesem Buch verbracht und der tragische Ortnit war meine Lieblingsfigur. In den letzten Tagen mit meinem Vaters sind wir nochmals darauf zu sprechen gekommen und es war sehr berührend, wie seine müden Augen zu leuchten begannen, als wir über diese Sagenhelden sprachen. Auf dem Weg vom Krankenhaus nach Hause fiel der Entschluss, dass ich mit diesen Geschichten für ihn und mich etwas machen muss. Etwaige Parallelen zum Nibelungenlied oder ernsthafte historische Ambitionen spielen überhaupt keine Rolle, es ist etwas Persönliches, das sehr weit in mein Leben zurückreicht und in seiner Funktion nur mir dient.
Du bist ausgebildeter E-Musiker bzw. Berufsmusiker. Da dürftest Du im Alltag doch sozusagen “Besseres” gewohnt sein bzw. müsstest Du doch eigentlich einen anderen Anspruch haben, wenn es darum geht, epische Themen wie Heldensagen musikalisch umzusetzen. Was macht für Dich den Reiz aus, eine so große Geschichte mit vergleichsweise simplen und künstlichen Keyboard-Mitteln reduziert umzusetzen. Selbst bei Empyrium arbeitest Du ja mit Schwadorf in einem gänzlich breiteren “Format”.
Wie schon in der vorigen Antwort angedeutet, folge ich den Bildern, die jenes Buch in meinen Kopf eingebrannt hat und gebe diesen Themen/Stücke. Es ist nicht meine Intention etwas zu schaffen, dass sich neben Wagners „Ring“ oder „Lohengrin“ behaupten soll, sondern ich tue etwas für mich, in der Umsetzung, die mir Spaß macht.
Wieviel E-Musik steckt in und in den Kompositionen von Ortnit oder blendest Du deinen professionellen Background beim Dungeon-Synth aus? Gibt es unterschiedliche Herangehensweisen zwischen Deinem beruflichen Umfeld und Deinen Spielwiesen mit Empyrium, Noekk und darüber hinaus?
Die Orchestrierungen die ich vorgenommen habe, speisen sich natürlich aus meinen Erfahrungen in der klassischen Musik, ebenso wie Harmonik und Modulationen. Ich denke da überhaupt nicht in Schubladen oder Genres. Ich folge da ausschließlich meinem Bauchgefühl und verwende, was es meinem Empfinden nach braucht.
Kennen und wissen Deine Kollegen in Deinem hauptberuflichen Umfeld um Deine Vorliebe für Dungeon-Synth? Haben sie jemals Hörproben von Ortnit genossen, wenn ja wie waren die Reaktionen und wenn nicht, was meinst Du, wie würden die Reaktionen darauf wohl ausfallen?
Die meisten Kollegen wissen um meine Betätigungen abseits der Oper und dass sie für mich alle gleichwertig sind. Die Reaktionen sind eher positiv aber sie kommen natürlich auch von Menschen, die mich kennen und verstehen wollen.
Wie vorhin schon erwähnt, dürfte den meisten Hörern und Lesern das “Wolfdietrich”-Epos weitgehend unbekannt sein. Umreiße doch vielleicht noch einmal kurz, worum es dabei geht und an welchen Punkt der Geschichte würdest Du die vier Alben “Ortnit”, “Sidrat”,“Wolfdietrich” und “Die letzte Fahrt” als Kapitel setzen und beschreiben?
Grundsätzlich empfehle ich allen ernsthaft Interessierten, Wikipedia und die vorhandene Fachliteratur, da wie zuvor erwähnt, meine Alben keine fundierten historischen Abrisse darstellen sollen. Das erste Album hätte ich wohl besser „Wie Ortnit in sein Verderben ritt“ nennen sollen. Er ist ein erwachsener König samt Reich, nur fehlt das rechte Weib zum Glück und so macht er sich auf. Ab diesem Punkt bis zu seinem Tod spielt sich mein erstes Album ab.Das zweite Album ist nach Ortnits Witwe benannt und hat überhaupt keine Handlung dem Wolfdietrich Epos entsprechend. Die Stücke sind am ehesten Trauerphasen, wie Angst, Resignation oder Erstarrung, die auch für mich oder meine Mutter stehen können. „Wolfdietrich“greift dann wieder die Sage auf, mit dem namensgebenden Helden, der vom Tod Ortnits gehört hat und auszieht den Drachen zu töten und Sidrat zu gewinnen. „Die letzte Fahrt“ist Wolfdietrichs finale Heldentat der Sage entsprechend, ehe das Alter seinen Tribut fordert.
Alle vier Alben sind mit Orko Productions und Antiq Records auf Kleinstlabels erschienen. Wie bist Du zu und auf Orko gekommen und in welcher Beziehung stehen sie zu Antiq? Gab es andere Optionen wie bspw. alles komplett in Eigenregie durchzuziehen?
Die Eigenregie war natürlich der ursprüngliche Plan, ehe beide Label auf mich zukamen und anboten die physische Veröffentlichung zu übernehmen. Oytun von Orko kenne ich seit unserem ersten Empyrium-Konzert in Istanbul und uns verbindet ein freundschaftliches Verhältnis. Er hat sein eigenes Projekt „Tir“ und gründete nach seiner Umsiedelung nach Sydney sein kleines Label. Als ich ihm schrieb, dass ich an etwas arbeite dass man auch als Dungeon-Synth laufen lassen könnte, war er gleich begeistert und ist sehr engagiert. Wenn man sich kommende Veröffentlichungen von Orko ansieht, dann wird schnell klar, da wächst etwas, was mich für ihn sehr freut. Leon von Antiq hat mich einfach über Facebook angeschrieben und gefragt, ob er das Thema CD übernehmen kann, da ihm die Alben gefallen.
Die Ortnit-Alben sind “traditionell” als CD- und Tape-Auflage veröffentlicht worden. Was verbindest Du persönlich mit Kassetten? Was macht für Dich den Reiz dieses Formates aus?
Kassetten sind das Medium der Jugend! Aufnehmen, überspielen, tauschen und teilweise sogar handeln. Walkman!!! Batterienot… Nostalgie und Gefühl pur!
Eine Kleinstauflage von Ortnit ist nicht nur zum aktuellen Album “Die letzte Fahrt” in Form einer Special Edition in einer Holzbox samt Aufnäher erschienen. Wie wichtig ist Dir so etwas? Ich persönlich kann es mir rational nur schwer erklären. Wirklich gebraucht wird ein Tape, dass in eine mit dem Covermotiv gebrandete und mit (künstlicher) Schlangenhaut ausgekleideten Holzbox gelegt ist, von niemandem. Aber es sieht schön und stimmig aus und betont die Liebe zum Detail und das Herzblut, dass ich in der Musik wiederfinde und spüre… Hast Du selbst einen Lieblings-Release daheim in der Vitrine stehen, der Dir eine aufwendige, außergewöhnliche und auch teure Special-Edition wert war?
Es ist mir extrem wichtig, sonst würde es nicht machen und es geht zu keiner Sekunde in all meiner Musik darum, was jemand anderes oder der Markt braucht. Ich investiere Zeit und Energie ausschließlich in Dinge, die mich beleben und bereichern. Dass ich mit Musik das notwendige Geld verdienen kann und Zeit für jede Menge eigene Musik, sowie ein paar andere Interessen habe, ist mein erarbeitetes Privileg. Wenn sich jemand an den Sachen, die ich gebastelt habe, freuen kann, ist es toll, aber mir ist die gute Zeit, die ich während der Herstellung hatte, der größte Gewinn. Ich hab einige teure Schallplatten, die aber eher kostenintensiv waren, weil ich die Veröffentlichungszeitpunkt übersehen habe oder noch nicht geboren war. Mir reicht ein Medium, die meisten Boxen beinhalten ja oft unterschiedliche Tonträger, dass brauche ich nicht.
Ist die “Wolfdietrich”-Sage nun auserzählt? Wie geht es mit Ortnit weiter?
Tatsächlich ist für Ortnit dieser Sagenteil auserzählt. Ich habe bereits einen neuen Helden erwählt und jede Menge neue Musik ausgearbeitet. Benjamin König hat ebenfalls schon Bilder für mich gemalt und das nächste Kapitel ist vorbereitet.
Mit Athelas ist im vergangenen Jahr ein weiteres tolkien-beeinflusstes Projekt von Dir über Fiadh Productions erschienen. Es ist wie Ortnit ein reines Keyboard-Album, allerdings kein Dungeon-Synth, weil wesentlich bombastischer, orchestraler und rythmischer. Der größte Unterschied ist allerdings, dass Du auf diesem Album auch singst. Was gab den Anstoß zu diesem weiteren Projekt. Was bedeutet Dir Tolkien? Und wo wir gerade beim Thema sind, hast Du den jüngsten Animationsfilm “Die Schlacht der Rohirim” gesehen?
Ich fange mal mit der letzten Frage an. Was seit der Herr der Ringe Trilogie kam hat mich eher zum wegschauen bewogen, mit keiner Ausnahme! Tolkien ist in meinem Leben täglich präsent, ob ich nun lese/höre oder mir Dokus über sein Leben und Werk anschaue. Es gibt wunderbare Hörbucher und Filme über ihn, die mich immer begleiten. Dass ich dieses Projekt Athelas nennen würde, ist seit Ewigkeiten klar, wegen der Symbolik und der Kraft, die der Professor dieser Pflanze zugedacht hat. Als ich die Idee für „Warning of Winter“ hatte, schlossen sich die anderen Stücke in ein paar Wochen an und das Album wurde sehr rasch fertig. Bariann von Fiadh liebte es und brachte es heraus. Natürlich kann es im Fall von Ortnit verwundern, dass ein „Sänger“ zu seiner Musik nicht singt. Ich hatte schlicht nicht die Kraft es zu tun, obwohl mir enge Freunde dazu rieten. So kam ich auf die Idee einen Erzähler in die Stücke zu integrieren, was glücklicherweise Marcel Dreckmann von Helrunar übernahm und ich liebe diese Hörspielebene, die er mit seiner großartigen Stimme hineinbringt.
Während Athelas wiederum über Fiadh, einem weiterem sehr kleinem Label aus den USA/Kanada, veröffentlicht wurde, bist Du mit Noekk, Deinem eigentlich “größten” und ältesten Projekt mittlerweile komplett auf der DIY-Schiene unterwegs. Sowohl “The White Lady” (2019), als auch das überragende “Byron” (2023) erschienen nach vier Alben über Prophecy Productions komplett in Eigenregie. Aus meiner Sicht hat diese Band soviel mehr Potenzial und eigentlich soviel mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung verdient. Ich gehe allerdings davon aus, dass es ein bewusst gewähltes “Schicksal” war und ist. Trotzdem und gerade deshalb meine Frage: Wiesu denn bluss? Gibt es denn niemanden, der Prog-Rock vom Schlage Noekk veröffentlichen möchte und vermarkten kann?
Ich habe keine Idee und auch keine Lust nach jemandem zu suchen, der Noekk eine Business-Plattform bieten könnte. Ich brauche es nicht, es ändert nichts am Wesentlichen für mich. Der „Byron“-Nachfolger ist fertig aufgenommen und wartet auf sein Mix/Mastering, das demnächst passieren wird. Zu einem weiteren Album sind Schlagzeug/Gitarren aufgenommen und wir arbeiten ständig daran weiter. Wir haben beide einfach Spaß daran, die Verantwortung selbst zu tragen und was es für eine Veröffentlichung braucht, selbst zu erledigen!
Bleiben wir noch bei Noekk. Nach dem Debut “The Water Sprite” war ich vor allem von “The Grimalkin” im Jahr 2006 völlig fasziniert und bin es noch heute. Die Musik so richtig als das zu begreifen und zu fassen, was sie war, konnte ich allerdings erst durch einen Zufall. Wir waren in jener Zeit regelmäßig bei einem Buchhändler, der seine riesige, mit alten Büchern vollgestopfte Scheune in den Sommermonaten einmal im Monat zum Verkauf öffnete. Neben den Büchern ging es genauso um das Event, bei dem geplauscht, gegrillt und draußen im Hof unter einer prächtigen Kastanie gesessen wurde. Und irgendwann lief dann Musik, die mich immer wieder unterschwellig an Noekk erinnerte. Es handelte sich um “Trespass” von Genesis mit Peter Gabriel am Gesang. Das war für mich eine Art Erweckungserlebnis.
Welche Prog-Rock-Bands und -Alben kannst Du empfehlen und/oder sind Dir besonders ans Herz gewachsen. Von welchen Künstlern wurdest Du für Noekk besonders inspiriert?
Das klingt ja nach einer perfekten Szenerie! Die Liste ist in meinem Fall gefühlt endlos, über die ganzen 70er Helden, die 90er Jahre mit den schwedischen Bands oder aktuell mit Wobbler und besonders Jordsjö aus Norwegen, deren letztes Album „Salighet“ ein Traum ist.
Wir kommen zum Ende. Ich danke Dir ersteinmal recht herzlich, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Was liegt 2025 musikalisch noch bei Dir an? Welche Wünsche und Hoffnungen hegst Du für das aktuelle Jahr? Gibt es eine musikalische Veröffentlichung, die Du in diesem Jahr ganz besonders erwartest?
Ich danke Dir!
Es entsteht ein neues Empyrium-Album, ich habe mit Benjamin König ein Projekt namens Sun After Dark gestartet und auf meinen „Solo-Baustellen“ wächst eigentlich ständig neue Musik. Ich freue mich sehr auf das neue Jethro Tull-Werk und möglichst viel Zeit mit Familie/Freunden in 2025!
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Gründung von The Man Eating Tree und dem großartigen Album "Night Verses".
Wie kam es dazu, dass Sänger Manne Ikonen von der ehemaligen Ghost Brigade zu euch gestoßen ist? Für mich ist er ein absolut genialer Sänger, und ich war etwas traurig, als Ghost Brigade aufgehört hat.
Janne: Vielen Dank und Grüße aus Oulu! Der andere Gitarrist der Band, Sakke, kennt Manne schon seit Jahren. Manne war bereits in unseren Gedanken, als wir nach einem neuen Sänger suchten. Wir dachten, er hätte kein Interesse, bei The Man Eating Tree einzusteigen. Aber als wir später fragten, hat er schnell zugestimmt. Ja, Ghost Brigade war eine brillante Band.
Sakke, Aksu und Mika sind auch Teil der Band. Seid ihr alle Freunde, und habt ihr noch Kontakt zu den ehemaligen Mitgliedern?
Janne: Wir kannten nicht alle vorher. Wir haben uns zum ersten Mal mit der ganzen Band am Set des Videos zu "Seer" getroffen. Trotzdem war die Atmosphäre wirklich gut, und alles lief sehr reibungslos. Mit einigen früheren Mitgliedern haben wir noch Kontakt.
Wohnt ihr alle in der Nähe, und wie liefen die Proben und das Songwriting ab?
Janne: Wir leben überall in Finnland verteilt. Deshalb hat jeder die Songs für das Album meistens alleine geübt. Ich habe etwa drei Jahre lang an den Songs geschrieben, und wir haben diese Songs aus etwa 15 ausgewählt.
Zum Album
Ich bin ein absoluter Fan von Intros und liebe die Band Insomnium. Ihr habt den Song/Intro "Night Verses" als Titel des Albums gewählt. Warum wurde es das Intro, und warum ist das epische "Night Verses" viel zu kurz? ;-)
Janne: Der Begriff und die Idee für "Night Verses" gab es schon lange, und wir wollten daraus einen eigenen Song machen, damit die Leute das zweite Lied des Albums, "Days Under the Dark", auch ohne Intro hören können. Hahaha, vielleicht wird das Intro live länger.
Für mich sind die Songs "All Our Shadows" und "To The Skinning" die stärksten auf dem Album. Welche Songs sind eure Favoriten?
Janne: Beide sind wirklich gute Songs. Auch "Abandoned" ist viel besser geworden, als wir dachten.
Was steckt hinter dem Cover, und wer ist dafür verantwortlich?
Janne: Wir haben überlegt, was den Begriff "Night Verses" am besten beschreibt. Ich denke, das Cover kombiniert das alte Thema mit dem neuen auf passende Weise.
Unser Gitarrist Sakke hat es gemacht – es ist supercool. Unser Bassist Mika hat auch bei den Grafiken geholfen.
Gibt es schon Pläne für eine Tour in Deutschland?
Janne: Natürlich haben wir Pläne. Aber aktuell ist noch nichts spruchreif.
Was macht ihr in eurer Freizeit, wenn ihr nicht am Album arbeitet?
Janne: Na ja, das normale Leben – mit Kindern, dem Job. Außerdem Musik, Filme, Fitnessstudio und Joggen.
Zitat - Text: Diese ganze Retorten-Mucke zieht natürlich die Massen, wie man bei POWERWOLF oder SABATON sehen kann., Fussnote: Für Chris zählt noch das echte Handwerk!
Vor etwa einem Monat haben GRAVE DIGGER den ersten Teil ihrer Tour zum aktuellen Album „Bone Collector“, mit dem sich die Band ein Stück weit neu erfand indem sie sich auf ihre Tugenden besann, beendet. Im April geht es dann bereits wieder auf die Straße. Wir haben die Gelegenheit genutzt und Bandleader Chris Boltendahl vor dem Konzert in Hannover zum Gespräch gebeten, um über KI, alte Weggefährten und DIGGER zu sprechen.
2024 war für Euch ein unglaublich produktives Jahr. Ihr habt mit “Auf zerfetzten Schwingen” das insgesamt neunte AUTUMNBLAZE-Album veröffentlicht. Mit LILJEVARS BRANN ist zudem ein äußerst interessantes Nebenprojekt ans Licht gekommen. Wie blickt Ihr auf das abgelaufene Jahr zurück?
Zitat - Text: "Alex hatte, glaube ich, noch ne Rechnung mit dem Produzenten Tony Platt und seiner Produktion offen, weil dieser ihn damals aus dem Studio geschmissen hatte.", Fussnote: Henny äußert sich zu Alex' Beweggründen für die Neubearbeitung von "Busted At The Border"
Seit einigen Monaten donnert es wieder am Himmel über Hannover. Nach der Trennung in den späten 90er Jahren, war es lange Zeit ruhig gewesen um THUNDERHEAD. Doch 2024 war zunächst eine vermehrte Tätigkeit in den sozialen Medien zu verzeichnen und schließlich gab es sogar eine aufgefrischte Version des Debütalbums „Behind the Eight-Ball“ (1989). Seit diesem Wochenende ist nun auch eine „Refurbished“-Version des Nachfolgers „Busted At The Border“ auf den digitalen Plattformen zu haben. Grund genug also, um Drummer Alex Scotti und Gitarrist Henny Wolter um einige Statements zu bitten.
Wir konnten die Jungs von Flotsam & Jetsam zum Sharpshooter Interview auf Wacken Open Air 2024 Backstage begrüßen. #flotsamandjetsam #wacken #interview #twilightmagazin #woavideos #woa #woa24 #wacken2024
Wir konnten Mutz, Marcelo, Felix und Fabian von Drone zum Sharpshooter Interview auf Wacken Open Air 2024 Backstage begrüßen. #drone #wacken #interview #twilightmagazin #woavideos #woa #woa24 #wacken2024
“Afterlifelines” ist gerade erfolgreich veröffentlicht worden und RAGE bereiten sich im Proberaum auf die kommenden Shows vor. Obwohl es an diesem Wochenende losgeht, um ab Dienstag drei Shows in Japan zu spielen, hat sich Frontmann Peavy Zeit genommen, um einige Fragen zu beantworten.
Manchmal brauchen Dinge einfach etwas Zeit. Für die Schweden ALICATE sollte der Titel der 1989 veröffentlichten 7“ „The End“ zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Zwar folgte noch eine Tour im Vorprogramm von IAN GILLAN, doch 1992 war dann Schluss. Endgültig wie es schien.
Vor ihrem Auftritt im Musikzentrum hatten wir die große Ehre, mit THE HIRSCH EFFEKT ein wunderbares Interview über ihr neues Album "Urian", Ticketverkäufe, das Touren nach Corona und ihre Alben des Jahres zu führen.
Bis zum Erscheinen dieses Interviews mit den Nordhessen von RANZER war es ein langer und weiter weg.
Alles begann mit meiner Verzückung für die Debut-Veröffentlichung "Demophobie" Anfang dieses Jahres, die mich dazu verleitete, die Herren gleich mal zum Rapport zu bitten. Erst hakte es aus verschiedenen Gründen bei der Band und anschließend so richtig derbe beim Verfasser dieser Zeilen...
Und auch wenn ich mich dieser Tage wiederhole: Wie schon der PARTY.SAN-Bericht ist auch dieses Interview für Dich, Pfanne!!! Denn der Weg, den es bis zur Veröffentlichung gebraucht hat, bist Du in gewisser Weise zu einem entscheidenden Teil an meiner Seite gegangen. Und dieser Weg war schwer, anstrengend und nicht schön!
Aber nach all der Trauer tat und tut es endlich besonders gut, sich diesem erfrischenden Interview mit diesen fünf ranzigen Personen zu widmen - aber lest selbst!!!!
Drei Tage nach Release ihres neuen Albums hatte ich das Vergnügen, mit “Der Schulz” und Flux von Oomph! über ihr neues Album, über ihren Auswahlprozess des neuen Frontmannes und Freundschaften innerhalb der dunklen Szene zu sprechen.
Slaughterday, Endseeker, Revel In Flesh. In den letzten Jahren hat sich eine sehr vorzeigbare Anzahl von Death Metal Bands Made In Germany entwickelt. Ganz vorne mit dabei sind zweifelsohne die Ostfriesen von TEMPLE OF DREAD – und das ist kein Witz. Der Insulaner Markus Bünnemeyer stand uns Rede und Antwort zum neuen überragenden Album „Beyond Acheron“.
Frohe Botschaft aus dem Osten Europas: DEAFNESS BY NOISE haben mit „Dial 'N' For Noize“ endlich einen neuen Longplayer veröffentlicht – und was für einen. Ein guter Grund also, um Krmpa einige Fragen zukommen zu lassen.
Mit "An Unbiblical Paradigm" haben die Jungs von When Plagues Collide, aus Belgien, ihr zweites Album auf den Markt gebracht. Mit einem wunderbaren Take des symphonischen Deathcores stellen die Fünf ihre Können unter Beweis. Ich durfte der Truppe ein paar Fragen stellen, die für die Zukunft und weitere Karriere dieser Band viel in Aussicht stellen.
Bunt, aber nicht schrill, kreativ, umtriebig und ganz nebenbei eine der stärksten Stimmen der Gegenwart in der europäischen Rockszene: SERAINA TELLI. Dem Metal Publikum ist sie als ehemalige Frontfrau von BURNING WITCHES in Erinnerung, den Prog-Rockern als Teil des Trios DEAD VENUS. Anlässlich ihres 2022 erschienenen Soloalbums „Simple Talk“ habe ich mich aufgemacht in die Studentenstadt Göttingen, wo sich Seraina im November 22 für ihre Tour mit CORELEONI warm spielte.
Zitat - Text: <p>Die Leute hören, dass es sich wie das alte Suicide Silence anhört und es klingt, als ob wir wieder richtig gut zusammenarbeiten. Und das ist schon lange nicht mehr passiert......</p>
Ich hatte das große Vergnügen Mark Heylmun von Suicide Silence mit meinen Fragen bombardieren zu dürfen. Er erzählte viel über das neue Album, neue Banddynamiken, Tourerlebnisse und vieles mehr!!
Die Jungs aus Klagenfurt bringen nach einer EP von 2019 und 4 weiteren Singles ihr erstes Full-length Album an den Start und Holla die Waldfee geht das ab!
Vinyl vs. Digital – oder: Muss die Welt immer eine Scheibe sein?
Während ich diese Zeilen schreibe, läuft im Hintergund das neue Thron-Album. Als MP3. Auch Plattenfirmen gehen mit der Zeit und haben schon lange von physischer auf digitale Bemusterung umgestellt. Unschön, oder?
Zitat - Text: <p>Er hat wirklich einen super Job gemacht und er ist ein netter, cooler Kerl. Den kann ich nur empfehlen - Chris über die Arbeit mit Andy Classen</p>
Mit dem zweiten Langeisen haben die Hannoveraner in allen Bereichen eine Schippe draufgelegt. Gitarrist und Gründungsmitglied Chris gab Auskunft über die Hintergründe dieser erfreulichen Evolution.
Zitat - Text: Ich habe das Glück, dass ich gut von der Musik leben kann. Ich schreibe ja nicht nur für mich selbst, sondern glücklicherweise auch viel für andere internationale Künstler.
Entschleunigen ist eigentlich das Gebot der Stunde, doch beim wem klappt das heute schon noch? Auch Hardrock Urgestein MICHAEL BORMANN ist gleich auf verschiedenen Baustellen aktiv: musikalisch und privat. Nichtsdestotrotz ist im letzten Jahr mit „Power To Win“ ein neues Album unter dem Banner MICHAEL BORMANN’S JADED HARD erschienen. Feinster Hardrock und eine gute Gelegenheit, um Michael mit einigen Fragen auf den Pelz zu rücken.
Vor nunmehr 22 Jahren wurden SEVENTH WONDER von Basser Andreas Blomqvist, Gitarrist Johan Liefvendahl und Schlagzeuger Johnny Sandin gegründet. Mit „The Testament“ haben die Melodic-Prog-Metaller nicht nur ihr bis dato siebtes Album, sondern auch eine der besten Scheiben des Jahres 2022 abgeliefert. Tieftöner Blomqvist ließ sich zwar etwas bitten, rückte dann aber doch mit einigen Antworten raus.
Zitat - Text: Ich bin eine junge Musikerin und versuche herauszufinden was ich in meinem Leben tun will. Daher ergreife ich die Chancen die sich mir bieten.
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Sie gehört definitive zu den jungen Wilden der Szene: Sonia „Anubis“ Nussfelder. Die Liste ihrer bisherigen Bands ist ebenso lang wie stilistisch vielfältig. In den Fokus eines größeren Publikums trat die Niederländerin, die mit vollem Namen Sonia Núria Carolina Nusselder Fontes de Albornoz heißt, mit ihrem Einstieg bei BUNRING WITCHES, wo sie aber nur etwa zwei Jahre blieb. Auch bei den brasilianischen Death Metal-Damen von CRYPTA hielt es sie nicht lange, da ihr Herz offenbar bei COPRA SPELL liegt. Die Band wurde 2019 gegründet, hat bislang zwei EPs veröffentlicht und während ich auf die Antworten von Sonia wartete, drehte sich das Besetzungskarussel der Sleaze Rocker mit vollem Tempo. Mittlerweile hat sich die COBRA SPELL zur All-Girl Band gewandelt…
Vier Jahre sind vergangen, seitdem die Deutschpunker SICK OF SOCIETY mit „Perlen vor die Säue“ ein bärenstarkes Album abgeliefert haben. Nun liegt mit „AQ-PUNK-TUR“ endlich der Nachfolger vor und prompt wird die Kapelle aus Vöhringen in Teilen der Metalpresse ins Deutschrocklager gesteckt. Dies ist einerseits natürlich Quatsch und andererseits nur einer von vielen Gründen, um die Band vors Mikro zu zerren. Das Gitarrenduo Chris und Falko standen uns trotz Urlaubszeit Rede und Antwort.
Frisch vom Hörtest, kann ich behaupten, ein Gehör wie ein Neugeborenes zu haben. Insofern fällt die Theorie des Kollegen Trillmich bzgl. meiner musikalischen Vorlieben und eingeschränkter Hörfähigkeit schonmal flach. Durch ärztliche Autorität gestärkt und in der festen Überzeugung, einfach einen besseren Musikgeschmack zu haben, als der Großteil meiner Kollegen, mache ich mich auf, um einer der vielversprechendsten deutschen Melodic Death Metal Bands auf den Zahn zu fühlen. Immerhin hatten MELANCHOLIC SEASONS mit „The Crypt Of Time“ just eines der stärksten Alben dieses Jahres in ihrem Genre veröffentlicht. Gründungsmitglied Andi nahm sich die Zeit, um meine Fragen zu beantworten.
Die Wolfsburger CYPHONISM haben vor kurzem mit ´Cosmic Voidance´ ihr Label-Debüt gegeben. Die Death Metaller schaffen darauf den Spagat zwischen technischem Anspruch und dem Zug nach vorne. Sänger Pat stand per Videoschalte ausführlich Rede und Antwort.
Mit "Acid River" hat die deutsche Ausnahme-Formation gleich zu Beginn des Jahres 2022 ein Album veröffentlicht, das nach wie vor ein heißer Kandidat auf das Album des Jahres ist. Die Geschichte der Band ist lang und bewegt: Aufstieg im Underground der Neunziger, wobei der Durchbruch unerreicht blieb, weil man sich bereits nach dem zwei Alben wieder auflöste. Doch eben diese beiden Alben "Ashore The Celestial Burden" und "Diana Read Peace" hinterließen nachhaltige Spuren in der Szene. Anlässlich der Abstimmungen für die Re-Releases der Demos und Alben durch Century Media 2015 fand man wieder zusammen. Und heuer existiert die Band länger als jemals zuvor, man hat seither drei Alben veröffentlicht und "Acid River" scheint nicht das letzte Kapitel gewesen zu sein...